Flücht­ling räumt An­schlags­plä­ne ein

Peiner Allgemeine Zeitung - - Politik -

Ein sy­ri­scher Flücht­ling hat am Mon­tag vor dem Land­ge­richt Ravensburg ein­ge­räumt, an Plä­nen für ei­nen Ter­ror­an­schlag in Dä­ne­mark mit­ge­wirkt zu ha­ben. Er ha­be Zünd­höl­zer, Bat­te­ri­en und Funk­ge­rä­te ge­kauft und nach Ko­pen­ha­gen brin­gen wol­len, sag­te der 21-Jäh­ri­ge zum Pro­zess­auf­takt. Dort ha­be er die Ma­te­ria­li­en an ei­ne Kon­takt­per­son über­ge­ben sol­len. Die Staats­an­walt­schaft wirft dem 21-Jäh­ri­gen vor, er ha­be den An­schlag auch selbst durch­füh­ren wol­len.

VON ANDRE­AS NIESMANN

Nach dem ers­ten Tag der Br­ex­it-Ge­sprä­che ha­ben bei­de Sei­ten ei­ne po­si­ti­ve Bi­lanz ge­zo­gen. Bei ih­rem Tref­fen in Brüs­sel ha­ben sie sich auf ei­nen Fahr­plan zum Aus­tritt Groß­bri­tan­ni­ens aus der Eu­ro­päi­schen Uni­on ver­stän­digt. Zu­nächst soll es um die Rech­te von EU-Bür­gern in Groß­bri­tan­ni­en und von Bri­ten in der EU ge­hen, wie EU-Un­ter­händ­ler Mi­chel Bar­nier am Mon­tag in Brüs­sel sag­te. Künf­tig soll in je­dem Mo­nat ei­ne Ver­hand­lungs­wo­che ge­ben, sag­te Bar­nier.

Lan­ge hat er rech­nen las­sen. am Mon­tag stell­te SPDKanz­ler­kan­di­dat Mar­tin Schulz sein Steu­er­kon­zept vor. Die gro­be Rich­tung war schon vor­her klar. Un­te­re und mitt­le­re Ein­kom­men sol­len ent­las­tet, Spit­zen­ver­die­ner da­ge­gen stär­ker zur Kas­se ge­be­ten wer­den. Span­nend war die Fra­ge, wie Schulz die Ent­las­tung or­ga­ni­sie­ren will und ab wel­chem Ein­kom­men man in sei­nen Au­gen als Top­ver­die­ner gilt. Bis­lang hat­te sich der SPD-Chef in die­sen Fra­gen be­deckt ge­hal­ten, nun gibt es Ant­wor­ten. Die wich­tigs­ten Punk­te im Über­blick: Der So­li­da­ri­täts­zu­schlag soll weg­fal­len, für un­te­re und mitt­le­re Ein­kom­men ab 2020, spä­ter für al­le. Un­ver­hei­ra­te­te dürf­ten nach dem Wil­len der SPD künf­tig bis zu 52 000 Eu­ro im Jahr ver­die­nen, oh­ne dass sie den So­li be­zah­len müss­ten. Für Ver­hei­ra­te­te wür­de die Frei­gren­ze bei 104 000 Eu­ro lie­gen. Bei die­ser wie bei al­len Zah­len geht es nicht um den Brut­to­lohn, son­dern um das „zu ver­steu­ern­de Ein­kom­men“, das meis­tens deut­lich nied­ri­ger liegt (sie­he Kas­ten). Am Ver­lauf des Steu­er­ta­rifs will die SPD ver­gleichs­wei­se mo­de­ra­te Än­de­run­gen vor­neh­men. Bis­lang wird der Spit­zen­steu­er­satz von 42 Pro­zent bei Le­di­gen schon ab ei­nem Jah­res­ein­kom­men von 54 000 Eu­ro fäl­lig. Künf­tig soll der Steu­er­satz von 42 Pro­zent erst ab ei­nem Jah­res­ein­kom­men von 60 000 Eu­ro gel­ten, was ei­nem Brut­to­lohn von et­wa 70 500 Eu­ro brut­to ent­spricht. Fi­nan­zie­ren will die SPD die­se Ent­las­tung, in­dem sie den Spit­zen­steu­er­satz auf 45 Pro­zehnt an­hebt. Die­se „neue“Spit­zen­steu­er soll dann ab ei­nem zu ver­steu­ern­den Ein­kom­men von 76 200 Eu­ro (et­wa 87 000 Eu­ro brut­to) gel­ten. Au­ßer­dem stel­len die So­zi­al­de­mo­kra­ten bei gu­ter Wirt­schafts­la­ge ei­ne re­gel­mä­ßi­ge An­pas­sung der Gr­und­frei­be­trä­ge in Aus­sicht. Die Rei­chen­steu­er soll mit dem Spit­zen­steu­er­satz stei­gen. Sie lä­ge dann bei 48 Pro­zent. Die Gren­ze, ab der sie fäl­lig wird, will die SPD ge­setz­lich bei ei­nem zu ver­steu­ern­den Ein­kom­men von 250 000 Eu­ro fi­xie­ren. Um Ka­pi­tal und Ar­beit gleich zu be­steu­ern, will die SPD die Ab­gel­tungs­steu­er er­satz­los strei­chen. Für Fa­mi­li­en will die SPD künf­tig ei­nen ganz ei­ge­nen Steu­er­ta­rif ein­füh­ren, der der Tat­sa­che Rech­nung trägt, dass im­mer we­ni­ger Kin­der in klas­si­schen Va­ter-Mut­ter-Kind-Fa­mi­li­en auf­wach­sen. Je­dem El­tern­teil will die SPD künf­tig ei­nen Kin­der­bo­nus in Hö­he von 150 Eu­ro als Ab­zug von der Steu­er­last ge­wäh­ren. Wer ver­hei­ra­tet ist, soll die Mög­lich­keit ha­ben, bis zu 20 000 Eu­ro auf den Eher­part­ner zu über­tra­gen und so wei­ter vom Split­ting-Vor­teil zu pro­fi­tie­ren. Für be­reits ge­schlos­se­ne Ehen soll Be­stands­schutz gel­ten, al­ler­dings sol­len Ehe­leu­te die Mög­lich­keit ha­ben, frei­wil­lig in den Fa­mi­li­en­ta­rif mit Kin­der­bo­nus zu wech­seln. Nied­rig­ver­die­ner, die kei­ne Steu­ern be­zah­len, will die SPD bei den Lohn­ne­ben­kos­ten ent­las­ten. Wer zwi­schen 451 und 1300 Eu­ro brut­to im Mo­nat ver­dient, soll von ei­ner Bei­trags­ent­las­tung bei den So­zi­al­ver­si­che­run­gen pro­fi­tie­ren, trotz­dem aber die vol­len An­sprü­che bei Ren­te, Ge­sund­heit und Pfle­ge er­wer­ben kön­nen. Den So­zi­al­ver­si­che­run­gen sol­len die feh­len­den Bei­trags­mit­tel aus dem Bun­des­haus­halt er­stat­tet wer­den.

FO­TO: DPA

Die Mit­tel­schicht im Blick: SPD-Chef Schulz am Mon­tag bei der Vor­stel­lung sei­nes Steu­er­kon­zep­tes.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.