CDU will mit mehr Po­li­zei und mehr Un­ter­richt zum Wahl­sieg

Spit­zen­kan­di­dat Bernd Al­t­hus­mann stellt Re­gie­rungs­pro­gramm vor – Mit­glie­der sol­len dis­ku­tie­ren

Peiner Allgemeine Zeitung - - Niedersachsen - VON HEI­KO RANDERMANN

208 Ta­ge sind es noch bis zur Land­tags­wahl – viel Zeit für den Wäh­ler, um sich mit dem Re­gie­rungs­pro­gramm der CDU zu be­schäf­ti­gen. Ges­tern leg­te Lan­des­par­tei­chef Bernd Al­t­hus­mann den Ent­wurf des Lan­des­vor­stands vor, der im Herbst von ei­nem Par­tei­tag ab­schlie­ßend be­ra­ten und be­schlos­sen wer­den soll.

Schwer­punk­te auf den 99 Sei­ten sind die The­men Si­cher­heit und Bil­dung. „Nie­der­sach­sen nach vor­ne brin­gen“ist das Pro­gramm über­schrie­ben, das klar den An­spruch er­hebt, die „In­te­rims­re­gie­rung“(Al­t­hus­mann über Rot-Grün) ab­zu­lö­sen und wie­der selbst zu ge­stal­ten.

„Sie wer­den nir­gend­wo die For­mu­lie­rung ,wir prü­fen’ oder ,man soll­te’ fin­den“, ver­spricht der CDU-Spit­zen­kan­di­dat. Es ge­he dar­um, zu ge­stal­ten, „al­so zu ma­chen“.

Was die CDU ma­chen will, ist auf den 4390 Zei­len des Ent­wurfs teil­wei­se sehr de­tail­liert dar­ge­legt. So will die Par­tei die öf­fent­li­che Si­cher­heit in Nie­der­sach­sen stär­ken. „Al­le Nie­der­sach­sen kön­nen er­war­ten, dass sie zu je­dem Zeit­punkt si­cher sind – zu Hau­se, auf der Stra­ße, auf Ver­an­stal­tun­gen und im In­ter­net“, so Al­t­hus­mann. Da­für soll et­wa die Zahl der Po­li­zis­ten in der nächs­ten Le­gis­la­tur­pe­ri­ode um 3000 auf 22 000 auf­ge­stockt wer­den. Au­ßer­dem sol­len Be­am­te mehr Be­fug­nis­se für die Vi­deo­über­wa­chung in­klu­si­ve Ge­sichts­er­ken­nung be­kom­men, die Zahl der Spe­zi­al­ein­satz­kom­man­dos in Nie­der­sach­sen soll er­höht und al­le Po­li­zei­di­rek­tio­nen mit Ge­weh­ren und ge­pan­zer­ten Fahr­zeu­gen aus­ge­stat­tet wer­den, um bei Ter­ror­an­schlä­gen ge­wapp­net zu sein.

Zu­dem soll die Ar­beit von Ver­fas­sungs­schutz, Staats­schutz und rest­li­cher Po­li­zei bes­ser ver­zahnt wer­den. Ne­ben ei­nem Kom­pe­tenz­zen­trum ge­gen Ter­ro­ris­mus soll auch ein Kom­pe­tenz­zen­trum ge­gen Cy­ber­at­ta­cken ein­ge­rich­tet wer­den. Die Is­la­mis­musprä­ven­ti­on soll aus­ge­baut wer­den. Da­für will Al­t­hus­mann das Ge­spräch mit Mo­schee­ver­bän­den su­chen, um „Si­cher­heits­part­ner­schaf­ten zur Prä­ven­ti­on und Dera­di­ka­li­sie­rung“zu schlie­ßen.

Ei­nem neu­en An­lauf zu ei­nem Lan­des­ver­trag mit den mus­li­mi­schen Ver­bän­den, der in die­ser Le­gis­la­tur­pe­ri­ode ge­schei­tert war, gibt Al­t­hus­mann nur ei­ne ge­rin­ge Chan­ce. „Wir sind ge­sprächs­be­reit“, sag­te er. Aber ein Ein­fluss aus­län­di­scher Re­gie­run­gen, wie beim tür­ki­schen Re­li­gi­ons­ver­band Di­tib, sei mit ei­nem sol­chen Lan­des­ver­trag nicht ver­ein­bar. An­ders ver­hal­te sich das et­wa bei der Ge­mein­schaft der Ale­vi­ten: „Der Ver­trag wä­re aus Sicht der CDU un­ter­schrifts­reif.“

Im Be­reich Bil­dung be­kräf­ti­ge der CDU-Spit­zen­kan­di­dat sein Ziel, in­ner­halb ei­nes Jah­res ei­ne Un­ter­richts­ver­sor­gung von 102 Pro­zent über al­le Schul­for­men zu er­rei­chen und da­mit mehr Leh­rer­stun­den pro Schu­le zu ha­ben, als auf dem Pa­pier nö­tig sind, um Aus­fäl­le auf­fan­gen zu kön­nen. Da­für sol­len die Leh­rer mehr Un­ter­richt er­tei­len und an­de­re Auf­ga­ben ab­ge­ben.

Nach Kri­tik an sei­nen Plä­nen sah sich der Ex-Kul­tus­mi­nis­ter ges­tern ge­zwun­gen zu er­klä­ren, was er da­mit nicht mein­te: „Es wird kei­ne Er­hö­hung der Un­ter­richts­ver­pflich­tung ge­ben.“Zu­dem will die CDU al­le Kin­der­gar­ten­jah­re bei­trags­frei für El­tern ma­chen, die Breit­band­ver­sor­gung in Nie­der­sach­sen auf ein Gi­ga­bit pro Se­kun­de Über­tra­gungs­ge­schwin­dig­keit aus­bau­en und die Meis­ter­aus­bil­dung kos­ten­frei ma­chen. Der Pro­gramm­ent­wurf wird jetzt von den CDU-Mit­glie­dern dis­ku­tiert. Am 4. No­vem­ber wird das Pro­gramm vom Par­tei­tag in Cel­le be­schlos­sen.

Wir er­he­ben den An­spruch, die In­te­rims­re­gie­rung ab­zu­lö­sen. Bernd Al­t­hus­mann, CDU-Spit­zen­kan­di­dat für die Land­tags­wahl im Ja­nu­ar 2018, über Rot-Grün

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