Dämp­fer für Por­sche-Klä­ger

Ge­richt zwei­felt an Vor­wür­fen – An­wäl­te stel­len Be­fan­gen­heits­an­trag

Peiner Allgemeine Zeitung - - Börsen & Märkte - VON THO­MAS STRÜN­KELN­BERG UND CHRIS­TI­AN WÖL­BERT

Im Streit um die Fol­gen der VW-Über­nah­me durch Por­sche 2008 müs­sen die kla­gen­den Ak­tio­nä­re ei­nen Dämp­fer hin­neh­men. Um­strit­te­ne Pres­se­mit­tei­lun­gen der Por­sche-Hol­ding sei­en nach vor­läu­fi­ger Be­wer­tung „nicht grob falsch“ge­we­sen, sag­te der Vor­sit­zen­de Rich­ter am Ober­lan­des­ge­richt Cel­le, Mat­thi­as Wie­se, zum Auf­takt der Ver­hand­lung. Das wich­ti­ge Mus­ter­ver­fah­ren fin­det aus Platz­grün­den in Han­no­ver statt in Cel­le statt.

Wie­se sag­te, dass an Pres­se­mit­tei­lun­gen nicht der­sel­be Maß­stab an­ge­legt wer­de wie an ka­pi­tal­markt­recht­li­che Ad­hoc-Mel­dun­gen. Er äu­ßer­te auch Zwei­fel an Vor­wür­fen der Klä­ger ge­gen VW.

Ak­tio­närs­ver­tre­ter wer­fen Por­sche und VW vor, die Öf­fent­lich­keit da­mals im Über­nah­me­kampf be­wusst falsch in­for­miert zu ha­ben. Die US­Fonds hät­ten sich des­halb ver­spe­ku­liert und Mil­li­ar­den ver­lo­ren, die sie nun zu­rück­for­dern (Az.: 13 Kap 1/16). Meh­re­re Kla­gen wur­den be­reits ab­ge­wie­sen, das ak­tu­el­le Ver­fah­ren wird im Ge­gen­satz zu frü­he­ren aber vor ei­nem Kar­tell­se­nat ge­führt. Am En­de des Mus­ter­ver­fah­rens sol­len Fest­le­gun­gen für Dut­zen­de an­de­re Ge­richts­ver­fah­ren ge­trof­fen wer­den, in de­nen die ein­zel­nen An­le­ger ge­gen die Au­to­kon­zer­ne kla­gen.

An­wäl­te der Klä­ger stell­ten ei­nen Be­fan­gen­heits­an­trag ge­gen die Rich­ter. Es ge­be „be­rech­tig­te Zwei­fel an der Un­par­tei­lich­keit und Un­ab­hän­gig­keit“. Wie­se ha­be er­ken­nen las­sen, dass er Hed­ge­fonds nicht für schutz­wür­dig hal­te. Über den An­trag ent­schei­det ein an­de­rer Se­nat des Ge­richts. Klä­ger­an­walt And- reas Tilp warf den Rich­tern „er­kenn­ba­re Män­gel im Ka­pi­tal­markt­recht“vor. Er sei über­zeugt , dass der Bun­des­ge­richts­hof (BGH) zu an­de­ren Er­geb­nis­sen kom­men wer­de.

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