Ea­sy­jet über­nimmt den Rest von Air Ber­lin

„Al­les ver­kauft“: Bil­lig­flie­ger soll Luft­han­sa Kon­kur­renz ma­chen

Peiner Allgemeine Zeitung - - Wirtschaft - VON STE­FA­NIE KOL­LER

Air Ber­lin ist Ge­schich­te. Die in­sol­ven­te Flug­ge­sell­schaft hat den Be­trieb ein­ge­stellt und nun auch für ver­blie­be­ne Un­ter­neh­mens­tei­le ei­nen Käu­fer ge­fun­den. Der bri­ti­sche Bil­lig­flie­ger Ea­sy­jet will 25 Flug­zeu­ge vom Typ A320 über­neh­men. Für de­ren Be­trieb sol­len bis zu 1000 Pi­lo­ten und Flug­be­glei­tern Stel­len an­ge­bo­ten wer­den. „Al­le Un­ter­neh­mens­tei­le der Air Ber­lin sind jetzt ver­kauft“, teil­te der Ge­ne­ral­be­voll­mäch­tig­te im In­sol­venz­ver­fah­ren, Frank Ke­be­kus, am Wo­che­n­en­de mit.

Zu­vor hat­te be­reits die Luft­han­sa den größ­ten Teil der Ma­schi­nen über­nom­men. Die­ses Ge­schäft dürf­te bei den Kar­tell­be­hör­den nun leich­ter durch­ge­hen, wenn gleich­zei­tig der Kon­kur­rent Ea­sy­jet ge­stärkt wird. Luft­han­sa-Chef Cars­ten Sp­ohr wies am Wo­che­n­en­de er­neut Ver­mu­tun­gen zu­rück, dass Flie­gen nach dem Aus­fall des Kon­kur­ren­ten Air Ber­lin teu­rer wer­de. „Ich kann ver­ste­hen, dass sich die Men­schen in Deutsch­land nun fra­gen, ob die Prei­se stei­gen“, sag­te Sp­ohr der „Bild am Sonn­tag“. „Fakt ist, dass Flie­gen nie güns­ti­ger war als heu­te. Und die­ser lang­jäh­ri­ge Trend wird sich si­cher nicht um­keh­ren.“Air-Ber­lin-Chef Tho­mas Win­kel­mann be­ton­te, dass auch der Deal mit Ea­sy­jet Vor­tei­le ha­be: „Das ist gut für den Luft­ver­kehrs­stand­ort Deutsch­land, da Wett­be­werb und at­trak­ti­ve An­ge­bo­te er­hal­ten blei­ben.“

Ea­sy­jet, die bis­her nur in Schö­ne­feld ak­tiv ist, kauft für 40 Mil­lio­nen Eu­ro Tei­le des Flug­be­triebs in Te­gel. Die 25 Ma­schi­nen wer­den ge­least. Von Te­gel aus will Ea­sy­jet Flü­ge in­ner­halb Deutsch­lands und zu wei­te­ren Zie­len in Eu­ro­pa an­bie­ten. Über den Win­ter sol­le zu­nächst ein ab­ge­speck­ter Flug­plan gel­ten.

Die neu­en Mit­ar­bei­ter wür­den in den kom­men­den Mo­na­ten ein­ge­stellt, Ta­rif­ver­trä­ge wur­den mit der Ge­werk­schaft Ver­di aus­ge­han­delt. Ver­di-Vor­stand Chris­ti­ne Beh­le er­klär­te, für die Be­schäf­tig­ten sol­le es kei­ne ma­te­ri­el­len Ein­bu­ßen ge­ben. „Das gibt sehr vie­len Be­schäf­tig­ten von Air Ber­lin ei­ne re­el­le Chan­ce und be­ruf­li­che Si­cher­heit für die Zu­kunft.“

Die letz­te Ma­schi­ne der Air Ber­lin war am Frei­tag um 23.45 Uhr aus Mün­chen kom­mend auf dem Flug­ha­fen Ber­lin-Te­gel ge­lan­det. Hun­der­te Kol­le­gen und Flug­ha­fen-Mit­ar­bei­ter emp­fin­gen sie.

Auf die Luft­han­sa kom­me die „Mam­mut­auf­ga­be ei­ner so nie da ge­we­se­nen In­te­gra­ti­on“zu, sag­te Sp­ohr. 81 Flug­zeu­ge und 3000 Mit­ar­bei­ter will er über­neh­men, die bei Eu­ro­wings flie­gen sol­len. „Es müs­sen Flug­zeu­ge über­tra­gen wer­den, Ver­hand­lun­gen mit den Lea­sing­ge­sell­schaf­ten ste­hen an, für das Um­la­ckie­ren der Flug­zeu­ge müs­sen Ka­pa­zi­tä­ten ge­bucht wer­den, und wir brau­chen vie­le Tau­send Schu­lungs- und Trai­nings­ein­hei­ten für die neu­en Mit­ar­bei­ter.“

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