Tra­di­ti­on des Mar­ti­ni-Es­sens

Peiner Allgemeine Zeitung - - PEINE -

Zur Tra­di­ti­on des Mar­ti­ni-Es­sens sagt Bür­ger­schaf­fer Tho­mas Weit­ling: „Die Ver­an­stal­tung geht auf das die Tra­di­ti­on be­grün­den­de Es­sen von 1727 zu­rück, das als Ver­söh­nungs­mahl zu ver­ste­hen ist. Es mar­kiert aber zu­gleich das Auf­kom­men de­mo­kra­ti­scher Ele­men­te in der kom­mu­na­len Po­li­tik.“

1727 kam es zum of­fe­nen Streit über die Per­son des da­ma­li­gen Bür­ger­meis­ters Mar­tin Mat­thi­as Hübe­ner, der sich wie ein Dik­ta­tor auf­ge­spielt ha­ben soll. Schließ­lich wur­de er ge­stürzt. Man schrieb den 13. Ja­nu­ar 1727, als der vor­und nach­sit­zen­de Rat, die Acht­män­ner und die Bür­ger sich auf dem Markt­platz zum so­ge­nann­ten Wahl­bech­ter­ding ein­fan­den.

Auf der Ta­ges­ord­nung stand – da­mals ganz nor­mal – die Ab­lö­sung der ei­nen Rats­mann­schaft durch die an­de­re. Doch ge­nau dies woll­ten ei­ni­ge Kräf­te nicht voll­zie­hen, Auf­ruhr lag in der Luft.

Ei­ne Kom­mis­si­on aus Hil­des­heim eil­te her­bei und dräng­te die zer­strit­te­nen Blö­cke an den Ver­hand­lungs­tisch. Mit Er­folg: Die Dif­fe­ren­zen wur­den „gänz­lich und gründ­lich ab­ge­than und bey­ge­le­get“. Schluss­ab­satz des so­ge­nann­ten Stadt­re­zes­ses: „Die Gott und den Men­schen wohl­ge­fäl­li­ge Ru­he und Frie­de und Ei­nig­keit (sind) in der gu­ten Stadt Pei­ne wie­der­her­ge­stellt.“

Das Mar­ti­ni-Es­sen 1727 konn­te in Frie­den be­gan­gen wer­den. „Wer es heu­te ein­nimmt, soll­te es als Ver­an­stal­tung se­hen, die die Fä­hig­keit fei­ert, Strei­tig­kei­ten mit küh­lem Kopf zu be­he­ben und mit Kom­pro­miss­be­reits chaft das Wohl der ,gu­ten Stadt’ zu be­för­dern“, so Weit­ling.

Die Ver­an­stal­tung geht auf das die Tra­di­ti­on be­grün­den­de Es­sen von 1727 zu­rück.

Tho­mas Weit­ling

Pei­ner Bür­ger­schaf­fer

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.