Be­son­ne­ner Eu­ro­pa-Fan

Pforzheimer Kurier - - POLITIK -

Er ist ein Mi­gran­ten-Kind. Als Sohn ei­ner Fa­mi­lie mit est­ni­schen und rus­si­schen Wur­zeln, die im Zwei­ten Welt­krieg vor den Rus­sen ins Deut­sche Reich flüch­te­te, wuchs Alex­an­der Van der Bel­len in Wi­en und Ti­rol auf. In Ös­ter­reich mach­te der Mann, der sehr be­däch­tig spricht und sehr be­son­nen wirkt, Kar­rie­re als Wirt­schafts­wis­sen­schaft­ler an der Uni­ver­si­tät Inns­bruck.

Der zwei­fa­che Va­ter ent­schied sich erst spät für ei­ne Lauf­bahn in der Po­li­tik. Die Be­set­zung der Hain­bur­ger Au von lin­ken Ak­ti­vis­ten, die ein Was­ser­kraft­werk an der Do­nau ver­hin­dern woll­ten, wur­de 1984 zum po­li­ti­schen Wen­de­punkt für Van der Bel­len. Zu dem Zeit­punkt noch Mit­glied der So­zi­al­de­mo­kra­ten, ent­schied er sich, zu den Grü­nen zu wech­seln. 1994 zog er schließ­lich ins Par­la­ment ein und wur­de bald da­nach für elf Jah­re Par­tei­chef. Er schaff­te es, die zer­ris­se­nen Grü­nen zu ei­nen und zu ers­ten Er­fol­gen zu füh­ren. Zur Bun­des­prä­si­den­ten­wahl tritt der 72-Jäh­ri­ge als Un­ab­hän­gi­ger an, wird aber von den Grü­nen un­ter­stützt. Van der Bel­len ist glü­hen­der An­hän­ger ei­nes mul­ti­kul­tu­rel­len, to­le­ran­ten Eu­ro­pas. Sei­ne Bot­schaft kommt vor al­lem in gro­ßen Städ­ten an, auf dem Land ist er eher un­be­liebt. Da­her ver­such­te er zu­letzt, volks­tüm­li­cher zu er­schei­nen und hat sich ein neu­es Trach­tenSak­ko ge­kauft. Mat­thi­as Rö­der

... doch sein Ri­va­le Alex­an­der Van der Bel­len will das ver­hin­dern.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.