Hött­ges for­dert „Na­to für das In­ter­net“

Te­le­kom-Chef will Auf­rüs­tung ge­gen Cy­ber­an­grif­fe

Pforzheimer Kurier - - WIRTSCHAFT -

Berlin (dpa). Nach der Cy­ber-Atta­cke auf Rou­ter der Deut­schen Te­le­kom hat Fir­men­chef Ti­mo­theus Hött­ges zur „Auf­rüs­tung“für mehr Si­cher­heit auf­ge­ru­fen. Je­der ein­zel­ne müs­se auf­rüs­ten. „Wir brau­chen zu­dem so et­was wie die Na­to für das In­ter­net“, sag­te Hött­ges auf ei­nem Fach­kon­gress des Un­ter­neh­mens zum The­ma Cy­ber-Si­cher­heit in Frankfurt. Be­son­ders wich­tig sei bei sol­chen An­grif­fen, dass die be­trof­fe­nen Un­ter­neh­men über ih­re Si­cher­heits­stan­dards und die er­folg­ten An­grif­fe „trans­pa­rent in­for­mie­ren“. Nur der Aus­tausch ma­che den Schutz mög­lich.

Am Wo­che­n­en­de hat­ten sich An­grei­fer Zu­gang zu rund 900 000 In­ter­ne­tRou­tern der Deut­schen Te­le­kom ver­schafft und die­se weit­ge­hend lahm­ge­legt. Au­ßer­dem müss­ten sol­che An­grif­fe ge­äch­tet wer­den wie zum Bei­spiel Land­mi­nen, sag­te Hött­ges. „Wir ha­ben noch Glück im Un­glück“, räum­te der Te­le­kom-Chef ein. Den An­grei­fern war es nicht ge­lun­gen, die Rou­ter zu ka­pern, ei­nen ein­fa­chen Neu­start hat­te die Schad­soft­ware nicht über­lebt.

Die Te­le­kom wer­de al­les dar­an set­zen, die Lü­cken so schnell wie mög­lich zu schlie­ßen. Aus­drück­lich lob­te Hött­ges die Re­ak­ti­ons­schnel­lig­keit des Un­ter­neh­mens. „Wir ha­ben in den letz­ten drei Ta­gen ei­nen groß­ar­ti­gen Job ge­macht.“ Für die Te­le­kom ste­he die In­ter­net-Si­cher­heit ganz oben auf der Agen­da, doch hun­dert­pro­zen­ti­ge Si­cher­heit wer­de es im Netz auch künf­tig nicht ge­ben. Ge­mein­sa­mes Han­deln sei je­doch ge­fragt. „Das war ein Ver­such, ei­ne Ar­mee von Rou­tern zu­sam­men­zu­stel­len und dann ei­nen ge­mein­sa­men An­griff zu star­ten. War­um ma­chen wir das nicht ge­nau­so?“

Von der Cy­ber-Atta­cke wa­ren von der Te­le­kom ver­trie­be­ne Rou­ter der Mar­ke „Speed­port“be­trof­fen. Nut­zer konn­ten nicht mehr ins Netz, bei vie­len funk­tio­nier­ten auch das Te­le­fon und der TV-Emp­fang nicht mehr. Aus der Po­li­tik wur­den For­de­run­gen nach mehr Zu­sam­men­ar­beit in Si­cher­heits­fra­gen lau­ter. Der nord­rhein-west­fä­li­sche In­nen­mi­nis­ter Ralf Jä­ger (SPD) plä­dier­te et­wa für ei­ne en­ge­re Ko­ope­ra­ti­on von Bund und Län­dern. „Wir müs­sen uns schlicht­weg an ei­nen Tisch set­zen, Er­kennt­nis­se und In­for­ma­tio­nen aus­tau­schen, dann wer­den wir auch bes­ser wer­den“, sag­te Jä­ger dem RBB-In­fo­ra­dio. Es müs­se ver­hin­dert wer­den, dass Ha­cker an kri­ti­sche In­fra­struk­tu­ren wie et­wa die Strom­ver­sor­gung ge­lang­ten. Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) hat­te sich am Di­ens­tag be­reits für ei­ne en­ge­re Zu­sam­men­ar­beit mit Un­ter­neh­men aus­ge­spro­chen (die BNN be­rich­te­ten).

SI­CHER­HEIT strebt Ti­mo­theus Hött­ges an. Foto: dpa

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