Hoff­nung für Klein­an­le­ger

Pforzheimer Kurier - - WIRTSCHAFT -

Frankfurt/Main (dpa). Mehr als 16 Jah­re nach dem drit­ten Bör­sen­gang der Te­le­kom sind ent­täusch­te Klein­an­le­ger ei­nem Scha­den­er­satz ei­nen ent­schei­den­den Schritt nä­her­ge­kom­men. Das Ober­lan­des­ge­richt (OLG) Frankfurt ent­schied nun in ei­nem Mus­ter­ver­fah­ren (Az. 23 Kap 1/06), dass das Un­ter­neh­men ei­nen schwer­wie­gen­den Feh­ler im da­ma­li­gen Ver­kaufs­pro­spekt ver­schul­det hat. Die mehr als 16 000 Klä­ger müs­sen sich aber bis zu ei­nem Scha­den­er­satz

Ge­richt wirft Te­le­kom schwer­wie­gen­den Feh­ler vor

wei­ter ge­dul­den. Zu­nächst steht der Te­le­kom der er­neu­te Gang zum Bun­des­ge­richts­hof in Karlsruhe of­fen, was nach den Wor­ten ih­res An­walts in den kom­men­den Ta­gen ge­prüft wird.

Das OLG ent­schied aber dar­über hin­aus, dass nur in je­dem Ein­zel­fall ge­klärt wer­den kön­ne, ob der je­wei­li­ge An­le­ger bei sei­ner Kauf­ent­schei­dung den Bör­sen­pro­spekt über­haupt be­rück­sich­tigt hat­te. Wä­re dies nicht der Fall, könn­te er sich auch nicht auf den Feh­ler be­ru­fen. Die bis­lang mit den Ak­ti­en ein­ge­nom­me­nen Di­vi­den­den müss­ten zu­dem auf den Scha­den an­ge­rech­net wer­den, so das Ge­richt. An­de­rer­seits ste­hen den An­le­gern für ih­re Ka­pi­tal­ver­lus­te die ge­setz­li­chen Ver­zugs­zin­sen zu, er­läu­ter­te das Ge­richt. Nach Be­rech­nun­gen der An­walts­kanz­lei Tilp könn­ten so aus der Aus­gangs-Scha­den­sum­me von 80 Mil­lio­nen be­reits 200 Mil­lio­nen Eu­ro ge­wor­den sein. Da­bei ha­be man aber nicht die Di­vi­den­den ab­ge­zo­gen, sag­te Klä­ger­an­walt Andre­as Tilp. „Die Deut­sche Te­le­kom muss ih­re Nie­der­la­ge ein­se­hen und end­lich zah­len.“

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