Die Ar­tis­ten auf Au­gen­hö­he

Cra­zy-Pa­lace-Din­ner­show be­geis­tert die Gäs­te

Pforzheimer Kurier - - KARLSRUHE - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Theo Wes­ter­mann

„Chan­tall“, so ihr Künst­ler­na­me, hat nicht nur ei­ne gro­ße Klap­pe und den Dia­lekt ei­ner Ber­li­ner Stra­ßen­gö­re, son­dern kann auch als Ar­tis­tin was. Das zeigt die Mo­de­ra­to­rin der „Cra­zy-Pa­lace-Din­ner­show Mal An­ders“ste­hend auf zwei Stahl­stif­ten, wenn sie ih­ren Kör­per ganz nach hin­ten ver­biegt und ei­nem un­ter ihr lie­gen­dem Mann mit dem Mund die Zi­ga­ret­te aus des­sen Mund nimmt. Nicht zu über­se­hen ist, dass sie da­bei auch noch auf Schu­hen mit mör­de­ri­schen Ab­sät­zen steht. Die wei­te­ren Zu­ta­ten stim­men, et­wa das haut­enge Kleid, in das sie ein­ge­näht er­scheint. Und es ist dar­auf hin­zu­wei­sen, dass der Mann, der un­ter ihr mit der Zi­ga­ret­te liegt, ein Gast aus dem Pu­bli­kum ist. Des­sen Be­glei­te­rin­nen, al­le­samt Gäs­te der Show, krei­schen vor Be­geis­te­rung an ih­rem Tisch, den an­de­ren Be­su­chern ge­fällt es eben­so.

Dass ein Gast von Chan­tall ein biss­chen durch den Ka­kao ge­zo­gen wird – al­ler­dings oh­ne dass es zo­tig wird – er­war­ten die Be­su­cher und Be­su­che­rin­nen im kom­plett ge­füll­ten Va­rie­té­zelt ge­ra­de­zu. Cra­zy Pa­lace am Mess­platz ist in­zwi­schen ei­ne Haus­num­mer im vor­weih­nacht­li­chen und weih­nacht­li­chen Amü­sier­tru­bel in Karlsruhe. Die Ge­le­gen­hei­ten in der Fä­cher­stadt, sich ge­sell­schaft­lich zu tref­fen, sind so­wie­so nicht mehr über­reich ge­sät und da er­füllt die von Rolf Balsch­bach und Gün­ther Lieb­herr auf die Bei­ne ge­stell­te Show, die von den BNN als Me­di­en­part­ner be­glei­tet wird, al­le Er­war­tun­gen. Es ist die Mi­schung aus Ero­tik und Fri­vo­li­tät, Ar­tis­tik auf ho­hem Ni­veau in ei­nem fast in­tim wir­ken­den Zelt und schließ­lich Star­koch Sö­ren An­ders. Er ist mit an Bord, von ihm stammt das ex­qui­si­te Vier-Gän­geMe­nü. Al­les hat­te ir­gend­wie die ver­gan­ge­nen drei Spiel­zei­ten Ge­le­gen­heit zu rei­fen. Da pas­sen die Über­gän­ge zwi­schen ar­tis­ti­schen Num­mern und Mo­de­ra­ti­on naht­los, ge­nau­so die Über­gän­ge zum Es­sen, das der Ser­vice in durch­aus be­ein­dru­cken­der Ge­schwin­dig­keit den rund 250 Be­su­chern im aus­ge­buch­ten Zelt ser­viert.

Ar­tis­tisch blei­ben kei­ne Wün­sche of­fen. Das klei­ne Zelt ge­reicht nicht zum Nach­teil, im Ge­gen­teil: Man hat als Zu­schau­er Ar­tis­ten, Mu­si­ker und Co­me­di­ans so­zu­sa­gen auf Au­gen­hö­he und ist haut­nah da­bei. Um nur mal ei­nen Aus­schnitt zu nen­nen: Dies be­deu­tet, dass der Mos­kau­er Rhön­ra­dar­tist Kon­stan­tin Mou­ra­viev sei­ne Kunst­stü­cke im­mer scharf vor den Ti­schen der Be­su­cher ab­bremst, dass die Bri­tin Emi­ly Linch im dia­mant­be­setz­ten Ne­g­li­gé am Kron­leuch­ter über den Köp­fen der Gäs­te hängt. Auch dem Duo Mi­nasov, das im Se­kun­den­takt die Klei­der wech­selt, blickt man di­rekt auf die Gar­de­ro­be und trotz­dem er­kennt man nicht, wie das funk­tio­niert. Die chi­ne­si­sche Ar­tis­tin Yang Huang be­geis­tert am so­ge­nann­ten „Schlapp­seil“, ei­nem durch­hän­gen­den Stahl­seil. Hin­zu kommt, dass die Re­vue­tän­ze­rin­nen von Cra­zy Pa­lace durch die Rei­hen der Gäs­te schwe­ben, tan­zen oder schrei­ten, sprich egal auf wel­chem Platz man sitzt, im­mer ist man mit­ten­drin.

AM KRON­LEUCH­TER hängt die Ar­tis­tin Emi­ly Linch und führt über den Köp­fen der Zu­schau­er Kunst­stü­cke vor. Im Va­rie­té­pa­last auf dem Karls­ru­her Mess­platz ge­hört sie zu ei­ner der At­trak­tio­nen. Fotos: Gustai Pi­xel­schön

MIT DEM RHÖNRAD be­geis­tert Kon­stan­tin Mou­ra­viev die Gäs­te der Din­ner­show.

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