Gif­ti­ger Mo­de­schmuck

Bun­des­amt für Ver­brau­cher­schutz stellt Be­richt vor

Pforzheimer Kurier - - BLICK IN DIE WELT - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Bern­hard Jun­gin­ger

Berlin. Frau­en, die bil­li­gen Mo­de­schmuck tra­gen, könn­ten da­für teu­er be­zah­len – mit ih­rer Ge­sund­heit. Denn die glit­zern­den Hals­ket­ten, Arm­bän­der und Ohr­rin­ge ent­hal­ten oft zu ho­he An­tei­le gif­ti­ger Schwer­me­tal­le wie Blei oder Cad­mi­um. Da­zu hat das Bun­des­amt für Ver­brau­cher­schutz und Le­bens­mit­tel­si­cher­heit (BVL) ges­tern in Berlin sei­nen Jah­res­be­richt vor­ge­legt.

Über die Haut auf­ge­nom­men, kann Blei das Ner­ven­sys­tem an­grei­fen und un­frucht­bar ma­chen, Cad­mi­um Nie­ren und Kno­chen schä­di­gen. In ei­nem Fall be­stand der Ver­schluss ei­ner Hals­ket­te aus rei­nem Blei. BVL-Prä­si­dent Hel­mut Tschier­sky ist alar­miert: „Die Her­stel­ler und Im­por­teu­re von Mo­de­schmuck müs­sen ein­deu­tig mehr tun, um Ge­sund­heits­ri­si­ken zu ver­mei­den.“Weil Mo­de­schmuck be­reits im Jahr zu­vor durch teils be­sorg­nis­er­re­gen­de Ni­ckel-Kon­zen­tra­tio­nen auf­ge­fal­len war, ha­ben die Kon­trol­leu­re in ganz Deutsch­land 262 Mo­de­schmuck-Pro­ben un­ter­sucht. Mit dem Er­geb­nis, dass zwölf Pro­zent zu viel Blei und zehn Pro­zent zu viel Cad­mi­um ent­hiel­ten. Die Grenz­wer­te wa­ren teils deut­lich über­schrit­ten. „Die Er­geb­nis­se zei­gen, dass bil­li­ger Mo­de­schmuck häu­fig pro­ble­ma­tisch ist. Soll­te ein Ring oder An­hän­ger gar ver­se­hent­lich ver­schluckt wer­den, sind so­gar töd­li­che Ver­gif­tun­gen mög­lich“, sag­te Tschier­sky in Berlin.

Alarm schlägt das BVL auch bei Wasch­mit­teln und Haus­halts­rei­ni­gern: Man­che ma­chen nicht nur sau­ber, son­dern ent­hal­ten über­mä­ßig vie­le Men­gen an Stof­fen, die All­er­gi­en her­vor­ru­fen kön­nen. Selbst vier Pro­zent der un­ter­such­ten Kos­me­tik­ar­ti­kel für Kin­der, et­wa Dusch­gel und Sham­poo, ent­hiel­ten die be­denk­li­chen Stof­fe. Auch bei Kü­chen­kräu­tern heißt es Vor­sicht: In zahl­rei­chen Pro­ben von Ros­ma­rin, Dill, Ore­ga­no oder Schnitt­lauch fan­den Le­bens­mit­tel­che­mi­ker Rück­stän­de von Pflan­zen­schutz­mit­teln und Alu­mi­ni­um.

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