Gold­stadt­gla­mour in der VIP-Lounge

Ju­bi­lä­ums­or­ga­ni­sa­to­ren set­zen auf Bot­schaf­ter mit Au­ßen- und Lang­zeit­wir­kung

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Edith Kopf NI­CO­LA THOST ge­hört heu­te zur Welt­spit­ze der Snow­board­sport­ler.

Der Prinz von Ba­den tut es, Cha­ritéPro­fes­so­rin Chris­ti­ne Heim ist da­bei und auch Udo Spreit­zen­barth ließ sich nicht lan­ge bit­ten: Pforz­heim hat Bot­schaf­ter ge­sucht für sein Ju­bi­lä­ums­jahr Gold­stadt 250 und „knapp 30 ha­ben spon­tan Ja ge­sagt“.

Noch mehr hät­ten es ge­tan, wenn sie ge­durft hät­ten. Aber da wa­ren „gro­ße Kon­zer­ne vor – vor al­lem ame­ri­ka­ni­sche“, er­zählt Ko­or­di­na­tor Ger­hard Baral wei­ter. Die­se lie­ßen sol­che Auf­trit­te nicht zu bei ih­rem Füh­rungs­per­so­nal.

Für die Ge­schlech­ter­bi­lanz in der Pforz­hei­mer Bot­schaf­ter­run­de ist dies schlecht. „Ich wür­de ger­ne, aber ich kann nicht“, ha­be das Fes­ti­val­team vor al­lem von Frau­en ge­hört. Fünf bis sechs Ab­sa­gen sei­en so zu­sam­men­ge­kom­men. Au­ßer­dem hät­ten zwei bis drei der rund 50 An­ge­schrie­be­nen gar nicht re­agiert und ei­ne Hand­voll Män­ner ha­be ab­ge­lehnt, „weil sie den Be­zug zur Stadt ver­lo­ren hat“.

Die Mehr­heit aber „hat sich ge­freut über das Pforz­hei­mer In­ter­es­se“an ih­rer Mit­ar­beit, so Baral. Ge­fragt wa­ren Leu­te, die ent­we­der von Pforz­heim aus in die Welt zo­gen und dort er­folg­reich wur­den oder um­ge­kehrt, wie Fraun­ho­fer-Chef Tho­mas Bau­er­hansl. Er tre­te lei­den­schaft­lich für Pforz­heim ein, ob­wohl er an­de­re Wur­zeln hat und in Stutt­gart ar­bei­tet.

Das Er­geb­nis reicht von Mu­sik wie Fools Gar­den Front­man Pe­ter Freu­den­ta­ler, der Kom­po­nist Pe­ter För­tig und Jazz­trom­pe­ter Se­bas­ti­an Stud­nitz­ky über Film wie DieKir­che-bleibt-Dor­fRe­gis­seu­rin Ul­ri­ke Gro­te bis hin zu Wirt­schaft. So ge­hö­ren Ro­bert Fried­mann aus der Kon­zern­füh­rung von Würth oder Por­scheBe­triebs­rat Uwe Hück zu der Run­de, die für die Ge­schich­te und die Be­deu­tung der Stadt wer­ben wol­len.

Ide­al wä­re es, wenn sie es dau­er­haft tä­ten. Baral will die Gold­stadt-Bot­schaf­ter des­halb in ein Netz­werk ein­bin­den, das „Nach­hal­tig­keit“bringt. Ein Baustein da­für ist, dass die neu­en Di­plo­ma­ten in Sa­chen Au­ßen­wir­kung al­le zur Er­öff­nungs­ga­la am 12. Mai ins Con­gres­sCen­trum ein­ge­la­den sind.

Für Gla­mour zum Gold­stadt­zau­ber sor­gen auch Bot­schaf­ter selbst. So la­de Ber­li­na­leChef Die­ter Kosslick zu­sam­men mit der über Zu­lie­fe­rer mit Pforz­heim eng ver­bun­de­nen Uh­ren­mar­ke Glas­hüt­te Ori­gi­nal beim Film­fes­ti­val im Fe­bru­ar in ei­ne Lounge ein. Eben­falls an ei­nem VIP-Be­reich wird in Istanbul ge­ar­bei­tet. Dort baue Kai Wink­ler ge­ra­de ein „Sechs-Ster­ne-Ho­tel“auf und wol­le Pforz­heim dar­in ei­ne Lounge an­bie­ten.

Brei­ten­wir­kung kann sich die Stadt Pforz­heim vom Sen­der SWR er­hof­fen. Laut Baral ist ge­plant, der Leu­te-Se­rie im ers­ten Ra­dio­pro­gramm durch In­ter­views mit den Gold­stadt-Bot­schaf­tern ei­nen Ju­bi­lä­ums­be­zug zu ge­ben. Ak­tiv zum Ju­bel­jahr in sei­ner Hei­mat­stadt trägt auch Ul­rich Dietz bei. Der Vor­stands­vor­sit­zen­de von GFT Tech­no­lo­gies in Stutt­gart spricht bei ei­nem Spon­so­ren-Bu­si­ness-Lunch über IT-Di­enst­leis­tun­gen für Ban­ken.

Ein Jahr Ar­beit steckt laut Baral in dem Bot­schaf­ter­pro­gramm. Schwie­rig sei ge­we­sen, die Leu­te über­haupt zu ent­de­cken. „Lis­ten gibt es nicht“– we­der in der Hoch­schu­le noch bei der Stadt­ver­wal­tung. „Un­ter so ei­nem Aspekt sam­melt man kei­ne Na­men.“Um­so mehr freue er sich, dass „die Kon­takt­auf­nah­me dann ein Selbst­läu­fer war“, sagt Baral. In der Sport­welt wirbt die in München le­ben­de Snow­board-Free-Ri­de­rin Ni­co­la Thost für Pforz­heims Gold­ge­schich­te, bei den Wis­sen­schaft­lern macht sich Fi­nanz­spe­zia­list Pro­fes­sor Ru­dolf Hi­ckel, der bis 2007 an der Uni­ver­si­tät Bre­men lehr­te, für die Stadt stark, wo er am Wirt­schafts­gym­na­si­um Abitur mach­te, und auch Gé­za von Habs­bur­gLoth­rin­gen will sei­ne Stim­me für Pforz­heim er­he­ben. Er kam durch sei­ne Lei­den­schaft für Karl Fa­ber­gé in die Gold­stadt, die auch als Zen­trum der Schmuck­her­stel­lung man­ches da­zu bei­trug, dass der Na­me des rus­si­schen Gold­schmieds wei­ter­ge­tra­gen wur­de.

DREI MIT GROS­SER STRAHL­KRAFT: Der Un­ter­neh­mer Ul­rich Dietz, Bi­ena­le-Chef Die­ter Kosslick – hier mit Me­ryl Streep und Al­ba Rohr­wa­cher (rechts) – und Wirt­schafts­wis­sen­schaft­ler Ru­dolf Hi­ckel (von links) wer­ben als Bot­schaf­ter fürs Gold­stadt­ju­bi­lä­um und idea­ler­wei­se auch dar­über hin­aus noch für die Stadt Pforz­heim. Fotos: dpa

UL­RI­KE GRO­TE glänzt un­ter an­de­rem als Re­gis­seu­rin für die Gold­stadt.

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