Zwei gro­ße Eu­ro­pä­er und Hol­ly­wood im Blick

Schmuck­mu­se­um will mit Mo­gul- und Film­schmuck glän­zen / 2019 Aus­stel­lun­gen zu Hum­boldt und Na­po­le­on

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Clau­dia Kraus

Auch in der Zeit nach dem 250 Jah­re Gold­stadt Ju­bi­lä­um sol­len im Schmuck­mu­se­um be­deu­ten­de Aus­stel­lun­gen ge­zeigt wer­den. Mu­se­ums­lei­te­rin Cor­ne­lie Holz­ach mach­te dem Kul­tur­aus­schuss ei­ne Prä­sen­ta­ti­on von al­tem Mo­gul­schmuck schmack­haft, die schon für 2015 ge­plant war, doch aus Zeit­grün­den ver­scho­ben wur­de. Es han­de­le sich um ei­ne „her­aus­ra­gen­de und de­li­ka­te“Pri­vat­samm­lung mit Spit­zen­stü­cken in­di­scher Gold­schmie­de- und St­ein­schmie­de­kunst aus der Zeit zwi­schen 16. und 18. Jahr­hun­dert, die noch nie in der Öf­fent­lich­keit ge­zeigt wur­de. Hin­zu kom­men Leih­ga­ben an­de­rer Mu­se­en welt­weit. We­gen ho­her Ver­si­che­rungs- und Trans­port­kos­ten so­wie ei­ner be­glei­ten­den Pu­bli­ka­ti­on sei die Aus­stel­lung ent­spre­chend teu­er. Im Bud­get des Kul­tur­amts sind da­für 150 000 Eu­ro ver­an­schlagt. Ob man nicht ei­ni­ge Aus­stel­lun­gen we­gen der Haus­halts­la­ge strei­chen kön­ne, woll­te Rolf Con­stan­tin (CDU) wis­sen. Dies sei be­reits ge­sche­hen, ant­wor­te­te Holz­ach. „Wenn wir nur aus un­se­ren Be­stän­den Aus­stel­lun­gen ma­chen, wer­den wir kei­ne über­re­gio­na­le Re­so­nanz fin­den.“Holz­ach ver­wies auf ex­or­bi­tan­te Aus­stel­lun­gen an­de­rer Städ­te fast im Wo­chen­takt und die be­son­de­re Be­deu­tung des Schmuck­mu­se­ums mit sei­nen Ni­schen­the­men. „Ir­gend­wann wer­den wir sonst ein Wald- und Wie­sen­mu­se­um.“Kul­tur­bür­ger­meis­te­rin Si­byl­le Schüs­s­ler brach­te die Or­na­men­ta ins Spiel und SPD-Stadt­rä­tin El­len Eber­le merk­te an, nach dem Ju­bi­lä­um kön­ne nicht al­les tot sein in der Stadt.

Der Aus­schuss be­für­wor­te­te letzt­lich ein­stim­mig die Vor­la­ge zur Kul­tur- und Ver­an­stal­tungs­pla­nung für 2018 und 2019. Holz­ach er­klär­te, bei der Kon­zep­ti­on von Aus­stel­lun­gen brau­che man Pla­nungs­si­cher­heit. Wei­te­re Aus­stel­lun­gen 2018 prä­sen­tie­ren Schmuck der Film­ge­schich­te Hol­ly­woods so­wie Schmuck und Gold­schmie­de­kunst des Ame­ri­ka­ners Da­ni­el Brush (ins­ge­samt 100 000 Eu­ro). 2019 er­war­tet Be­su­cher des Schmuck­mu­se­ums ei­ne Aus­stel­lung zu Alex­an­der von Hum­boldt: Eth­no­gra­phi­scher Schmuck von sei­nen Rei­sen wird er­gänzt von Tex­ten und Bil­dern aus sei­nem Werk. Un­mit­tel­bar im An­schluss wird ei­ne Schau zu Na­po­le­on Bo­na­par­te prä­sen­tiert. An­lass ist der 250. Ge­burts­tag bei­der. „Bei­de ha­ben Eu­ro­pa ge­prägt und nach­hal­tig ver­än­dert“, er­klär­te Holz­ach. Die Aus­stel­lun­gen be­zie­hen sich auf­ein­an­der und es wird je­weils ei­ne Pu­bli­ka­ti­on da­zu ge­ben. 220 000 Eu­ro sind ins­ge­samt vor­ge­se­hen. Die drit­te gro­ße Aus­stel­lung 2019 be­fasst sich mit dem Bau­haus. Schmuck und Ob­jek­te wer­den zu­sam­men­ge­führt bei dem ge­mein­sa­men Pro­jekt mit Gold­schmied­haus Ha­nau und Gras­si Mu­se­um Leip­zig.

Fest ein­ge­plan­te Ver­an­stal­tun­gen für 2018 sind fer­ner Lan­ge Mu­se­ums­nacht und Reuch­lin­preis so­wie für 2019 Lan­ge Kul­tur­nacht und Kul­tur­fes­ti­val.

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