Pforz­heim hat ein neu­es Hoch­span­nungs­netz

Groß­pro­jekt ist ab­ge­schlos­sen: Die letz­ten Kom­po­nen­ten wur­den nun in Be­trieb ge­nom­men

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Jür­gen Pe­che

Die Stadt­wer­ke Pforz­heim (SWP) ha­ben die kom­plet­te Hoch­span­nungs-In­fra­struk­tur in der Stadt er­neu­ert. Als letz­te Kom­po­nen­ten wur­den jetzt die Schalt­an­la­ge, ein gro­ßer Tra­fo und die 110 kV-Ka­bel Rich­tung Heiz­kraft­werk im Renn­feld in Be­trieb ge­nom­men. Ges­tern fand die of­fi­zi­el­le Ein­wei­hung des seit zehn Jah­ren ge­plan­ten und schritt­wei­se um­ge­setz­ten Pro­jekts statt, mit dem Pforz­heim „ei­ne aus­ge­zeich­net Ver­sor­gungs­si­cher­heit er­hält“, sag­te Ro­ger Heidt, seit die­sem Ok­to­ber neu­er Vor­sit­zen­der der SWP-Be­triebs­füh­rung. Das Vo­lu­men der Ge­samt­in­ves­ti­ti­on be­trägt 8,5 Mil­lio­nen Eu­ro.

Ge­samt­in­ves­ti­ti­on be­trägt 8,5 Mil­lio­nen Eu­ro

„Mit ei­nem gan­zen Bün­del an Er­neue­rungs­maß­nah­men ha­ben wir das Hoch­span­nungs­netz in Pforz­heim auf Jah­re hin si­cher aus­ge­baut“, so Heidt. Die­se Rund­um-Er­neue­rung si­che­re auch den Stand­ort­fak­tor „Ver­sor­gungs­si­cher­heit“für die Wirt­schaft in Pforz­heim. Die Hoch­span­nungs­lei­tun­gen sei­en die Haupt­adern der Pforz­hei­mer Strom­ver­sor­gung. Die bei­den Um­spann­wer­ke am west­li­chen und öst­li­chen Rand der Stadt sind di­rekt an die 110 kV-Hoch­span­nungs­mas­ten des Vor­lie­fe­ran­ten an­ge­bun­den. Da­nach er­folgt die Wei­ter­lei­tung des Stroms über ei­nen 110 kVHaupt­tras­se in die In­nen­stadt.

Die Er­neue­rung die­ser Hoch­span­nungs­erd­ka­bel um­fass­te zwei gro­ße Bau­ab­schnit­te vom Um­spann­werk Enz­werk in Bröt­zin­gen bis zum Um­spann­werk Renn­feld in der Wer­der­stra­ße. Von dort aus füh­ren sie dann wei­ter bis zum Um­spann­werk Hoh­wie­sen­weg. Ins­ge­samt ist die 110 kV-Stre­cke 5,3 Ki­lo­me­ter lang und um­fasst drei par­al­lel lau­fen­de, arm­di­cke Ka­bel. Die­se er­set­zen die al­ten Kup­fer­lei­tun­gen aus den 1960er Jah­ren.

Im Be­reich der In­nen­stadt war es we­gen der be­eng­ten Ver­hält­nis­se sehr schwie­rig, ei­ne neue Tras­se zu fin­den, schil­der­te SWP-Ge­schäfts­füh­rer Tho­mas En­gel­hard, der ver­ant­wort­lich ist für den Be­reich Net­ze. Die Tras­se ver­läuft ent­lang der Enz in dor­ti­gen Stra­ßen­zü­gen, wo­durch der Ver­kehr je­weils be­ein­träch­tigt wur­de. „Ge­ra­de in der Um­ge­bung des Renn­felds gibt es im Bo­den ein Wirr­warr von Ka­beln, was bei der Ver­le­gung be­ach­tet wer­den muss­te.“,Ne­ben dem Ka­bel­netz wur­den auch die Um­spann­wer­ke er­neu­ert. 2010 be­reits war die An­la­ge Enz­werk im Bröt­zin­ger Tal dran. Im Som­mer die­ses Jah­res wur­de schließ­lich noch ein Groß­trans­for­ma­tor ins Um­spann­werk Renn­feld ein­ge­baut. Ein 63 Ton­nen schwe­res Ge­bil­de, das sechs Me­ter breit und fünf Me­ter hoch ist. Er wan­delt die Hoch­span­nung in 20 kV Mit­tel­span­nung um und kos­te­te al­lein 445 000 Eu­ro. Be­reits im vo­ri­gen Jahr er­hielt das Renn­feld ei­ne neue Schalt­an­la­ge, die ga­si­so­liert und so­mit für die SWP-Mit­ar­bei­ter si­cher hand­hab­bar ist.

Nun hat laut En­gel­hard in der Nach­fol­ge der An­la­gen aus den 1970er Jah­ren ein neu­er In­fra­struk­tur-Zy­klus be­gon­nen. „Nach­dem wir die Hoch­span­nungs­in­fra­struk­tur er­neu­ert ha­ben, ge­hen wir ab 2017 das nächs­te Groß­pro­jekt an: Die 20 kV-Mit­tel­span­nungs­an­la­ge im Renn­feld und im Enz­werk wer­den in den nächs­ten fünf Jah­ren er­neu­ert und mo­der­ni­siert.

BEI DER IN­BE­TRIEB­NAH­ME des neu­en Hoch­span­nungs­net­zes wa­ren ges­tern Man­fred Stalf, Re­ne Kai­ser (vorn, von links), Jens Kück, Ro­ger Heidt, Tho­mas En­gel­hardt und Pe­ter Gun­ther (von links) im Um­spann­werk Renn­feld da­bei. Foto: Eh­mann

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.