An­er­ken­nung für das „Wei­ße aus Bir­ken­rin­de“

Nie­fer­ner Fir­ma bei In­no­va­ti­ons­preis in der End­run­de

Pforzheimer Kurier - - WIRTSCHAFTSREGION -

Nie­fern-Öschel­bronn (eko). Vie­le ha­ben sich be­wor­ben, zehn wa­ren in der End­run­de für den In­no­va­ti­ons­preis des Lan­des Ba­den-Würt­tem­berg, dar­un­ter die Bir­ken AG aus Nie­fern-Öschel­bronn. Grün­der Ar­min Scheff­ler war ges­tern Abend ins Haus der Wirt­schaft nach Stutt­gart ein­ge­la­den. Dort be­kam der Pio­nier in Sa­chen Heil­kraft aus Bir­ken­rin­de von Lan­des­wirt­schafts­mi­nis­te­rin Ni­co­le Hoff­meis­ter-Kraut ei­ne An­er­ken­nung über­reicht. Die mit 25 000 Eu­ro do­tier­te Haupt­aus­zeich­nung Dr.Ru­dolf-Eber­le-Preis ging an die Vin­cent Sys­tem Gm­bH aus Karlsruhe für ei­ne bio­ni­sche Hand­pro­the­se.

Es man­gel­te Bir­ken bei dem Fest­akt nicht an Pu­bli­kum für die Prä­sen­ta­ti­on der Pro­duk­te, die auf die Leis­tun­gen des Che­mi­kers Scheff­ler zu­rück ge­hen. Die­ser hat­te in den Jah­ren 2000 und 2004 sei­ne Pro­duk­te pa­ten­tie­ren las­sen und die Fir­ma Bir­ken in Öschel­bronn ge­grün­det. Der neue Wirk­stoff zur be­schleu­nig­ten Hei­lung ober­fläch­li­cher Haut­wun­den wur­de 2016 zu­sam­men mit dem ent­spre­chen­den Ar­zei­mit­tel zu­ge­las­sen. Er­mög­licht ha­be dies Pe­ter Schnell durch sei­nen Weit­blick, so schreibt Bir­ken in ei­ner Pres­se­mit­tei­lung. Der Vor­stand der Soft­ware AGStif­tung in Darm­stadt war bis zum Ver­kauf im April Haupt­ak­tio­när bei Bir­ken.

Die Be­deu­tung des Wirk­stoffs „Tri­ter­pen­tro­cken­ex­trakt aus Bir­ken­rin­de“lässt sich dar­an ab­le­sen, dass Bir­ken sich da­mit in ei­nem gro­ßen Be­wer­ber­feld durch­setz­te. Um den In­no­va­ti­ons­preis des Lan­des ha­ben sich 94 Un­ter­neh­men be­müht. Es geht um das „Wei­ße aus der Bir­ken­rin­de“bei der Wür­di­gung der Leis­tun­gen von Ar­min Scheff­ler und den heu­te 25 Mit­ar­bei­tern. Der Wirk­stoff ist in dem Arz­nei­mit­tel Epi­sal­van und in der Kos­me­tik­se­rie Im­lan ver­ar­bei­tet. Die bei­de Pro­duk­te sei­en ei­ne In­no­va­ti­on für sich, be­schreibt die Bir­ken AG, die da­für im Ju­ni be­reits den Phyo­tIn­no­va­ti­ons­preis er­hielt: Epi­sal­van ist ein Oleo­gel (durch den Wirk­stoff ge­lier­tes Son­nen­blu­men­öl) und das ers­te Arz­nei­mit­tel, das nach­weis­lich ober­fläch­li­che Haut­wun­den schnel­ler hei­len las­se. Da der Wirk­stoff ei­ne Emul­si­on sta­bi­li­sie­re, kön­ne bei der Kos­me­tik auf Emul­ga­to­ren, Kon­ser­vie­rungs­stof­fe und an­de­res ver­zich­tet wer­den.

Nach der Zu­las­sung von Epi­sal­van wur­de für die Bir­ken AG ein neu­er In­ves­tor ge­won­nen. Die in London und Stutt­gart bör­sen­no­tier­te Am­ryt Phar­ma plc über­nahm 100 Pro­zent. Das iri­sche Un­ter­neh­men ist spe­zia­li­siert auf Ent­wick­lung und Ver­mark­tung von Arz­nei­mit­teln ge­gen sel­te­ne Er­kran­kun­gen. Im ers­ten Quar­tal 2017 wer­de Am­ryt Phar­ma den Tri­ter­pen­tro­cken­ex­trakt aus Bir­ken­rin­de in ei­ner in­ter­na­tio­na­len kli­ni­schen Stu­die (Pha­se III) bei der sel­te­nen Erb­krank­heit Schmet­ter­lings­haut (Epi­der­m­o­ly­sis bul­losa) zur Be­schleu­ni­gung der Wund­hei­lung ein­set­zen. Die in­ter­na­tio­na­le Markt­ein­füh­rung von Epi­sal­van sei par­al­lel in Vor­be­rei­tung.

Die Bir­ken­rin­de ent­hal­te in dem wei­ßen Kork­ge­we­be durch­schnitt­lich 22 Pro­zent Be­tu­lin. Von die­sem Wirk­stoff stün­den jähr­lich meh­re­re 100 000 Ton­nen nach­hal­tig aus der holz­ver­ar­bei­ten­den In­dus­trie Nord­eu­ro­pas zur Ver­fü­gung. Wirt­schaft

AR­MIN SCHEFF­LER be­kam ges­tern in Stutt­gart ei­ne An­er­ken­nung für die Arz­nei und die Kos­me­tik, die er auf der Ba­sis ei­nes Wirk­stoffs aus Bir­ken­rin­de ent­wi­ckelt hat. Foto: PK

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