Kom­pro­miss bei der Maut

Brüs­sel und Ber­lin le­gen Streit bei / Do­brindt sagt Än­de­run­gen zu

Pforzheimer Kurier - - ERSTE SEITE -

Brüs­sel (dpa). Die EU-Kom­mis­si­on gibt nach jah­re­lan­gem Streit grü­nes Licht für ein ge­än­der­tes Mo­dell der deut­schen Pkw-Maut. In­län­di­sche Au­to­be­sit­zer mit be­son­ders sau­be­ren Wa­gen kön­nen da­mit auf stär­ke­re Steu­er­ent­las­tun­gen von zu­sätz­lich 100 Mil­lio­nen Eu­ro pro Jahr hof­fen. Das sieht ein Kom­pro­miss vor, den ges­tern Abend Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Alex­an­der Do­brindt (CSU) und EU-Ver­kehrs­kom­mis­sa­rin Vio­le­ta Bulc in Brüs­sel be­sie­gel­ten. Ge­än­dert wer­den müs­sen auch Kurz­zeit­ta­ri­fe für Fah­rer aus dem Aus­land. Bulc sag­te, mit die­sen Zu­sa­gen ge­be es kei­ne recht­li­chen Be­den­ken we­gen Be­nach­tei­li­gung von Aus­län­dern mehr. Do­brindt sag­te, ge­mein­sa­mes Ziel sei ein Wech­sel zu ei­ner stär­ke­ren Nut­zer­fi­nan­zie­rung der Stra­ßen. Nach un­ter­schied­li­chen Ein­schät­zun­gen über den Weg sei man auf­ein­an­der zu­ge­gan­gen. Er be­kräf­tig­te: „Es wird kei­ne Mehr­be­las­tun­gen für in­län­di­sche Au­to­fah­rer ge­ben. Und zu­künf­tig wird je­der, der un­se­re Au­to­bah­nen nutzt, auch ei­nen an­ge­mes­se­nen Bei­trag an der Fi­nan­zie­rung leis­ten.“Der Ko­ali­ti­ons­part­ner SPD will den Kom­pro­miss für die nun nö­ti­gen Än­de­run­gen der be­reits gel­ten­den Maut-Ge­set­ze zu­nächst ge­nau prü­fen.

Die Kom­mis­si­on hat­te En­de Sep­tem­ber ei­ne Kla­ge an­ge­kün­digt. Nun will Brüs­sel das ge­gen Deutsch­land lau­fen­de Ver­fah­ren we­gen der Ver­let­zung von EU-Recht auf Eis le­gen. We­gen des Rechts­streits hat­te Do­brindt die Um­set­zung der Maut ge­stoppt. Er rech­net mit ei­nem mög­li­chen Start nach wie vor erst nach der Bun­des­tags­wahl 2017. n Kom­men­tar, Zeit­ge­sche­hen

EI­NI­GUNG MIT DER EU-KOM­MIS­SI­ON: Ver­kehrs­mi­nis­ter Do­brindt will die Maut ent­spre­chend an­pas­sen, da­mit sie mit EU-Recht ver­ein­bar ist. Im Ge­gen­zug legt Brüs­sel das ge­gen Deutsch­land lau­fen­de Ver­fah­ren auf Eis. Fo­to: dpa

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