Kreu­zer ist nicht ban­ge

Kreu­zer fin­det La­ge „nicht be­sorg­nis­er­re­gend“und ver­weist auf die Bay­ern

Pforzheimer Kurier - - ERSTE SEITE - Oli­ver Kreu­zer

Karlsruhe (da). Oli­ver Kreu­zer (Fo­to: GES) hat in sei­ner ers­ten Ka­bi­nen­an­spra­che als neu­er Sport­di­rek­tor des Karls­ru­her SC an die Pro­fis des Fuß­ball-Zweit­li­gis­ten ap­pel­liert, die Ner­ven zu be­wah­ren. Pro­ble­me nach Um­brü­chen, wie der KSC ihn im Som­mer er­lebt hat­te, sei­en nor­mal. „Da ist es im­mer mal drin, dass es von Be­ginn an nicht wunsch­ge­mäß ver­läuft“, mein­te Kreu­zer bei sei­ner Vor­stel­lung im Wild­park­sta­di­on, wo die Heim­elf heu­te (18.30 Uhr) die Spvgg Greu­ther Fürth emp­fängt. Es ist dann das Du­ell des Ta­bel­len-15. mit dem Li­ga-13. Vor An­pfiff lie­gen die Kon­kur­ren­ten fünf Zäh­ler aus­ein­an­der. To­mas Oral riet der­weil sei­nen Spie­lern, sich von Ge­dan­ken an ei­nen dro­hen­den Ab­sturz auf ei­nen Ab­stiegs­rang zu lö­sen. „Weil das in un­se­rer Si­tua­ti­on nichts bringt“, wie der Chef­trai­ner sag­te, dem Kreu­zer bei sei­nem Amts­an­tritt den Rü­cken stärk­te.

Der 51 Jah­re al­te Kreu­zer war schon zu Be­ginn der Ära von Orals Vor­gän­ger Mar­kus Kauc­zin­ski Sport­chef beim KSC, 2013 aber zum Ham­bur­ger SV ge­wech­selt. Be­reits nach ei­ner Sai­son hat­ten ihn die Han­sea­ten da­mals be­ur­laubt. n Sport

Karlsruhe. Oli­ver Kreu­zer und To­mas Oral be­geg­ne­ten ein­an­der als bes­tens ver­trau­te Fuß­ball-Sach­be­ar­bei­ter, schul­ter­klop­fend, fast kum­pel­haft. Den „Tom­my“ken­ne er seit 20 Jah­ren, sag­te der al­te und seit ges­tern auch of­fi­zi­ell neue Sport­di­rek­tor des Karls­ru­her SC, wäh­rend der acht Jah­re jün­ge­re Trai­ner dem Wie­der­se­hen von „Oli“mit der Karls­ru­her Me­dien­land­schaft auf dem Po­di­um bei­wohn­te. „Lau­ter al­te und be­kann­te Ge­sich­ter, schön“, mein­te Kreu­zer beim Blick in den Pres­se­raum des Wild­park­sta­di­ons, wo er zwi­schen 2011 und 2013 schon ein­mal in jet­zi­ger Funk­ti­on zu­hau­se war. In der Jetzt­zeit steht der 51-Jäh­ri­ge vor der Auf­ga­be, ei­ne sport­lich bis­lang ver­rutsch­te Sai­son mit wei­sen Ent­schei­dun­gen be­gra­di­gen zu hel­fen. Zwangs­läu­fig wur­den Fra­gen zur Ar­beits­platz­si­cher­heit Orals vor dem heu­ti­gen Mes­sen mit der Spvgg Greu­ther Fürth be­rührt. Vor­der­grün­dig zeigt Kreu­zer für die „Oral-raus“-Ru­fe beim letz­ten Heim­spiel ge­gen den SV Sand­hau­sen kein Ver­ständ­nis, wie er im In­ter­view mit un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Re­né Dan­kert er­klär­te.

Herr Kreu­zer, fürch­ten Sie nicht, vie­len Men­schen zu be­geg­nen, die Ih­nen Ih­ren Ab­gang zum HSV und des­sen Um­stän­de nach­tra­gen?

Kreu­zer: Die Fra­ge be­ant­wor­tet sich da­durch, dass mich das KSC-Prä­si­di­um ge­fragt hat, ob ich mir ei­ne Rück­kehr vor­stel­len kann. Es ist al­so of­fen­bar nichts hän­gen ge­blie­ben. Und bei mir gab es da kein lan­ges Zau­dern. Die Ent­schei­dung da­mals be­ruh­te auf der Chan­ce, bei ei­nem gro­ßen Ver­ein wie dem HSV zu ar­bei­ten. Die­se Mög­lich­keit war mir schon vor sechs Jah­ren an­ge­bo­ten wor­den. Ich woll­te kein zwei­tes Mal ab­sa­gen. Hin­ter­her kann man vi­el­leicht sa­gen, dass das ein Feh­ler war.

Sie keh­ren in ei­ner schwie­ri­gen La­ge des Ver­eins zu­rück. Trai­ner Oral dürf­te sich sei­ner Po­si­ti­on nicht mehr si­cher ...

Kreu­zer: ... ich le­se das die­ser Ta­ge öf­ter. Hier und da stand auch, dass ich schon ei­nen Trai­ner su­chen wür­de. Da wun­de­re ich mich. Nach ei­nem Um­bruch, wie ihn der Ver­ein im Som­mer hat­te, nach ei­ner Ära wie der von Mar­kus Kauc­zin­ski, der hier wirk­lich gu­te Ar­beit ge­leis­tet hat, kann so et­was wie jetzt pas­sie­ren. In vier Jah­ren wa­ren un­ter Kauc­zin­ski Au­to­ma­tis­men und Ge­wohn­hei­ten ent­stan­den. Nun kam ein neu­es Trai­ner­team. Gleich­zei­tig hat­te man ei­ne ho­he Fluk­tua­ti­on im Ka­der. Gul­de, Gor­don, Mef­fert, Peitz – da­vor schon Mau­ers­ber­ger. Das wa­ren Cha­rak­ter­spie­ler, die man erst mal er­set­zen muss. Im Üb­ri­gen, und das ha­be ich auch der Mann­schaft heu­te früh in der Ka­bi­ne schon ge­sagt: Auch ein FC Bay­ern Mün­chen hat nach dem Wech­sel von Guar­dio­la zu An­ce­lot­ti noch sei­ne Pro­ble­me.

Oral sitzt al­so fest im Sat­tel?

Kreu­zer: Es ist nicht die Zeit für Ul­ti­ma­ten. Ich kom­me doch nicht hier­her, um am ers­ten Tag ei­nen Trai­ner zu be­ur­lau­ben. Ich ge­he die Auf­ga­be un­be­fan­gen an und wer­de in den nächs­ten Ta­gen vie­le, vie­le Ge­sprä­che füh­ren. Da­zu ge­hört es, die Mann­schaft und die Ar­beit des Trai­ner­teams erst mal bes­ser ken­nen­zu­ler­nen.

Der Er­trag bis hier­hin, zwölf Punk­te aus 14, Spie­len, lässt nicht un­be­dingt er­war­ten, dass Ih­nen ei­ne ru­hi­ge Win­ter­pau­se be­vor­steht. Wie wür­den Sie ei­gent­lich die La­ge des KSC be­schrei­ben? Kreu­zer: Sie ist nicht ka­ta­stro­phal, und sie ist auch nicht be­sorg­nis­er­re­gend. Sie ist vi­el­leicht an­ge­spannt, und man muss mit ihr sorg­sam um­ge­hen. Ich ha­be zu­letzt in Kai­sers­lau­tern ein KSC-Team ge­se­hen, das funk­tio­niert hat, und das mir nicht das Ge­fühl ge­ge­ben hat beim Zu­schau­en, dass da et­was zwi­schen ihr und dem Trai­ner steht. Es ist ei­ne Ent­wick­lung zu se­hen. Zu­vor hat­ten die Kon­stanz und auch et­was das Match­glück ge­fehlt. Hier und da, sie­he Sand­hau­sen, hat man sich mit­un­ter auch zu na­iv an­ge­stellt.

Gilt Ihr bis 2019 ge­schlos­se­ner Ver­trag auch für die Drit­te Li­ga?

Kreu­zer: Selbst­ver­ständ­lich.

Hat das Prä­si­di­um Ih­nen ein Bud­get für Win­ter-Ein­käu­fe zu­ge­sagt?

Kreu­zer: Es gibt kei­ne Zu­sa­gen. Aber wir ha­ben über die­ses The­ma ge­spro­chen. Man muss schau­en, was man im Win­ter be­kom­men könn­te. Soll­ten wir zu dem Er­geb­nis kom­men, dass es hier und da sinn­voll wä­re, et­was zu tun, wer­den wir das mit dem Prä­si­di­um er­ör­tern.

ZU­RÜCK BEIM KSC: Oli­ver Kreu­zer prä­sen­tier­te sich den Me­di­en ges­tern auch of­fi­zi­ell als Nach­fol­ger von Jens Todt auf der Po­si­ti­on des Sport­di­rek­tors beim KSC. Fo­to: GES

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