Ein rie­si­ger Auf­wand

Pforzheimer Kurier - - POLITIK - GER­HARD WINDSCHEID

Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Alex­an­der Do­brindt reibt sich die Hän­de: Nach lan­gem Feil­schen hat die EU-Kom­mis­si­on in Brüs­sel den deut­schen Mau­tPlä­nen doch noch ih­ren Se­gen ge­ge­ben. Al­ler­dings ist von dem ur­sprüng­li­chen Kon­zept nicht mehr viel üb­rig ge­blie­ben. Aus den er­hoff­ten Zu­satz­ein­nah­men für die Staats­kas­se wird wohl nichts wer­den. So kos­tet bei­spiels­wei­se die Zehnta­ges-Vi­g­net­te für aus­län­di­sche Wa­gen­len­ker nur noch die Hälf­te. Für 2,50 Eu­ro lässt es sich auf deut­schen Au­to­bah­nen kos­ten­güns­tig rei­sen.

Der Auf­wand, die Vi­g­net­te an den Mann zu brin­gen, steht in kei­nem Ver­hält­nis mehr zum Er­trag. Wäh­rend sich die Nach­bar­län­der mit den Maut-Ein­nah­men sa­nie­ren, bleibt in Deutsch­land

für den Er­halt der Schnell­stra­ßen nichts mehr üb­rig. An­statt das Geld in ma­ro­de Au­to­bahn­ab­schnit­te zu in­ves­tie­ren, flie­ßen die Ein­nah­men in die Maut-Bü­ro­kra­tie.

Horst See­ho­fer ver­kauft sein Pres­ti­ge­Pro­jekt als vol­len Er­folg, nur wer­den ihm das die deut­schen Au­to­fah­rer nicht ab­neh­men. Wäh­rend von der Schweiz bis nach Un­garn kräf­tig ab­ge­sahnt wird, tun sich die Deut­schen mit ih­rem Mau­tKon­zept ex­trem schwer. Schon der Start der Lkw-Maut war ge­pflas­tert mit Pech und Pan­nen. In­zwi­schen funk­tio­niert das Abrech­nungs­sys­tem und sind die lang an­hal­ten­den Kin­der­krank­hei­ten über­wun­den. Jetzt bleibt nur ab­zu­war­ten, bis der Ver­kehrs­mi­nis­ter bei der Pkw-Maut auf ganz neue Ide­en kommt.

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