All­fi­nanz- statt Spe­zi­al­be­ra­tung

Deut­sche Ver­mö­gens­be­ra­tung: Pro­fi­tie­ren vom Fi­li­al- und Job-Ab­bau bei Ban­ken

Pforzheimer Kurier - - WIRTSCHAFT -

Karlsruhe/Frank­furt. Ban­ken und Spar­kas­sen schlie­ßen Fi­lia­len und set­zen ver­stärkt auf die Be­ra­tung durch Spe­zia­lis­ten. Die Deut­sche Ver­mö­gens­be­ra­tung AG (DVAG/Frank­furt) pro­fi­tiert nach An­ga­ben ih­res Chef­volks­wirts Ralf-Joa­chim Götz un­ver­än­dert von die­sem Trend – durch neue Kun­den und zu­sätz­li­ches Ge­schäft. „Ich ha­be gar kei­nen Zwei­fel, dass die Ban­ken her­vor­ra­gen­de Be­ra­ter ha­ben, aber sie rü­cken im­mer wei­ter weg vom Kun­den.“Auch mit ih­rer All­fi­nanz­stra­te­gie – die ty­pisch für ei­nen Struk­tur­ver­trieb ist – tref­fe die DVAG wei­ter­hin Kun­den­be­dürf­nis­se. Götz: „Die Leu­te wol­len Pro­blem­lö­sun­gen.“

Die bei Ver­brau­cher­schüt­zern be­kannt­lich durch­aus auch um­strit­te­ne DVAG setzt auf zu­sätz­li­che haupt­be­ruf­li­che Be­ra­ter. Net­to ge­win­ne die DVAG pro Tag ei­nen neu­en Ver­mö­gens­be­ra­ter, so Götz im Ge­spräch mit den BNN. Auf­fal­lend sei, dass ver­gleichs­wei­se vie­le Ban­ker und Ver­si­che­rungs­kauf­leu­te hier ei­ne Chan­ce se­hen. Die DVAG ist ein be­deu­ten­der Ver­triebs­part­ner der me­di­en­scheu­en Deut­schen Bau­spar­kas­se Ba­de­nia (Karlsruhe) und al­lei­ni­ger Ver­triebs­part­ner der eben­falls in Karlsruhe trotz der Ra­tio­na­li­sie­rung nach wie vor re­la­tiv stark ver­tre­te­nen Aa­chen-Mün­che­ner. Zu­dem sind die DVAG’ler der mo­bi­le Ver­trieb der Deut­schen Bank.

„Et­wa drei Pro­zent un­se­rer sechs Mil­lio­nen Kun­den le­ben im BNN-Ver­brei­tungs­ge­biet.“Sie hät­ten mit rund 40 Mil­lio­nen Eu­ro zum Um­satz der DVAG bei­ge­tra­gen. Und der hat sich laut Götz her­vor­ra­gend ent­wi­ckelt. „2015 war das bes­te Jahr in der Un­ter­neh­mens­ge­schich­te“, so der DVAG-Di­rek­tor. Der Kon­zern er­lös­te 1,256 Mil­li­ar­den Eu­ro – ein Plus von 5,5 Pro­zent. An Jah­res­über­schuss wur­den 186,3 Mil­lio­nen Eu­ro ver­bucht und so­mit 20,7 Pro­zent mehr als im Vor­jahr. Beim Neu­ge­schäft gab es im Be­reich In­vest­ment (plus 11,9 Pro­zent) und Bau­fi­nan­zie­rung (plus 22,9 Pro­zent) die größ­ten Sprün­ge. Auch im lau­fen­den Jahr „sind wir gut un­ter­wegs“, so der Chef­volks­wirt wei­ter, der frü­her für die Dresd­ner Bank tä­tig war.

„Das The­ma Bau­spa­ren ist nicht out“, so Götz. Er spricht da­mit den Trend zu Sa­nie­run­gen und al­ters­ge­rech­ten Um­bau­ten an. Auf­fal­lend sei im BNN-Ver­brei­tungs­ge­biet das gro­ße In­ter­es­se an Bau­fi­nan­zie­run­gen. Für Götz ist dies nicht über­ra­schend, denn bun­des­weit lie­ge die Quo­te der Im­mo­bi­li­en­be­sit­zer bei 45 Pro­zent, in der Re­gi­on be­tra­ge sie 55 Pro­zent.

Auf ih­ren Er­fol­gen kann sich auch die DVAG nicht aus­ru­hen: 2015 hat sie mit ei­nem für sie neu­en Ge­schäfts­feld be­gon­nen: Ihr Un­ter­neh­men Deut­sche Ver­rech­nungs­stel­le über­nimmt die Rech­nungs­stel­lung für Fir­men­kun­den. Da­zu zählt auch die Bo­ni­täts­prü­fung. Aber auch Fac­to­ring – For­de­run­gen wer­den ab­ge­kauft – wer­den of­fe­riert. „Das läuft ins­ge­samt gut“, so Götz. Es ge­be aber noch viel Po­ten­zi­al.

Dirk Neu­bau­er

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