Über der Re­gi­on fun­keln elf Ster­ne

Der Gui­de Mi­che­lin wur­de in Ber­lin vor­ge­stellt

Pforzheimer Kurier - - SÜDWESTECHO - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Bernd Kam­leit­ner Gut­bert Fal­lert Paul Strad­ner Tris­tan Brandt

Karlsruhe/Ber­lin. Die deut­sche Spit­zen­gas­tro­no­mie hat ih­ren gu­ten Ruf wei­ter ge­fes­tigt. Das wur­de ges­tern Abend bei ei­ner Ga­la in Ber­lin un­ter­mau­ert. Nach den Wor­ten von Micha­el El­lis, In­ter­na­tio­na­ler Di­rek­tor des Gui­de Mi­che­lin, des­sen Deut­sche Aus­ga­be in Karlsruhe er­stellt wird, ge­hört sie „zu den bes­ten in Eu­ro­pa und der Welt“. Ei­nen er­heb­li­chen An­teil dar­an ha­ben die Gour­met­re­stau­rants in Ba­den-Würt­tem­berg. Von den zehn DreiS­ter­ne-Kö­chen in Deutsch­land – nur Frank­reich hat mehr – sind mit Ha­rald Wohl­fahrt (Schwarz­wald­stu­be) und Claus-Pe­ter Lumpp (Ba­reiss) wei­ter­hin zwei in Bai­ers­bronn tä­tig. Mit den zwei Ster­nen von Jörg Sack­mann (Schloss­berg) bleibt die Schwarz­wald­ge­mein­de zu­dem un­an­ge­foch­ten die Gour­me­t­hoch­burg im Süd­wes­ten. Sei­ne zwei Mi­che­lin-Ster­ne hat auch Spit­zen­koch Paul Strad­ner (Bren­ners Par­k­re­stau­rant, Fo­tos: Bru­der, Deck) in Ba­denBa­den ver­tei­digt. „Auf dem Tel­ler be­ein­dru­cken klas­sisch­mo­der­ne Spei­sen mit Prä­zi­si­on, in­ter­es­san­ten krea­ti­ven Ak­zen­ten und an­ge­nehm kla­rer Op­tik“, schwär­men die Mi­che­lin-Tes­ter von der fran­zö­sisch-mo­der­nen Kü­che im No­bel­ho­tel an der Oos.

Neun Kö­che im BNN-Ver­brei­tungs­ge­biet sind mit ei­nem Stern de­ko­riert, dar­un­ter Gut­bert Fal­lert von der „Tal­müh­le“in Sas­bach­wal­den, der die­se Aus­zeich­nung be­reits zum 40. Mal be­kam. Den ers­ten Stern hat­te er sich im Jahr 1977 er­kocht und Jahr für Jahr ver­tei­digt. Die wei­te­ren Ster­ne-Kö­che: Sté­phan Bern­hard (Le Jar­din de Fran­ce, Ba­den-Ba­den), Ar­min Röt­te­le (Röt­te­les Re­stau­rant im Schloss Neuwei­er), Bernd Wer­ner (Schloss Eber­stein, Gerns­bach), Wolf­gang Raub (Raubs Re­stau­rant, Kup­pen­heim), Ralph Kne­bel (Erb­prinz, Ett­lin­gen), Ced­ric Schwit­zer (Schwit­zers im Park, Wald­bronn), Sven Hem­mann (Le Sa­lon im Kes­sel­haus, Karlsruhe) und Se­bas­ti­an Syr­be (Walk­sches Haus, Wein­gar­ten). Zuf­rie­den­heit auch bei ei­nem ge­bür­ti­gen Karls­ru­her, der im „Erb­prinz“in Ett­lin­gen sein Hand­werk lern­te: Der 32-jäh­ri­ge Bo­ris Rom­mel hol­te als neu­er Kü­chen­chef der „Fried­richs­ru­he“bei Öh­rin­gen gleich den Stern. Nur ei­ne Ve­rän­de­rung gibt es aus der Re­gi­on zu be­rich­ten: Mar­kus Na­gy, Kü­chen­chef im „Lö­wen“in Eg­gen­steinLeo­pold­sha­fen, hat­te den Mi­che­lin-Tes­tern sein Aus­schei­den zum 31. De­zem­ber nach ei­ge­nen An­ga­ben schon mit­ge­teilt. Da­mit ent­fiel der Stern. Na­gy, der seit zwölf Jah­ren mit der be­gehr­ten Aus­zeich­nung de­ko­riert war, ist auf der Su­che nach ei­nem neu­en Ob­jekt. Sei­ne Vor­stel­lung: „Ein klei­ner Be­trieb in der Karls­ru­her In­nen­stadt.“Den will er dann zum Zweit­be­trieb in Wil­fer­din­gen (Hirsch) füh­ren. Zu­nächst will er aber ei­ne drei­mo­na­ti­ge Pau­se ein­le­gen und auch „die See­le bau­meln las­sen.“Im „Lö­wen“will der neue Be­sit­zer vor­aus­sicht­lich ab Fe­bru­ar die Gäs­te ver­wöh­nen: Das Team vom Re­stau­rant „Gar­bo“un­ter Kü­chen­chef Mar­cel Kaz­da, der­zeit im Ho­tel Eden in Karlsruhe, strebt mit ei­ner ba­disch­fran­zö­si­schen Kü­che eben­falls nach hö­he­ren Wei­hen. „Der Stern ist der Traum ei­nes je­den lei­den­schaft­li­chen Kochs“, ver­rät Kaz­da. Die Wür­di­gung der Mi­che­lin-Tes­ter hat Spit­zen­koch Tris­tan Brandt be­reits er­fah­ren. Auf den ers­ten Stern im ver­gan­ge­nen Jahr folgt jetzt der zwei­te für das Re­stau­rant „Opus V“in Mannheim. Sein Hand­werk er­lern­te Brandt un­ter an­de­rem beim Drei-Ster­ne-Koch Ha­rald Wohl­fahrt, der aus Lof­fenau bei Gerns­bach stammt.

In die Klas­se der Zwei-Ster­ne-Gour­met­re­stau­rants rü­cken zu­dem das „Rutz“in Ber­lin und „Gei­sels Wer­neck­hof“in Mün­chen auf. Ins­ge­samt fun­kelt über 28 Re­stau­rants in Deutsch­land ein neu­er Stern. In Ba­den-Würt­tem­berg wur­den Ben Be­n­asr (Guts­schen­ke, Lud­wigs­burg), Chris­ti­an Grundl (Schat­t­buch, Amt­zell im Kreis Ra­vens­burg), Ste­fan Bei­ter (Al­te Post, Na­gold) und „Oet­tin­ger’s Re­stau­rant“in Fell­bach in die­sen Kreis auf­ge­nom­men. Kü­chen­chef Micha­el Oet­tin­ger und sein Bru­der Mar­tin, der die kauf­män­ni­sche Lei­tung des Ho­tels in­ne­hat, tra­gen zwar

Na­gy ver­lässt zum Jah­res­en­de den „Lö­wen“

den Nach­na­men des frü­he­ren Mi­nis­ter­prä­si­den­ten, sind aber mit EU-Kom­mis­sar Gün­ther Oet­tin­ger nicht ver­wandt. Bei­de wer­den nach ei­ge­nen An­ga­ben aber im­mer wie­der auf die Na­mens­gleich­heit an­ge­spro­chen. Wäh­rend die Zahl der Drei-Ster­ne-Re­stau­rants un­ver­än­dert blieb, stieg die Zahl der EinS­ter­ne-Häu­ser mit 243 auf ei­ne neue Re­kord­zahl. Auf dem Höchst­stand be­wegt sich auch die Ge­samt­zahl der mit bis zu drei Ster­nen aus­ge­zeich­ne­ten Re­stau­rants: Es sind 292 in Deutsch­land.

Ster­ne in der Süd­pfalz

In der Süd­pfalz ha­ben Karl-Emil Kuntz (Kro­ne, Herx­heim), Da­ni­el Schim­ko­witsch (L.A. Jor­dan, Dei­des­heim) und Ste­fan Neu­ge­bau­er so­wie Fe­lix Jar­zi­na (Schwar­zer Hahn, Dei­des­heim) so­wie Fried­rich Brau­mül­ler (Ur­ge­stein im St­ein­häu­ser Hof, Neu­stadt/ Wein­stra­ße) und Sil­vio Lan­ge (Al­te Pfar­rey, Grün­stadt/Neu­lei­nin­gen) ih­ren Stern ver­tei­digt. Nicht mehr auf der Ster­ne-Lis­te steht da­ge­gen „Ste­ver­ding’s Isen­hof“(Bell­heim/Knit­tels­heim). Dort hat Pe­ter Ste­ver­ding sein Kon­zept um­ge­stellt – und da­bei den Stern auch nicht mehr an­ge­strebt. In Ba­den-Würt­tem­berg konn­ten das „Stadt­pa­lais“(Wert­heim), „han­di­cap“(Kün­zel­sau) und „oben“(Lei­men) den Stern nicht ver­tei­di­gen. Drei Zwei-Ster­ne-Häu­ser gin­gen so­gar ganz leer aus: Re­si­dence (Es­sen), Il Gi­ar­di­no (Bad Gries­bach, Bay­ern) und Fähr­haus (Sylt).

Gui­de Mi­che­lin, Deutsch­land 2017, 1176 Sei­ten, 29,95 Eu­ro

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