Stress macht selbst die Ju­gend krank

Bar­mer-Ge­sund­heits­stu­die: Be­trie­be soll­ten von der „Ge­ne­ra­ti­on Z“ler­nen

Pforzheimer Kurier - - SÜDWESTECHO -

Stutt­gart (dpa/lsw). Selbst Be­rufs­star­ter pla­gen sich laut ei­ner Ge­sund­heits­stu­die schon häu­fig mit ty­pi­schen Volks­krank­hei­ten her­um. Mehr als je­der drit­te der 16- bis 30-Jäh­ri­gen lei­det schon un­ter Krank­hei­ten des Mus­kel-Ske­let­tSys­tems, bei je­dem vier­ten wur­den schon ein­mal psy­chi­sche Er­kran­kun­gen dia­gnos­ti­ziert, wie der neue, ges­tern vor­ge­stell­te Bar­mer-Ge­sund­heits­re­port zeigt.

Jün­ge­re Mit­ar­bei­ter sind zu­dem häu­fi­ger krank­ge­schrie­ben als äl­te­re. In Ba­den-Würt­tem­berg et­wa sind die 15- bis 19-Jäh­ri­gen im Schnitt zwei­mal pro Jahr krank­ge­schrie­ben, die 60- bis 64-Jäh­ri­gen pro Jahr nur ein­mal – da­für aber län­ger. Stress und all­ge­mei­ne Be­las­tung am Ar­beits­platz neh­men über­hand, er­klär­te Pro­fes­sor Chris­ti­an Scholz von der Uni­ver­si­tät des Saar­lan­des, wes­halb die so­ge­nann­te Ge­ne­ra­ti­on Z der 16- bis 30-Jäh­ri­gen auf Ab­wehr schal­te. Die ab 1990 Ge­bo­re­nen, die jetzt am Start ih­res Ar­beits­le­bens ste­hen, trenn­ten sehr klar zwi­schen Be­rufs- und Pri­vat­le­ben, um so Stress zu re­du­zie­ren und die Le­bens­qua­li­tät zu er­hö­hen.

„Die Ge­ne­ra­ti­on Z kann als ein un­be­wuss­tes, au­to­ma­ti­sches be­trieb­li­ches Ge­sund­heits­ma­nage­ment be­trach­tet wer­den“, sag­te Scholz. Doch statt auf die Be­dürf­nis­se und qua­si Hil­fe­ru­fe der Ju­gend zu hö­ren, ori­en­tie­re sich die In­dus­trie 4.0 noch an der Ge­ne­ra­ti­on Y: Man set­ze auf Groß­raum­bü­ros, Des­kSha­ring und Schlag­wor­te wie Ver­trau­ens­ar­beits­zeit – was die jun­ge Ge­ne­ra­ti­on Z ab­leh­ne. Die­se stre­be nach ge­re­gel­ten statt fle­xi­blen Ar­beits­zei­ten, nach fes­ter Ent­loh­nung und nach klei­nen Ein­hei­ten statt Groß­raum.

Die „Z-ler“le­ben ten­den­zi­ell ge­sund­heits­be­wuss­ter, wie Scholz be­rich­te­te: Sie ach­te­ten auf ge­sün­de­res Es­sen, mehr Schlaf, we­ni­ger Al­ko­hol, mehr Sport und sei­en auch mal be­reit, das Smart­pho­ne aus­zu­schal­ten.

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