Ein­bruch nach der Pau­se

Lö­wen ver­pas­sen in Zagreb den Sprung an die Ta­bel­len­spit­ze

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Zagreb (mi­wi). Die Rhein-Ne­ckar Lö­wen ha­ben ges­tern mit ei­ner de­so­la­ten Vor­stel­lung in der zwei­ten Halb­zeit die Chan­ce ver­ge­ben, zu­min­dest vor­über­ge­hend die Ta­bel­len­füh­rung in der Cham­pi­ons-Le­ague-Grup­pe B zu über­neh­men. Beim RK Zagreb ver­lor der deut­sche Hand­ball-Meis­ter ges­tern Abend mit 21:25 (15:10).

„Da­mit kann man nicht zu­frie­den sein“, sag­te Oli­ver Rog­gisch nach Spiel­schluss. Der Sport­li­che Lei­ter wirk­te ge­schockt, denn er hat­te nicht da­mit ge­rech­net, dass den Lö­wen ein der­ar­ti­ger Leis­tungs­ab­fall pas­sie­ren könn­te. „Das war gar nichts“, ur­teil­te auch An­dy Schmid. Der Spiel­ma­cher war nicht in der La­ge, dem Spiel sei­ner Mann­schaft Struk­tur zu ge­ben und saß des­halb in der Schluss­pha­se nur noch auf der Bank. „Wir ha­ben uns vi­el­leicht ein we­nig ein­schlä­fern las­sen“, er­läu­ter­te der Schwei­zer den Ein­bruch im Spiel der Ba­de­ner nach der Pau­se.

30 Mi­nu­ten lang hat­te es da­nach aus­ge­se­hen, als wür­den die Lö­wen ei­nen schmuck­lo­sen aber wich­ti­gen Ar­beits­sieg fei­ern kön­nen, denn sie hat­ten das Ge­sche­hen in der ers­ten Halb­zeit im Griff. Im An­griff agier­ten die Ba­de­ner wie schon beim Er­folg in Skopje am ver­gan­ge­nen Wo­che­n­en­de durch­ge­hend mit sie­ben Feld­spie­lern, spul­ten ihr Pen­sum her­un­ter und führ­ten schnell mit 10:5. Zur Pau­se war der Vor­sprung beim 15:10 im­mer noch komfortabel, doch mit Wie­der­be­ginn sa­hen die Zu­schau­er in der Zagreb-Are­na dann ein völ­lig an­de­res Spiel.

Jetzt wa­ren die Kroa­ten ag­gres­si­ver in der De­fen­si­ve, stell­ten auf ei­ne 5+1-Ab­wehr um und er­wisch­ten die Lö­wen da­mit auf dem fal­schen Fuß. Zu­dem wur­de RK-Kee­per Ma­tevs Skok zum Match­win­ner, denn er kam in der zwei­ten Hälf­te auf sie­ben Pa­ra­den. In­ner­halb von zehn Mi­nu­ten glich Zagreb zum 15:15 aus und war wei­te­re zehn Mi­nu­ten spä­ter so­gar selbst mit 21:17 vor­ne. Ein klei­ner Zwi­schen­spurt brach­te die Lö­wen noch ein­mal auf 20:21 her­an, doch ei­ne er­neu­te Wen­de ge­lang ih­nen nicht mehr.

Nur sechs er­ziel­te To­re nach der Pau­se wa­ren deut­lich zu we­nig, um bei den Kroa­ten be­ste­hen zu kön­nen. „Das war ei­ne ra­ben­schwar­ze zwei­te Hälf­te“, räum­te Schmid ein, ehe er sich mit sei­nen Team­kol­le­gen auf den Rück­weg nach Deutsch­land mach­te. Schon mor­gen (19 Uhr) sind die Ba­de­ner in der Li­ga ge­gen die TSV Han­no­ver-Burgdorf ge­for­dert.

RK Zagreb: Vo­ri (5), Hor­vat (3), Se­be­tic (3), Jo­tic (3), Val­cic (3), Man­da­li­nic (2), Mar­ko­vic (2), Mi­k­la­vcic (2), Cin­ge­sar (1), Skok (1)

Rhein-Ne­ckar Lö­wen: Ma­naskov (5), Lar­sen (4), St­ein­hau­ser (3), Schmid (2), Bae­na Gon­za­lez (1), Ek­dahl du Rietz (1), Gro­etz­ki (1), Guar­dio­la Vil­la­pla­na (1), Pe­keler (1), Pe­ters­son (1), Si­gurds­son (1).

KEIN VOR­BEI­KOM­MEN MEHR: Lö­we De­jan Ma­naskov beim Wurf­ver­such ge­gen den in der zwei­ten Halb­zeit über­ra­gen­den Zagre­ber Tor­wart Ma­tevs Skok. Fo­to: dpa

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