Met­a­mor­pho­sen der Gold­stadt Pforz­heim

Ju­bi­lä­ums­buch zur Schmuck­ge­schich­te liegt vor

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Edith Kopf

Sie­ben Ka­pi­tel für sie­ben Epo­chen, 21 Por­traits und vie­le so noch nicht ge­se­he­ne Bli­cke auf Pforz­heims Ge­gen­wart und Ge­schich­te wer­den die­ses Jahr man­ches Ge­spräch un­term Weih­nachts­baum be­flü­geln. Das zei­gen 2 000 Be­stel­lun­gen für das Buch zu 250 Jah­re Gold­stadt, das ges­tern druck­frisch im Reuch­lin­haus vor­ge­stellt wur­de und in 3 000 Ex­em­pla­ren vor­liegt.

Es steht für Ve­rän­de­run­gen – Met­a­mor­pho­sen – wie der Ti­tel be­sagt. In Ab­gren­zung zum Stan­dard­werk „Ge­schich­te der Pforz­hei­mer Schmuck­in­dus­trie“von Wolf­gang Pie­per soll­te es kei­ne Chro­nik sein, aber na­tür­lich ab­bil­den, was war, ist und sein wird. Da­zu ge­hört, dass die­ses Mal auch die Jah­re 1933 bis 1945 nicht aus­ge­spart wur­den, er­läu­tert Ju­bi­lä­ums­ko­or­di­na­tor Ger­hard Baral.

Zu­sam­men­ge­tra­gen und ge­wich­tet hat dies al­les Iris Wim­mer-Ol­b­ort, un­ter an­de­rem un­ter­stützt vom Bun­des­ver­band Schmuck und Uh­ren (BVSU), dem Schmuck­mu­se­um, Fir­men und dem Un­tit­led Ver­lag, der auch Her­aus­ge­ber ist. Die Au­to­rin aus dem Bay­ri­schen gilt als Uh­ren­spe­zia­lis­tin und schreibt auch über Schmuckthe­men. Seit Jah­res­be­ginn lag ihr Fo­kus al­ler­dings auf Pforz­heim, auf der von Wehr­tür­men und Stadt­mau­er be­grenz­ten klei­nen Stadt mit dem Wai­sen­haus, wo al­les be­gann.

Es war ei­ne be­schau­li­che An­sied­lung da­mals, wie ein Holz­schnitt auf ei­ner Pan­ora­ma­sei­te zeigt, der das Buch er­öff­net. Die bei­den Por­traits, die dann fol­gen, dür­fen als Ge­schenk an Pforz­heim ge­wer­tet wer­den. Die Ge­mäl­de von Karl-Fried­rich von Ba­den so­wie sei­ner ge­bil­de­ten und ein­fluss­rei­chen Frau Ka­ro­li­ne von Ba­den sind laut Baral aus dem Be­sitz der heu­ti­gen Mark­gra­fen und zum ers­ten Mal öf­fent­lich dar­ge­stellt.

Was sie um­gab und was folg­te nach de­ren für Pforz­heim so be­deut­sa­men Ent­schei­dung vom 6. April 1767 lässt sich auf ei­ne dop­pel­sei­ti­gen Zeit­ta­fel ab­le­sen. Zu je­dem Ka­pi­tel gibt es sol­che Über­sich­ten. Sie bie­ten his­to­ri­sche Ori­en­tie­rung und sind An­re­gung, tie­fer ein­zu­stei­gen, zum Bei­spiel in das Ge­sche­hen zwi­schen dem ers­ten Pforz­heimAuf­tritt 1900 auf der Welt­aus­stel­lung in Pa­ris, der Dai­ly-Te­lef­graph-Af­fä­re 1908 so­wie der Er­öff­nung der stän­di­gen Mus­ter­aus­stel­lung und dem Zu­sam­men­bruch vie­ler Schmuck­be­trie­be und ei­ni­ger Pri­vat­ban­ken 2014 in Pforz­heim.

Un­ter­neh­men, die das al­les über­lebt ha­ben, bil­den den Stoff für die per­so­na­li­sier­te Stadt­ge­schich­te in den Por­traits. Au­ßer­dem sind eben­so kur­ze und län­ge­re „Pforz­hei­mer Ge­schich­ten“wie Ab­bil­dun­gen von Schmuck­stü­cken ein­ge­streut, die die Be­deu­tung der Stadt auch in sti­lis­ti­scher Hin­sicht un­ter­strei­chen.

Aus der Ju­bi­lä­ums­kas­se ka­men 50 000 Eu­ro be­zo­gen auf 1 000 Ex­em­pla­re, um das Werk zu er­mög­li­chen. Wei­te­re 10 000 Eu­ro steu­er­te der Bun­des­ver­band Schmuck und Uh­ren bei, der laut Phil­ipp Rei­sert das Buch­pro­jekt von An­fang an sehr po­si­tiv be­glei­te­te. Ein we­sent­li­cher Aspekt da­bei sei die To­na­li­tät ge­we­sen. Tra­di­ti­on hei­ße, nicht die Asche an­zu­be­ten, son­dern die Flam­me wei­ter­zu­ge­ben. Ge­le­gen­heit, dies in ge­druck­ter Form zu tun, bie­tet das reich be­bil­der­te Buch, das es im Buch­han­del eben­so gibt wie beim Pforz­hei­mer Ku­ri­er in der West­li­chen 24.

ZU­FRIE­DEN über das Buch zu 250 Jah­re Gold­stadt Pforz­heim zeig­ten sich ges­tern Cor­ne­lie Holz­ach (Schmuck­mu­se­um), Chris­ti­an Jür­gen (Un­tit­led Ver­lag), Au­to­rin Wim­mer-Ol­b­ort, OB Gert Ha­ger, Ko­or­di­na­tor Baral und Phil­ipp Rei­sert von BVSU (von links). Fo­to: PK

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