„Kin­der fit für Zu­kunft ma­chen“

See­mann und GEW-Ver­tre­ter Pforz­heim/Enz­kreis dis­ku­tie­ren über Bil­dungs­po­li­tik

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS -

Enz­kreis (PK). Die Land­tags­ab­ge­ord­ne­te für den Enz­kreis, Ste­fa­nie See­mann (Grü­ne), traf sich mit Ver­tre­tern der Ge­werk­schaft Er­zie­hung und Wis­sen­schaft (GEW) in ih­rem Wahl­kreis­bü­ro in Pforz­heim. Das teilt die Po­li­ti­ke­rin mit. Ge­gen­stand des Ge­sprächs mit Dietrich Ger­hards, Eli­sa­beth Schret­ten­brun­ner und Joa­chim Eich­horn sei un­ter an­de­rem das Pro­blem des Lehrer­man­gels ge­we­sen. Oft­mals könn­ten freie Stel­len nicht be­setzt wer­den, weil die Fach­kräf­te fehl­ten. Eich­horn se­he ei­ne der Ur­sa­che da­rin, dass Re­fe­ren­da­re nach ih­rer Aus­bil­dung ent­las­sen und da­mit nicht di­rekt in den Staats­dienst über­nom­men wür­den und dann nicht sel­ten in an­de­re Bun­des­län­der ab­wan­der­ten. Um den Lehr­er­be­ruf ins­ge­samt at­trak­tiv zu hal­ten, for­de­re die GEW dar­über hin­aus die Rück­nah­me der Ab­sen­kung der Ein­gangs­be­sol­dung. Auf ein wei­te­res Pro­blem wies Ger­hards hin: „In Grund­schu­len gibt es, an­ders als in an­de­ren Schul­ar­ten üb­lich, kei­ne För­de­ro­der Dif­fe­ren­zie­rungs­stun­den im Pflicht­be­reich.“Das hei­ße, es ge­be zum Bei­spiel kei­ne Ex­tra­stun­den für die Be­treu­ung von Kin­dern mit Le­se-Recht­schreib­schwä­che oder für die Me­dien­bil­dung, er­gänz­te Schret­ten­brun­ner.

See­mann pflich­te­te den Ver­tre­tern der GEW bei. „Die Stär­kung der Grund­schu­len ist wich­tig, weil dort die Grund­la­gen ge­legt wer­den.“Auch über ein be­ste­hen­des Un­gleich­ge­wicht bei der Be­sol­dung von Grund, Haupt- und Werk­re­al­schul­leh­rern im Ver­gleich zu an­de­ren Lehr­er­be­ru­fen wur­de dis­ku­tiert. Um den Be­ruf at­trak­tiv zu hal­ten, sei ei­ne An­pas­sung der Be­sol­dung un­ab­ding­bar, führ­te Ger­hards aus. Ei­ne wei­te­re Her­aus­for­de­rung sei­en Schwie­rig­kei­ten bei der Be­set­zung von Funk­ti­ons­stel­len. Die GEW se­he die zeit­li­che Be­an­spru­chung und die sehr gro­ße Ver­ant­wor­tung in ei­nem Miss­ver­hält­nis zu der ver­gleichs­wei­se ge­rin­gen Ver­gü­tung und der nicht aus­rei­chen­den An­rech­nung an Lei­tungs­stun­den. Auch jetzt schon sei­en et­li­che Stel­len in den Rek­to­ra­ten nicht be­setzt, in Zu­kunft kön­ne sich dies noch zu­spit­zen.

Joa­chim Eich­horn wies auch auf die For­de­rung der GEW hin, Ethik­un­ter­richt von der ers­ten Klas­se an ein­zu­füh­ren. Dies sei für die Per­sön­lich­keits- und Wer­teent­wick­lung der Kin­der, die nicht am Re­li­gi­ons­un­ter­richt teil­neh­men, über­aus wich­tig.

See­mann ver­sprach, die an­ge­spro­che­nen The­men mit den Fach­po­li­ti­kern der Frak­ti­on zu dis­ku­tie­ren. „Gu­te Bil­dung ist ein zen­tra­les Grü­nes An­lie­gen. Da es vie­le Stell­schrau­ben gibt, wol­len und müs­sen wir al­les in den Blick neh­men.“Und sie er­gänz­te: „Der Aus­tausch mit den Fach­leu­ten der GEW ist da­für von gro­ßer Be­deu­tung.“

GEW: Lehrer­man­gel ein gro­ßes Pro­blem

FÜR STAR­KE GRUND­SCHU­LEN spre­chen sich Ste­fa­nie See­mann, Joa­chim Eich­horn, Eli­sa­beth Schret­ten­brun­ner und Dietrich Ger­hards (von links) aus. Fo­to: PK

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