Ge­gen die Ver­kop­fung

Pforzheimer Kurier - - FERNSEHEN -

„Ver­fluch­te Lie­be Deut­scher Film“(ar­te, 21.40 Uhr): Do­mi­nik Graf ist der Hecht im Kar­pfen­teich des deut­schen Films. Ne­ben Fern­seh- und Ki­no­fil­men hat er auch es­say­is­ti­sche Do­ku­men­tar­fil­me ge­dreht, ei­gen­sin­ni­ge Be­trach­tun­gen zur Ge­schich­te, zur Film­ge­schich­te ins­be­son­de­re. Sein neu­er Es­say-Film ist ei­ne Abrech­nung mit dem Jun­gen Deut­schen Film, 54 Jah­re nach dem Ober­hau­se­ner Ma­ni­fest und des­sen Ab­sa­ge an Pa­pas Ki­no. Graf und sein Ko-Re­gis­seur Jo­han­nes F. Sie­vert hal­ten Klu­ge, Sch­lön­dorff, Wen­ders und Co die Ver­kop­fung des Films vor, die Eta­b­lie­rung ei­nes Film­be­triebs, der eher auf die Gunst di­ver­ser För­der­gre­mi­en und Re­dak­teu­re ziel­te als auf die Re­ak­ti­on des Pu­bli­kums. Mit Klaus Lem­ke und Ro­land Klick führt Graf zwei Fil­me­ma­cher ins Feld, die mit we­nig Geld und we­nig För­de­rung klei­ne Gen­re-Fil­me dreh­ten, in de­nen auch et­was vom Geist der Zeit ein­ge­fan­gen ist. Sein Haupt­vor­wurf an die Au­to­ren­fil­mer ist die Ver­nach­läs­si­gung des Phy­si­schen, wes­halb sie auch mit der Prä­senz ei­nes Klaus Kin­ski und ei­nes Ma­rio Adorf nichts an­zu­fan­gen wuss­ten. Mit Adorf hat Graf ei­nen be­red­ten Zeit­zeu­gen, dem man ger­ne zu­hört, wie auch dem Kom­men­ta­tor Graf selbst. pe­ko

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