Auf­ge­spürt

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM -

mir sein, es war das, was man in der Wis­sen­schaft als „Eu­phe­mis­mus“be­zeich­net, ein­fach aus­ge­drückt: man ver­sucht et­was zu be­schö­ni­gen.

Wie schon er­wähnt, die Frau mein­te es wohl gut, aber ich bin, wenn ich zum Ein­kau­fen ge­schickt wer­de, und ich ge­he nur ein­kau­fen, wenn ich ge­schickt wer­de, grund­sätz­lich nicht gut ge­launt und aus die­sem Grund nei­ge ich da­zu, auch gut Ge­mein­tes miss­zu­ver­ste­hen.

Die Ver­käu­fe­rin frag­te al­so: „Kann ich ih­nen hel­fen, jun­ger Mann?“Mei­ne et­was pat­zi­ge Ant­wort war: „Sa­gen Sie nicht jun­ger Mann, wenn sie al­ter Se­ckel mei­nen.“Ich hat­te das Ge­fühl, dass es die Ver­käu­fe­rin jetzt nicht mehr so gut mit mir mein­te.

Sie ließ mich ein­fach ste­hen, kurz dar­auf sprach mich ei­ne ih­rer Kol­le­gin­nen an: „Kann ich dem Herrn hel­fen?“Dar­auf ich, im­mer noch nicht gut ge­launt: „Ich bin kein Herr, ich kom­me vom Dorf.“Ot­mar Schnurr

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