Schick­sals­stun­den für die EU

In Ita­li­en und in Ös­ter­reich geht es um die Zu­kunft der Uni­on

Pforzheimer Kurier - - ERSTE SEITE -

Rom/Wi­en (dpa/BNN). Eu­ro­pa schaut an die­sem Wo­che­n­en­de ge­bannt nach Rom und Wi­en: Wenn in Ös­ter­reich der Rechts­po­pu­list Nor­bert Ho­fer die Prä­si­den­ten-Wahl ge­winnt und in Ita­li­en Re­gie­rungs­chef Mat­teo Ren­zi mit sei­nem Ver­fas­sungs­re­fe­ren­dum schei­tert, wird die Sor­ge um die Eu­ro­päi­sche Uni­on noch wei­ter um sich grei­fen.

Die EU ist ge­schwächt von Kri­sen und Breit­sei­ten, von Selbst­zwei­feln und Po­pu­lis­mus – und seit der Wahl des Mil­li­ar­därs Do­nald Trump in den USA hält man fast al­les für denk­bar, so­gar ein Aus­ein­an­der­bre­chen der Uni­on. EUSpit­zen­po­li­ti­ker hal­ten be­wusst Ab­stand zu den Un­ter­gangs-Sze­na­ri­en. So er­kennt der CSU-Eu­ro­pa­po­li­ti­ker Man­fred We­ber zwar die Be­deu­tung der Ent­schei­dun­gen in Ös­ter­reich und Ita­li­en an, weil die Bür­ger ih­re Wün­sche an­zeig­ten. Eu­ro­pa müs­se die Sor­gen der Men­schen ernst neh­men. Von ei­nem mög­li­chen Aus­ein­an­der­bre­chen der Uni­on will We­ber aber nichts wis­sen.

Zum Ab­schluss der mo­na­te­lan­gen Kam­pa­gne für das Ver­fas­sungs­re­fe­ren­dum in Ita­li­en hofft die Re­gie­rung von Mat­teo Ren­zi noch auf die Un­ent­schie­de­nen. „Es war ein schö­ner Kampf, aber vol­ler Un­ent­schie­de­ner“, sag­te der Mi­nis­ter­prä­si­dent ges­tern bei ei­ner Ab­schluss­kund­ge­bung in Pa­ler­mo. Er set­ze auf die Kurz­ent­schlos­se­nen. Das Er­geb­nis wer­de über die Zu­kunft Ita­li­ens der kom­men­den 20 Jah­re ent­schei­den. Ren­zi hat­te sein po­li­ti­sches Schick­sal von dem Re­fe­ren­dum am mor­gi­gen Sonn­tag ab­hän­gig ge­macht. Der An­füh­rer der op­po­si­tio­nel­len Fünf-Ster­ne-Be­we­gung warf den Be­für­wor­tern Angst­ma­che­rei vor. Nichts wer­de pas­sie­ren, wenn das „Nein“ge­win­ne, sag­te Bep­pe Gril­lo, der die Bür­ger auf­ge­ru­fen hat­te, mit Bauch­ge­fühl zu wäh­len. Kommentar, Sei­te 5

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