Über 270 Mil­li­ar­den für Stra­ßen und Schie­nen

Bun­des­tag ver­ab­schie­det Ver­kehrs­we­ge­plan

Pforzheimer Kurier - - POLITIK -

Ber­lin/Karls­ru­he (dpa/BNN). Stra­ßen, Schie­nen und Was­ser­we­ge in ganz Deutsch­land sol­len in den kom­men­den Jah­ren mit mehr als 270 Mil­li­ar­den Eu­ro in Schuss ge­hal­ten und aus­ge­baut wer­den. Sa­nie­run­gen be­kom­men ge­ne­rell Vor­rang vor neu­en Pro­jek­ten. Ein Schwer­punkt soll die Be­sei­ti­gung über­re­gio­nal wich­ti­ger Staustre­cken sein. Das sieht der neue Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan bis 2030 vor, den ges­tern der Bun­des­tag mit den Stim­men der Gro­ßen Ko­ali­ti­on ver­ab­schie­det hat. Die Hälf­te al­ler Mit­tel ist für Bun­des­stra­ßen und Au­to­bah­nen vor­ge­se­hen, 40 Pro­zent ge­hen an Bahn­pro­jek­te, der Rest an Flüs­se und Ka­nä­le. Die Op­po­si­ti­on kri­ti­sier­te, das Kon­zept set­ze zu sehr auf den Stra­ßen­bau. Ver­kehrs­mi­nis­ter Do­brindt sag­te, der Plan stär­ke nach Jah­ren des Ver­schlei­ßes In­fra­struk­tur und Mo­bi­li­tät, die Deutsch­land stark mach­ten. Erst­mals ge­be es für die Vor­ha­ben auch ei­ne kla­re Fi­nan­zie­rungs­per­spek­ti­ve. „Das Na­del­öhr sind nicht mehr die Fi­nan­zen, das Na­del­öhr sind die Pla­nun­gen.“Da­her soll­ten die bis­her teils bei den Län­dern lie­gen­den Zu­stän­dig­kei­ten für die Fern­stra­ßen in ei­ner ge­plan­ten zen­tra­len Ge­sell­schaft beim Bund ge­bün­delt wer­den. SPD-Frak­ti­ons­vi­ze Sö­ren Bar­tol sag­te, in­ves­tiert wer­de dort, „wo Pend­ler täg­lich im Stau ste­hen“. Ein „Wünsch-DirWas“ge­hör­ten der Ver­gan­gen­heit an. Für den neu­en Plan wur­den mehr als 2 000 Vor­ha­ben an­ge­mel­det und nach Kos­ten, Nut­zen und Um­welt­fol­gen be­wer­tet. Dar­aus re­sul­tie­ren nun gut 1 000 Pro­jek­te des „vor­dring­li­chen Be­darfs“, die bis 2030 fi­nan­zier­bar sein sol­len. Rund 70 Pro­zent des Gel­des sol­len in den Er­halt flie­ßen, 87 Pro­zent in über­re­gio­nal wich­ti­ge Ach­sen. Die grü­ne Karls­ru­her Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Syl­via Kot­ting-Uhl üb­te an dem Kon­zept der Gro­ßen Ko­ali­ti­on schar­fe Kri­tik, in­dem sie Schwarz-Rot vor­warf, die Stra­ßen­bau­po­li­tik der 60er Jah­re fort­zu­set­zen. Do­brindts „Wun­sch­lis­te“set­ze auf Be­ton statt zu­künf­ti­ge Mo­bi­li­tät.

Kot­ting-Uhl übt schar­fe Kri­tik

Ka­ri­ka­tur: Ben­gen

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.