Hit­zi­ges Du­ell in Wi­en

Pforzheimer Kurier - - POLITIK - Von un­se­ren Mit­ar­bei­tern San­dra Wal­der und Mat­thi­as Rö­de

Wi­en. Zum Schluss des Wahl­kampfs ha­ben sich die Be­wer­ber um das Prä­si­den­ten­amt in Ös­ter­reich noch ein­mal ein un­er­war­tet hit­zi­ges Du­ell ge­lie­fert. In der TV-De­bat­te im ORF fie­len Wor­te wie „Lüg­ner“, „Spi­on“und „Kom­mu­nist“. FPÖ-Kan­di­dat Nor­bert Ho­fer (45), aber auch der Grü­nen-na­he Alex­an­der Van der Bel­len (72) prä­sen­tier­ten sich nach Ein­schät­zung von Po­li­tik-Ex­per­ten in der rund 90-mi­nü­ti­gen Sen­dung we­nig staats­män­nisch. Es war das letz­te von vier TV-Du­el­len vor der Wahl mor­gen. Dann sind 6,4 Mil­lio­nen Ös­ter­rei­cher auf­ge­ru­fen, ei­nen Bun­des­prä­si­den­ten für die nächs­ten sechs Jah­re zu wäh­len.

Ös­ter­reich wählt neu­en Bun­des­prä­si­den­ten

In sei­ner ab­schlie­ßen­den Wahl­kampf­re­de schwor Ho­fer ges­tern sei­ne An­hän­ger noch ein­mal auf Hei­mat­lie­be ein. „Wir müs­sen auch wie­der stolz sein, Ös­ter­rei­cher zu sein“, sag­te Ho­fer vor rund 200 Zu­hö­rern im Fest­saal der al­ten Wie­ner Bör­se. Das Er­be des Lan­des müs­se in ei­ne po­si­ti­ve Zu­kunft wei­ter­ge­tra­gen wer­den. „Ös­ter­reich zu lie­ben, darf aber nie­mals hei­ßen, an­de­re Län­der ge­ring zu schät­zen“, sag­te der 45 Jah­re al­te Kan­di­dat der FPÖ. Grund­sätz­lich müs­se die Po­li­tik bür­ger­nä­her wer­den, warb der Rechts­po­pu­list für mehr di­rek­te De­mo­kra­tie.

Sein Kon­tra­hent Alex­an­der Van der Bel­len, ehe­mals Chef der ös­ter­rei­chi­schen Grü­nen, hat­te für den Abend zu ei­ner letz­ten Wahl­kampf­ver­an­stal­tung ein­ge­la­den. Ein gro­ßes The­ma sei­ner Kam­pa­gne war die War­nung vor ei­nem Öxit, al­so ei­nem Aus­tritt Ös­ter­reichs aus der EU, der sei­ner Mei­nung nach bei ei­ner Prä­si­dent­schaft Ho­fers im Be­reich des Mög­li­chen lie­ge. Un­ter­des­sen warn­te Ös­ter­reichs Au­ßen­mi­nis­ter Se­bas­ti­an Kurz (ÖVP) da­vor, die jüngs­ten po­li­ti­schen Ent­wick­lun­gen zu­guns­ten der Po­pu­lis­ten über ei­nen Kamm zu sche­ren. „Ich wür­de vor­sich­tig sein mit Ver­all­ge­mei­ne­run­gen“, sag­te Kurz dem „Münch­ner Mer­kur“. Der Aus­gang der Wahl gilt als völ­lig of­fen. Ho­fer wä­re der ers­te Rechts­po­pu­list an der Spit­ze ei­nes Staa­tes in We­st­eu­ro­pa.

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