Macht et joot, Jungs!

Die Wi­se Guys auf Ab­schieds­tour­nee in der Schwarz­wald­hal­le Karls­ru­he

Pforzheimer Kurier - - KULTUR -

Für die Fans war das ein har­ter Schlag, als die Wi­se Guys An­fang des Jah­res die Auf­lö­sung der Band für Som­mer 2017 an­kün­dig­ten. Gleich­zei­tig be­deu­te­te dies, dass die Ju­bi­lä­ums­tour­nee zum 25-jäh­ri­gen Be­ste­hen zur Ab­schieds­tour wer­den wür­de. Auf ihr sind die fünf Köl­ner Bar­den, Dän Dickopf, Ed­di Hüne­cke, Marc Sahr, Nils Ol­fert und Neu­ling Björn Ster­zen­bach ge­ra­de un­ter­wegs. Da­bei mach­ten sie auch Halt in der Karls­ru­her Schwarz­wald­hal­le.

Die Wi­se Guys, das ist Mu­sik für die gan­ze Fa­mi­lie. Man hört sie im Fe­ri­en­stau auf dem Weg in den Ur­laub oder an ei­nem reg­ne­ri­schen Sams­tag­nach­mit­tag zu­hau­se im Wohn­zim­mer. Wi­se Guys zum Ein­schla­fen und zum Auf­wa­chen, wenn es ei­nem gut geht und wenn man Trost braucht. Nicht um­sonst war auch das Kon­zert in Karls­ru­he ein Fa­mi­li­en­fest vol­ler Kin­der mit El­tern und so­gar Groß­el­tern. Da­zu das mit­ge­wach­se­ne Pu­bli­kum der letz­ten 25 Jah­re. Je­ne, die im Kin­der­zim­mer an­ge­fan­gen ha­ben, die Wi­se Guys zu hö­ren, zu­hau­se die ers­te Live-DVD vom Kon­zert im Tanz­brun­nen schau­ten, im Au­to die CDs lie­gen ha­ben und heu­te stolz mit dem FanShirt der ver­gan­ge­nen Tour zum Kon­zert kom­men. Lie­der wie „Mäd­chen lach doch mal“, „Nur für dich“, „Ra­dio“oder „Deut­sche Bahn“san­gen die 2 600 Gäs­te aus vol­ler Keh­le mit. Sie ken­nen je­de Zei­le aus­wen­dig, für vie­le ist es der Sound­track ih­res All­tags.

Das ha­ben die A Ca­pel­la-Jungs über die Jah­re ein­fach gut ge­macht. Die In­hal­te der Songs wa­ren im­mer na­he am Le­ben der Men­schen, oft mit ei­nem Au­gen­zwin­kern, manch­mal mit viel Ge­fühl und Herz. Man darf al­so ge­spannt sein, wie sich die ein­zel­nen Band­mit­glie­der mu­si­ka­lisch wei­ter­ent­wi­ckeln. Dän, Nils und Björn wer­den nach dem En­de der Wi­se Guys ei­nen neue A Ca­pel­la-For­ma­ti­on grün­den. Ed­die wird sich als So­lo­künst­ler ver­su­chen und Sa­ri will sich zu­nächst um sei­ne Fa­mi­lie küm­mern.

Über ih­re mu­si­ka­li­sche Qua­li­tät muss man in­des­sen nicht viel sa­gen: Die Wi­se Guys sind seit Jah­ren das Maß al­ler Din­ge in der A Ca­pel­la-Mu­sik. Sie sind nicht nur die Be­kann­tes­ten, sie sind schlicht die Bes­ten. Das hat sich jetzt zum En­de der Band­ge­schich­te so­gar noch­mal ge­stei­gert: Der jun­ge, neue Bass Björn Ster­zen­bach be­geis­tert mit ei­nem samt­wei­chen und raum­fül­len­den Tief­bass, mit auf den Punkt sit­zen­dem Beat­boxing und ei­nem be­ein­dru­cken­den Aus­druck.

Al­le fünf agier­ten noch­mal auf höchs­tem Ni­veau. Je nä­her das Kon­zert dem En­de zu­ging, des­to in­ten­si­ver und kon­zen­trier­ter wur­de es. Trä­nen lach­te das Pu­bli­kum bei Björns So­lo „Klei­ne Män­ner“, Trä­nen wein­te so manch ei­ner bei der Bal­la­de „En­gel“. Zum letz­ten Lied ka­men vie­le Kin­der nach vor­ne, sie durf­ten ganz nah an ih­re Ido­le ran. Die Wi­se Guys san­gen das Ab­schieds­lied „Wir wer­den euch ver­mis­sen“. In der ers­ten Rei­he war­te­te ein Mäd­chen und hielt schüch­tern ein selbst­ge­mal­tes Schild hoch. Dar­auf stand: „Wir wer­den euch auch ver­mis­sen.“Tor­ben Ha­la­ma

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