Die glei­che Ecke, die fal­sche Wahl

Dia­man­ta­kos ver­gibt spä­te zwei­te Chan­ce vom Punkt und lässt Oral end­gül­tig an­ge­zählt aus­se­hen

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Re­né Dan­kert

Karls­ru­he. Da stand Di­mi­tris Dia­man­ta­kos al­so wie­der, am Elf­me­ter­punkt, kurz vor En­de ei­nes noch über­ra­schend ner­ven­auf­rei­bend zu­ge­spitz­ten Zweit­li­ga­spiels. Der Karls­ru­her SC hat­te ge­gen die Spvgg Greu­ther Fürth nur noch die­se Chan­ce. Der Grie­che hör­te, wie sie auf der Ge­gen­ge­ra­de des Wild­park­sta­di­ons sei­nen Na­men rie­fen, vor­freu­dig, denn die vier­te Heim­nie­der­la­ge in Fol­ge sei­nes Team war von ihm in die­sem Au­gen­blick ab­wend­bar. Er wähl­te das­sel­be Vor­ge­hen wie beim ers­ten Frei­schuss in der 81. Mi­nu­te, flach un­ten links – und Fürths Schluss­mann Balázs Me­gye­ri ahn­te das und pa­rier­te. So stand das 1:2 (0:2) des KSC und des­sen sieb­te Sai­son­schlap­pe fest.

Das vor­letz­te Heim­spiel des Jah­res hat­te nur noch of­fi­zi­ell 10 575 Zu­schau­er mo­bi­li­siert. Die Sai­son-Mi­nus­ku­lis­se har­mo­nier­te mit der ei­si­gen Wahr­heit, die sich als­bald auf dem Ra­sen ein­stell­te. Denn 25 Mi­nu­ten war das Spiel alt, als es für den KSC be­reits ge­lau­fen schien. Kha­led Na­rey (5.) und Ma­this Bol­ly (24.) hat­ten für Fürth ge­trof­fen, wor­auf sich die „Oral-raus“-Ru­fe reg­ten, laut­stark und drän­gend. „Das Pro­blem ist, dass hier zu vie­le Leu­te kom­men, um mich stür­zen zu se­hen, als um die Mann­schaft zu un­ter­stüt­zen“, zürn­te Oral den Ru­fern hin­ter­her. Dass der Club wei­ter ru­hig hält, war für die Un­mu­ti­gen auf den Rän­gen schwer vor­stell­bar – für Club­chef In­go Wel­len­reu­ther schon: „Ich ge­he da­von aus, dass To­mas Oral auch am Frei­tag in Dresden auf der Bank sit­zen wird. Das ist Sa­che un­se­res Sport­di­rek­tors Oli­ver Kreu­zer“, mein­te er. Und Kreu­zer ver­mied je­de Fest­le­gung. Er woll­te Oral „jetzt nicht zum Fraß vor­wer­fen“, sag­te er: „Es gibt kei­ne kla­re Aus­sa­ge, we­der in die ei­ne noch in die an­de­re Rich­tung.“An­fang nächs­ter Wo­che wer­de man wei­ter­se­hen.

Die­ser ei­ne, dann knapp ver­pass­te Punkt könn­te für Oral al­so noch bit­ter schme­cken. Nach­dem der ein­ge­wech­sel­te Er­win Hof­fer in der 80. Spiel­mi­nu­te von Se­bas­ti­an Hei­din­ger im Straf­raum ge­legt wor­den war, hat­te Dia­man­ta­kos den fäl­li­gen Elf­me­ter ner­ven­stark ver­senkt. Zu­vor hat­te der Für­ther Ve­ton Be­ri­sha (57.) nur den Pfos­ten ge­trof­fen. Als Schieds­rich­ter Ar­ne Aarn­ink kurz vor Schluss wie­der auf den Punkt zeig­te, weil Ni­ko Gie­ßel­mann ge­gen Flo­ri­an Kam­be­ri un­ge­schickt ge­ran­gelt hat­te, so roch dies zwar nach ei­ner Kon­zes­si­ons­ent­schei­dung, denn zu­vor hat­te der Schi­ri ein elf­me­ter­wür­di­ges Ein­stei­gen des­sel­ben Für­thers ge­gen Hi­ro­ki Ya­ma­da un­ge­ahn­det ge­las­sen – doch das konn­te dem un­glück­li­chen Dia­man­ta­kos ei­gent­lich egal sein.

Oral hat­te sich für das Spiel er­neut die Trend­wen­de vor­ge­nom­men. Es über­rasch­te nicht, dass er En­ri­co Va­len­ti­ni für den ge­sperr­ten Mo­ritz Stop­pel­kamp brach­te. Un­er­war­tet war da­ge­gen, dass Re­né Voll­ath im Tor stand. Bei Dirk Or­lis­hau­sen war am Vor­mit­tag ei­ne Hüft­ver­let­zung wie­der auf­ge­bro­chen. Mit Voll­ath und Va­len­ti­ni als Rück­keh­rer in die KSC-Elf lief dann die fünf­te Spiel­mi­nu­te, als vie­le gu­te Vor­sät­ze wie­der Ma­ku­la­tur wa­ren. „An­ge­stellt wie ei­ne Schü­ler­mann­schaft“, ha­be man sich da, be­klag­te In­nen­ver­tei­di­ger Mar­tin Stoll hin­ter­her. Nach ei­ner Rechts­flan­ke von Se­bas­ti­an Hei­din­ger hat­te Ser­can Sara­rer den Ball per Kopf zu Na­rey in Stolls Rü­cken ver­län­gert. Der Schuss des Für­thers aus 13 Me­tern pass­te satt un­ter die Lat­te. Ei­ne schnel­le Re­ak­ti­on war beim KSC ge­fragt. Yann Rolim aber schei­ter­te nach Ya­ma­das Zu­spiel am stark re­agie­ren­den Me­gye­ri. Nach 24 Mi­nu­ten war es Gri­scha Prö­mels Ball­ver­lust tief in der ei­ge­nen Hälf­te ge­gen Sara­rer, der das Un­heil für die Heim­elf ver­grö­ßer­te. Denn der Stür­mer steck­te den Ball flugs zu Bol­ly durch, der zum 2:0 ab­schloss.

Bit­ter für den KSC: In­nen­ver­tei­di­ger Bjar­ne Tho­el­ke ver­letz­te sich bei ei­nem Luft­du­ell am Hin­ter­kopf Ya­ma­das und konn­te nicht wei­ter­ma­chen. Da kein wei­te­rer In­nen­ver­tei­di­ger im Auf­ge­bot stand, schick­te Oral ab der 32. Mi­nu­te den Mit­tel­feld­spie­ler Franck Kom von der Bank ins Ab­wehr­zen­trum.

Nach der Pau­se kam es für den KSC nicht nur der Dra­ma­tur­gie we­gen di­cker: Va­len­ti­ni zog sich in ei­nem Zwei­kampf ei­nen Bän­der­riss zu. Und der 18 Jah­re al­te Ma­rin Sver­ko muss­te da­vor nach nicht ein­mal ei­ner St­un­de ver­letzt raus. Dia­gno­se: Mus­kel­fa­ser­riss.

Sta­tis­tik

Karls­ru­her SC: Voll­ath, Ba­der, Tho­el­ke (32. Kom), Stoll, Sver­ko (56. Mavri­as), Va­len­ti­ni (62. Hof­fer), Prö­mel, Ya­ma­da, Rolim, Dia­man­ta­kos, Kam­be­ri.

Spvgg Greu­ther Fürth: Me­gye­ri, Hei­din­ger, Fran­ke, Rapp, Gie­ßel­mann, Na­rey, Hof­mann, Djo­ko­vic, Be­ri­sha (90.+2 Freis), Bol­ly (77. Dur­sum), Sara­rer (78. Tri­pic).

Schieds­rich­ter: Aarn­ink (Nordhorn), Zu­schau­er: 10 575, To­re: 0:1 Na­rey (5.), 0:2 Bol­ly (24.), 1:2 Dia­man­ta­kos (81., Foul­elf­me­ter).

Gel­be Kar­ten: Ya­ma­da, Ba­der – Djo­ko­vic, Na­rey.

Fo­to: GES

FATALER FEHLSCHUSS: Di­mi­tris Dia­man­ta­kos ver­passt kurz vor Schluss per Straf­stoß das 2:2.

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