Der dop­pel­te Ja­cob­sen

Lö­wen-Trai­ner be­treut ab Som­mer 2017 auch die dä­ni­sche Aus­wahl

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Kro­nau (mi­wi). Die bit­te­re Nie­der­la­ge in Zagreb im Hin­ter­kopf und die un­an­ge­neh­me Auf­ga­be beim TSV Han­no­ver­Burg­dorf rück­ten ges­tern bei den RheinNeckar Lö­wen in den Hin­ter­grund. Im Fo­kus stand beim deut­schen Hand­bal­lMeis­ter viel­mehr Trai­ner Ni­ko­laj Ja­cob­sen, der ab kom­men­den Som­mer zu­nächst in Dop­pel­funk­ti­on Trai­ner der dä­ni­schen Na­tio­nal­mann­schaft wird. Zwei Jah­re spä­ter, zum 30. Ju­ni 2019, wird er die Lö­wen ver­las­sen, um sich fort­an aus­schließ­lich auf die Dä­nen kon­zen­trie­ren zu kön­nen.

Ja­cob­sen nutzt ei­ne Klau­sel in sei­nem bis 30. Ju­ni 2020 lau­fen­den Ver­trag bei den Ba­de­nern, um vor­zei­tig aus­zu­stei­gen. Al­ler­dings ver­zich­te­te er dar­auf, dem Wunsch des dä­ni­schen Ver­ban­des nach­zu­kom­men und schon in ein paar Mo­na­ten aus­schließ­lich als Na­tio­nal­trai­ner zu ar­bei­ten. „Ich ha­be den Ver­ant­wort­li­chen der Lö­wen mein Wort ge­ge­ben, dass ich hier blei­be, auch weil vie­le Spie­ler we­gen mir ih­ren Ver­trag ver­län­gert ha­ben oder zu uns kom­men wol­len“, er­klär­te Ja­cob­sen in ei­ner Stel­lung­nah­me der Lö­wen von ges­tern. Schon vor ei­ni­gen Wo­chen, als be­reits vie­les dar­auf hin­deu­te­te, dass Ja­cob­sen Na­tio­nal­trai­ner sei­nes Hei­mat­lan­des wer­den könn­te, hat­te der Coach klar­ge­stellt, dass dies nur in ei­ner Dop­pel­funk­ti­on mög­lich sei.

Für Ja­cob­sen, der vor sei­nem Wech­sel zu den Lö­wen in sei­ner Hei­mat mit Aal­borg BK Meis­ter wur­de, ehe er in der ver­gan­ge­nen Spiel­zeit mit den Ba­de­nern erst­mals die deut­sche Meis­ter­schaft ge­wann, geht ein Traum in Er­fül­lung. Schon vor ei­nem Jahr hat­te er er­klärt, dass es ei­ne be­son­de­re Eh­re für ihn wä­re, ir­gend­wann ein­mal Trai­ner der dä­ni­schen Aus­wahl zu wer­den. „Ich bin sehr stolz, neu­er Na­tio­nal­trai­ner Dä­ne­marks zu wer­den“, ließ er nun mit­tei­len. Gud­mun­dur Gud­munds­son hat­te zu­vor an­ge­kün­digt, sei­nen Ver­trag bei den Dä­nen nicht ver­län­gern zu wol­len. Ab kom­men­den Som­mer wird Ja­cob­sen nun der Nach­fol­ger des Is­län­ders, nach­dem er be­reits im Ju­li 2014 auf Gud­munds­son ge­folgt war – da­mals als Trai­ner der Rhein-Neckar Lö­wen. „Den gro­ßen Wunsch von Ni­ko­laj, die Aus­wahl sei­nes Hei­mat­lan­des und da­mit ei­ne der welt­bes­ten Mann­schaf­ten zu trai­nie­ren, wol­len und kön­nen wir ihm nicht ver­weh­ren“, er­klär­te Lö­wen-Ge­schäfts­füh­re­rin Jen­ni­fer Ket­te­mann.

Bis 2019 kön­nen die Lö­wen al­so noch mit Ja­cob­sen pla­nen, kurz­fris­tig muss der Coach sein Team nach der Plei­te im Cham­pi­ons-Le­ague-Spiel in Zagreb wie­der auf­rich­ten für die Par­tie am heu­ti­gen Sams­tag (19 Uhr) bei Han­no­ver­Burg­dorf. Wol­len die Lö­wen in der Li­ga an der Kon­kur­renz aus Kiel und Flens­burg dran­blei­ben, soll­ten sich kei­nen Aus­rut­scher wie am Don­ners­tag in Kroa­ti­en leis­ten. Die Nie­der­sach­sen sind als Ta­bel­len­fünf­ter ge­ra­de aber in ei­nem Form­hoch. „Han­no­ver hat vie­le rich­tig gu­te Spie­ler, ich ha­be viel Re­spekt vor der TSV“, sagt Ja­cob­sen.

NIMMT AB KOM­MEN­DEN SOM­MER auch bei den Dä­nen Platz: Lö­wen-Trai­ner Ni­ko­laj Ja­cob­sen.

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