Ar­mut zieht sich wie ro­ter Fa­den durch Be­ra­tun­gen

„Pro fa­mi­lia“fei­ert im „Em­ma“40-jäh­ri­ges Be­ste­hen

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Su­san­ne Roth

Es ist noch nicht all­zu lan­ge her, seit der Lan­des­ver­band sein 50-jäh­ri­ges Be­ste­hen ge­fei­ert hat. Nun war es an „pro fa­mi­lia“für Pforz­heim, Enz­kreis und Calw, ges­tern im „Em­ma-Krea­tiv­zen­trum“das im­mer­hin 40-jäh­ri­ge Be­ste­hen zu fei­ern. Na­tür­lich mit ho­no­ri­gen Gäs­ten wie dem Ober­bür­ger­meis­ter Gert Ha­ger und So­zi­al­de­zer­nent Ro­land Hüb­ner vom Enz­kreis, aber auch Ver­tre­tern des Lan­des­vor­stan­des. Wo­bei die Freu­de dar­über, un­ter dem Dach fei­ern zu kön­nen, un­ter dem man 35 Jah­re lang auf 200 Qua­drat­me­tern ge­wirkt hat, be­son­ders groß ist. Heu­te ist pro fa­mi­lia zu­sam­men mit der so­zi­al­päd­ago­gi­schen Fa­mi­li­en­hil­fe auf über 700 Qua­drat­me­tern in der Parkt­stra­ße 19-21 zu fin­den.

Es sind 40 Jah­re, in de­nen sich viel ge­tan hat, wie Edith Münch (Ge­schäfts­füh­rung), An­na Krieb (Lei­te­rin der Be­ra­tungs­stel­le) und die stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de Bar­ba­ra Scheff­ler in ei­nem Pres­se­ge­spräch er­läu­tern.

Muss­ten zu Be­ginn von pro fa­mi­lia mit ge­ra­de mal drei Ho­no­rar­kräf­ten vor al­lem The­men wie Ver­hü­tung und Fa­mi­li­en­pla­nung aus der Ta­bu-Zo­ne ge­holt wer­den, so ist das Auf­ga­ben­ge­biet heu­te mit 60 so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Ar­beits­kräf­ten sehr viel brei­ter ge­streut.

The­men heu­te sind in ers­ter Li­nie: Fa­mi­li­en, die be­ste­hen oder ge­grün­det wer­den, vor al­lem hin­sicht­lich der in Pforz­heim be­son­ders gras­sie­ren­den Ar­mut zu un­ter­stüt­zen. Auf­fäl­lig sei, so An­na Krieb, dass zwar stän­dig ent­blöß­te Kör­per in Me­di­en zu se­hen sei­en, aber die Mäd­chen zu­neh­mend ei­nen schlech­te­ren Be­zug zu ih­rem ei­ge­nen Kör­per be­kä­men – was nicht an un­ter­schied­li­chen Kul­tu­ren fest­ge­macht wer­den kön­ne.

Der Be­ra­tungs­be­darf in­des­sen steigt kon­ti­nu­ier­lich, wie Edith Münch sagt. Des­halb lau­tet die Schlag­zei­le über den Fei­er­lich­kei­ten auch: 3000-fach um Rat ge­fragt – 2043 Be­ra­tun­gen wur­den 2016 im per­sön­li­chen Ge­spräch ge­macht – im Jahr 1995 wa­ren es noch 1234. Ma­te­ri­el­le Hil­fen, psy­cho­lo­gi­sche Hil­fe­stel­lun­gen ge­hö­ren zum An­ge­bot, das sich ste­tig er­wei­tert. Neu ist die Ein­rich­tung ei­ner Heb­am­menSprech­stun­de. Aber auch an zwei Schu­len ist pro fa­mi­lia in­zwi­schen mit Schü­ler­sprech­stun­den ver­tre­ten, die an der In­sel­re­al­schu­le und an der Lud­wig-Uh­lan­dRe­al­schu­le in Bir­ken­feld stark fre­quen­tiert sind. „Al­les wird da ge­fragt, ob es schlimm sei, dass man noch kei­nen Freund ha­be et­wa“, nennt An­na Krieb ein Bei­spiel.

Fo­to: Wa­cker

ÜBER DIE ENT­WICK­LUNG bei pro fa­mi­lia in den ver­gan­ge­nen Jah­ren be­rich­te­te Bar­ba­ra Scheff­ler (rechts).

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