Gün­ter Schnei­de­wind liest im Os­ter­feld

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM -

Wenn ei­ner der be­kann­tes­ten deut­schen Ra­dio­mo­de­ra­to­ren sich mit ei­nem preis­ge­krön­ten Ka­ba­ret­tis­ten-Duo zu­sam­men­tut, kann das Er­geb­nis nur et­was ganz Be­son­de­res wer­den. Rund 200 Zu­schau­er ka­men am Don­ners­tag­abend in den Ge­nuss von Gün­ter Schnei­de­wind und sei­ner Show „SWR1 Hits und Sto­rys“im Kul­tur­haus Os­ter­feld.

Er­leb­nis­se aus sei­ner über 25-jäh­ri­gen Kar­rie­re beim Rund­funk be­ka­men durch Simon Hö­neß am Kla­vier und Sa­scha Ben­diks (Ge­sang und Ak­kor­de­on) ei­ne un­ge­wöhn­li­che mu­si­ka­li­sche Be­glei­tung. Die Ge­win­ner des Klein­kunst­prei­ses Ba­den-Würt­tem­berg 2013 ma­chen „Hard­rock oh­ne Strom­gi­tar­re“und tou­ren mit ih­rem Pro­gramm „In Teu­fels Kü­che“durch die ge­sam­te Re­pu­blik. Wie himm­lisch sich die „Teu­fels­mu­sik“auf Pia­no und Zieh­har­mo­ni­ka an­hö­ren kann, de­mons­trier­ten sie an­hand gro­ßer Klas­si­ker wie „Hell’s Bells“von AC/DC, „Smo­ke On The Wa­ter“von Deep Pur­p­le oder „I Lo­ve Rock ’n’ Roll“von Jo­an Jett & The Blackhearts.

Der Hör­funk­spre­cher, der auf­grund sei­nes enor­men Wis­sens über Pop­mu­sik in An­leh­nung an „der gro­ßen Brock­haus“im Ra­dio den Spitz­na­men „der gro­ße Schneid­wind“trägt, er­zähl­te der­wei­len von Be­geg­nun­gen mit den­sel­ben Stars, die hin­ter den Welt­hits ste­cken.

„Ich ha­be mal mit Man­fred Mann ein Stück Mar­mor­ku­chen ge­teilt“, er­zähl­te er. Da­bei ha­be der als ex­zen­trisch und un­freund­lich gel­ten­de Mu­si­ker sich als hu­mor­vol­ler und klu­ger Ge­sprächs­part­ner er­wie­sen. Die In­spi­ra­ti­on zu sei­nen Welter­fol­gen ha­be sich der mitt­ler­wei­le 76-Jäh­ri­ge un­ter an­de­rem in klas­si­scher Mu­sik von Bach und Schu­bert ge­sucht, ver­riet er ganz pri­vat.

Auch Deep Pur­p­le-Sän­ger Ian Gil­len hat­te Schnei­de­wind schon in sei­ner Show zu Gast. Mit die­sem ha­be er sich

Mar­mor­ku­chen-Es­sen mit Man­fred Mann

über die Le­gen­de hin­ter „Smo­ke On The Wa­ter“un­ter­hal­ten, die die wah­re Ge­schich­te ei­nes Ca­si­no-Bran­des in Mon­treux er­zählt, den die Band mit­er­lebt hat.

Schnei­de­wind, der in 1953 in Hoym in der ehe­ma­li­gen DDR ge­bo­ren wur­de, be­gann sei­ner Kar­rie­re beim Ju­gend­ra­dio DT64. Die Lie­be zur Mu­sik pack­te ihn je­doch schon da­vor. „Ein Be­kann­ter war aus dem ehe­ma­li­gen Ju­go­sla­wi­en und durf­te frei in die BRD rei­sen“, er­in­ner­te sich Schnei­de­wind. „Dann hat er uns Schall­plat­ten mit West­mu­sik mit­ge­bracht.“ Da er an der Gren­ze auf­ge­for­dert wur­de, nur hoch­wer­ti­ge Kul­tur ein­zu­füh­ren, ver­pack­te er das Vi­nyl in Hül­len von Ra­vel, Beet­ho­ven oder Mo­zart. Wei­te­re Ge­schich­ten aus sei­nem Buch vol­ler Rock- und Pop­ge­schich­ten gab er eben­falls zum Bes­ten. Phil­ipp Rohn

GROS­SE KLAS­SI­KER brach­te Gün­ter Schnei­de­wind (rechts), Simon Hö­neß am Kla­vier und Sa­scha Ben­diks (Ge­sang und Ak­kor­de­on) auf die Büh­ne im Kul­tur­haus Os­ter­feld. Fo­to: Wa­cker

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