Wie kön­nen Ju­gend­li­che mo­ti­viert wer­den?

Bei EU-Kon­fe­renz in Kroa­ti­en in­for­mier­ten sich Teil­neh­mer aus dem Enz­kreis über Eh­ren­amts-Kul­tur

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS -

Enz­kreis (PK). Sehr be­ein­druckt sind die Teil­neh­mer der drit­ten Kon­fe­renz im Rah­men des EU-Pro­jekts „EVOLAQ“aus dem kroa­ti­schen Du­brov­nik zu­rück­ge­kehrt. Das Pro­jekt be­schäf­tigt sich mit der För­de­rung des Eh­ren­amts; am vor­he­ri­gen Tref­fen im Ok­to­ber im Enz­kreis hat­ten auch vie­le Ak­ti­ve aus der Re­gi­on teil­ge­nom­men.

„Bei den ers­ten bei­den Kon­fe­ren­zen ha­ben wir er­fah­ren, dass es in Kroa­ti­en ei­ne Eh­ren­amts-Kul­tur wie bei uns nicht gibt“, be­rich­tet Ers­ter Lan­des­be­am­ter Wolf­gang Herz. Des­halb ver­su­che man dort, vor al­lem das En­ga­ge­ment Ju­gend­li­cher zu för­dern. „Und das ma­chen die Ver­ant­wort­li­chen in Du­brov­nik sehr struk­tu­riert und rich­tig gut“, fin­det der Land­rats-Stell­ver­tre­ter, zu des­sen De­zer­nat un­ter an­de­rem „Fo­rum 21“mit dem bür­ger­schaft­li­chen En­ga­ge­ment im Enz­kreis ge­hört.

Vie­le Ju­gend­li­che nah­men an dem vier­tä­gi­gen Tref­fen teil; sie en­ga­gie­ren sich in selbst­ver­wal­te­ten Ju­gend­zen­tren, in Stu­den­ten­netz­wer­ken oder in Kul­tur­in­itia­ti­ven, aber auch in Be­rei­chen wie Sport oder Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen. „Das Ju­gend­rot­kreuz zum Bei­spiel war im ver­gan­ge­nen Jahr sehr oft im Ein­satz, um in den Flücht­lings­la­gern zu hel­fen, die ent­lang der so­ge­nann­ten Bal­kan­rou­te lie­gen“, hat Eh­ren­amts­ko­or­di­na­to­rin An­ge­la Ge­wie­se er­fah­ren. Ne­ben­her be­trei­ben die jun­gen Erst­hel­fer ei­nen Ju­gend­club, der 30 St­un­den pro Wo­che ge­öff­net ist – eh­ren­amt­lich. Ne­ben Be­su­chen vor Ort stan­den Dis­kus­sio­nen in in­ter­na­tio­nal be­setz­ten Work­shops im Mit­tel­punkt. Ne­ben dem Enz­kreis ar­bei­ten Kom­mu­nen aus Lett­land, Finn­land, Schwe­den, Ös­ter­reich und Ita­li­en bei „EVOLAQ“mit. Brei­ten Raum nahm die Fra­ge ein, wie Ju­gend­li­che mo­ti­viert wer­den kön­nen, sich zu en­ga­gie­ren und dann auch da­bei zu blei­ben. In Kroa­ti­en, aber auch in Lett­land, setzt man da­für auf Zer­ti­fi­ka­te, die die Tä­tig­kei­ten und durch das En­ga­ge­ment ge­won­ne­ne Qua­li­fi­ka­tio­nen be­schei­ni­gen. „Für die jun­gen Men­schen scheint das Eh­ren­amt ein ers­ter Ein­stieg in das Be­rufs­le­ben zu sein“, hat Andrea Stark vom Kreis­ju­gend­ring er­fah­ren. Aber auch die An­er­ken­nung sei of­fen­bar für Ju­gend­li­che wich­tig: „Da dürf­ten bei uns noch öf­ter den Wor­ten auch ent­spre­chen­de Ta­ten fol­gen“, fin­det Gu­drun Au­gen­stein, Vor­sit­zen­de des Sport­krei­ses Pforz­heim Enz­kreis. Den ge­sam­ten Eh­ren­amts-Be­reich hat die Stadt Du­brov­nik ih­rer kom­mu­na­len Ent­wick­lungs-Ge­sell­schaft „DURA“über­tra­gen. Die­se be­rät und be­glei­tet En­ga­gier­te, ver­mit­telt Kon­tak­te und or­ga­ni­siert ei­ge­ne Events. Vor al­lem lau­fen dort al­le Fä­den zu­sam­men, die dann mit an­de­ren The­men der Stadt­ent­wick­lung und der Wirt­schafts­för­de­rung ver­knüpft wer­den kön­nen. „Ein sehr in­ter­es­san­ter An­satz, bei dem wir uns viel­leicht das ei­ne oder an­de­re zur Wei­ter­ent­wick­lung un­se­rer Frei­wil­li­gen-Agen­tu­ren im Enz­kreis ab­schau­en kön­nen“, fin­det Strau­ben­hardts Bür­ger­meis­ter und Kreis­rat Hel­ge Vieh­weg. Auch Anne Heß, Be­reichs­lei­te­rin Eh­ren­amt beim Ver­ein „mit­ein­an­der­le­ben“, hat sich un­ter die­sem Blick­win­kel an­ge­se­hen, wie die Ent­wick­lungs-Ge­sell­schaft ar­bei­tet. Das Pro­jekt „EVOLAQ“läuft noch bis En­de 2017. Im kom­men­den Jahr wird es un­ter an­de­rem um Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten im länd­li­chen Raum, Trai­ning und Ko­or­di­na­ti­on so­wie die Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen Kom­mu­nen und Eh­ren­amt­li­chen ge­hen.

Vie­le Ju­gend­li­che neh­men an Tref­fen teil

Fo­to: PK

EI­NE FÜH­RUNG durch das his­to­ri­sche Stadt­zen­trum von Du­brov­nik stand für die De­le­ga­ti­on aus dem Enz­kreis eben­falls auf dem Plan.

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