Ma­de in Ger­ma­ny

Son­der­mar­ken ab 8. De­zem­ber

Pforzheimer Kurier - - HOBBY UND FREIZEIT -

Theo Bau­mann hat noch er­fah­ren, dass sein Werk zu den Eh­ren ei­ner Son­der­mar­ke kom­men wür­de, doch hat er kei­ne Ge­le­gen­heit mehr, sie in Hän­den zu hal­ten: Der Künst­ler ist im Au­gust in sei­nem süd­ba­di­schen Hei­mat­ort ge­stor­ben, die Mar­ke kommt erst jetzt in den Han­del. Sie zeigt Glas­ge­fä­ße, die Bau­mann An­fang der sech­zi­ger Jah­re für die schwä­bi­sche Fir­ma Gral­glas ent­wor­fen hat­te und die heu­te als mo­der­ne Klas­si­ker gel- „De­sign aus Deutsch­land“ist der Ti­tel der neu­en Son­der­mar­ken­se­rie, da ziemt es sich, den Mit­grün­der und lang­jäh­ri­gen Prä­si­den­ten des Ver­ban­des Deut­scher In­dus­trie De­si­gner zu wür­di­gen. In­ter­na­tio­nal be­kannt wur­de Bau­mann mit den Fens­tern und Glas­wän­den, die er 1953 für Egon Eier­manns Pforz­hei­mer Mat­thä­us­kir­che ge­stal­te­te. Er ar­bei­te­te zeit­wei­se für nam­haf­te Por­zel­lan­her­stel­ler und die Karls­ru­her Ma­jo­li­ka. Der Mö­bel­her­stel­ler Vi­tra ver­dankt ihm den Ent­wurf ei­nes Ple­xi­glas­stuhls. Da­bei han­delt es sich aber nicht um das Sitz­mö­bel, das auf der zwei­ten De­sign-Mar­ke zu se­hen ist. Die­ser Schlau­fen­stuhl aus dem Hau­se COR ist viel­mehr ein Ent­wurf von LuiHans gi Co­la­ni aus dem Jahr 1968. Un­ver­kenn­bar sind die or­ga­nisch-flie­ßen­den Li­ni­en, die Co­la­nis ge­sam­tes Werk prä­gen. Vom Ku­gel­schrei­ber über Mö­bel, Mu­sik­in­stru­men­te und Elek­tro­ge­rä­te bis hin zu Fahr- und Flug­zeu­gen reicht das Spek­trum sei­ner Ar­bei­ten. Co­la­ni ar­bei­te­te in vie­len Län­dern der Welt; heu­te hat der 88-Jäh­ri­ge sei­nen Haupt­wohn­sitz im Karls­ru­her Stadt­teil Neu­reut.

En­de De­zem­ber 1816 wur­de in Bre­men der Sta­pel­lauf des ers­ten deut­schen Dampf­schiffs „Die We­ser“ge­fei­ert, was der Post eben­falls ei­ne Son­der­mar­ke wert ist. Wo­bei Tech­nik­his­to­ri­ker dar­auf hin­wei­sen, dass in Deutsch­land schon zu­vor Dampf­schif­fe ge­baut wor­den wa­ren, al­ler­dings nach bri­ti­schen Plä­nen und von bri­ti­schen Fach­leu­ten. Auch „Die We­ser“wur­de von ei­ner bri­ti­schen Ma­schi­ne an­ge­trie­ben, aber de­ren In­stal­la­ti­on über­wach­te im­ten. mer­hin ein deut­scher Bau­lei­ter. Im Früh­jahr 1817 nahm der Rad­damp­fer den Ver­kehr auf der Un­ter­we­ser zwi­schen Bra­ke und Bre­men auf. Weil der Fluss stark ver­lan­det war, konn­te er zu­vor nur von lang­sa­men Se­gel­k­äh­nen be­fah­ren wer­den. Sie brauch­ten für die rund 40 Ki­lo­me­ter lan­ge Stre­cke Ta­ge, bei be­son­ders wid­ri­ger Wit­te­rung bis zu zwei Wo­chen. Der Damp­fer be­wäl­tig­te die Stre­cke mit sei­ner 14 PS star­ken Ma­schi­ne bin­nen sie­ben St­un­den. Ein wirt­schaft­li­cher Er­folg wur­de das Un­ter­neh­men des Kauf­manns Fried­rich Schrö­der trotz der an­fäng­li­chen gro­ßen Zahl von Fahr­gäs­ten al­ler­dings nicht. En­de 1833 ab­sol­vier­te „Die We­ser“ih­re letz­te Fahrt und wur­de an­schlie­ßend ab­ge­wrackt. ldt

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