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Der Koch Ca­re­me wur­de nach Brigh­ton be­ru­fen, um über die Kü­che des Prinz­re­gen­ten zu herr­schen. Je­den Mor­gen ent­warf er vor den Au­gen des Prin­zen die Spei­sen­fol­ge. Ei­nes Mor­gens sag­te der Prinz: „Ca­re­me, al­les, was du machst, ist her­vor­ra­gend, aber bei sol­cher Üp­pig­keit wer­de ich noch an ei­nem Ma­gen­lei­den ster­ben.“– „Kö­nig­li­che Ho­heit“, er­wi­der­te der Koch, „mei­ne Sa­che ist es, den Ap­pe­tit eu­rer Ho­heit zu rei­zen, nicht, ihn zu re­gu­lie­ren.“

Ei­ne vor­neh­me Pa­ri­ser Da­me, die un­ter ih­ren Gäs­ten im­mer auch Be­kann­te von Hei­ne zu Tisch lud, nie­mals aber Hei­ne, sag­te ihm schließ­lich ein­mal: „Kom­men Sie doch zum schwar­zen Kaf­fee!“„Ich kann lei­der nicht, Grä­fin“, er­wi­der­te Hei­ne. „Ich trin­ke den schwar­zen Kaf­fee im­mer nur dort, wo ich ge­ges­sen ha­be.“

Der Schau­spie­ler Foo­te war in Du­blin beim Her­zog von Leins­ter zu Tisch ge­la­den; nach­her er­zählt er: „Ja, es ging sehr glän­zend zu, und wenn man Lust ge­habt hät­te, Sil­ber­schüs­seln zu es­sen, so wä­re man satt ge­wor­den. Al­les Üb­ri­ge aber, der Ham­mel war weiß, das Kalb­fleisch rot, der Fisch zer­kocht, das Wild zu roh, al­les war kalt, bis auf das Ge­fro­re­ne, al­les war sau­er bis auf den Es­sig.“

Zu dem Phi­lo­so­phen Fon­ten­el­le sag­te sein Arzt: „Der Kaf­fee ist ein lang­sa­mes Gift.“– „Das kann man wohl sa­gen, dass er ein lang­sa­mes Gift ist“, er­wi­der­te Fon­ten­el­le. „Ich trin­ke ihn je­den Tag und bin über acht­zig Jah­re alt ge­wor­den.“Und Fon­ten­el­le wur­de hun­dert Jah­re alt!

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