Ver­trau­en der Pa­ti­en­ten kehrt zu­rück

Uni­k­li­nik Mann­heim sieht sich auf gu­tem Weg

Pforzheimer Kurier - - SÜDWESTECHO - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Ani­ka von Gre­ve-Dier­feld

Mann­heim. Mehr als zwei Jah­re nach dem Skan­dal um ver­un­rei­nig­tes Ope­ra­ti­ons­be­steck ist die Af­fä­re für das Mann­hei­mer Uni­k­li­ni­kum weit­ge­hend aus­ge­stan­den; al­ler­dings bleibt das Kran­ken­haus in den ro­ten Zah­len. Zum Jah­res­en­de rech­ne man mit ei­nem Mi­nus von et­wa 15 Mil­lio­nen Eu­ro, sag­te ein Kli­nik­spre­cher. Nach ei­nem Ver­lust von 40 Mil­lio­nen Eu­ro im ver­gan­ge­nen Jahr zei­ge dies aber, dass das Kli­ni­kum fi­nan­zi­ell auf ei­nem gu­ten Weg sei. Auch die Kon­trol­len sei­tens des zu­stän­di­gen Re­gie­rungs­prä­si­di­ums Karls­ru­he wür­den nun zum nor­ma­len Rhyth­mus zu­rück­keh­ren.

Im Herbst 2014 wa­ren Män­gel bei der Rei­ni­gung von OP-Be­steck auf­ge­deckt wor­den und hat­ten das Kran­ken­haus auch in fi­nan­zi­el­le Schwie­rig­kei­ten ge­bracht. In­zwi­schen hät­ten sich die Fall­zah­len je­doch wie­der voll­stän­dig er­holt. Sie lä­gen mit rund 40 500 in den ers­ten zehn Mo­na­ten des lau­fen­den Jah­res so­gar et­was hö­her als vor dem Skan­dal. Es bleibt den An­ga­ben zu­fol­ge bei dem Ziel, bis 2020 wie­der ei­ne schwar­ze Null zu schrei­ben. In den Jah­ren vor der Af­fä­re wa­ren re­gel­mä­ßig Über­schüs­se er­wirt­schaf­tet wor­den – zu­letzt im Jahr 2013 rund 4,5 Mil­lio­nen Eu­ro. Das Re­gie­rungs­prä­si­di­um hat­te das Mann­hei­mer Kran­ken­haus al­lein im Jahr 2015 acht­mal kon­trol­liert und in die­sem Jahr be­reits vier­mal.

Ab jetzt wer­de man aber wie­der zur Rou­ti­ne zu­rück­keh­ren und das Kli­ni­kum im Drei­jah­res­tur­nus be­su­chen, sag­te ein Be­hör­den­spre­cher. Das Kran­ken­haus be­fin­de sich auf ei­nem gu­ten Weg. „Ver­trau­en kommt zu Fuß und geht zu Pferd“, kom­men­tier­te der Kli­nik­spre­cher im Rück­blick die Re­ak­ti­on der Öf­fent­lich­keit nach dem Be­kannt­wer­den des Skan­dals. In­zwi­schen sei die größ­te Ver­trau­ens­kri­se bei den Pa­ti­en­ten aber über­wun­den. Un­ter an­de­rem hat das Kran­ken­haus ein In­for­ma­ti­ons­blatt her­aus­ge­ge­ben und er­klärt in ei­nem Film, wie die Ope­ra­ti­ons­be­ste­cke ge­rei­nigt wer­den. „Das In­ter­es­se der Pa­ti­en­ten ist sehr groß.“

Die Staats­an­walt­schaft er­mit­telt we­gen Ver­sto­ßes ge­gen das Me­di­zin­pro­duk­te­ge­setz be­reits seit mehr als zwei Jah­ren und in­zwi­schen ge­gen sechs Be­schul­dig­te, er­klär­te ein Spre­cher. „Es ist ein au­ßer­ge­wöhn­li­ches Ver­fah­ren und nicht all­täg­lich.“Es fehl­ten noch Gut­ach­ten und letz­te Er­geb­nis­se. Ob es zu ei­ner An­kla­ge kommt, ist völ­lig of­fen.

Af­fä­re um Hy­gie­ne­män­gel liegt über zwei Jah­re zu­rück

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