Be­ne­fiz-Ga­la „Wahn­sin­nig bunt“in Karls­ru­he

Pforzheimer Kurier - - KULTUR -

Un­ter „bunt“ver­steht der Du­den, im Ge­gen­satz zu den „un­bun­ten“Far­ben weiß, grau und schwarz, ei­ne Far­be, die aus meh­re­ren ver­schie­de­nen, meist leuch­ten­den, ein­zel­nen Farb­tö­nen be­steht. In der Be­deu­tung von viel­ge­stal­tig und ge­mischt über­trägt man die­se Farb­be­schrei­bung gern auf kul­tu­rel­le Er­eig­nis­se, die mehr als ei­ne Spar­te um­fas­sen. Ein sol­ches viel­sei­ti­ges, sei­nem Ti­tel ge­mäß „wahn­sin­nig bun­tes“Pro­gramm, bot das Ba­di­sche Staats­thea­ter mit sei­ner dies­jäh­ri­gen Be­ne­fiz­ga­la zu Guns­ten der Aids-Hil­fe Karls­ru­he vor ei­nem be­geis­ter­ten Pu­bli­kum im voll be­setz­ten Klei­nen Haus.

Die­ses Mot­to war nicht nur Pro­gramm für den Abend, son­dern stand auch für den zwi­schen­mensch­li­chen Um­gang in ei­nem so­zia­len, fa­cet­ten­rei­chen Um­feld. So ga­ben zahl­rei­che Künst­ler und Künst­le­rin­nen aus der Re­gi­on Ein­bli­cke in ih­ren künst­le­ri­schen Um­gang mit The­men, wie Tod, Le­ben oder ein­fach dem An­ders­sein oder der Aus­gren­zung aus der gro­ßen, als „nor­mal“gel­ten­den Men­ge. Der Karls­ru­her Les­ben­chor „Die Wei­bra­ti­ons“ge­stal­te­te mit fre­chen Tex­ten zu be­kann­ten Me­lo­di­en und ei­nem hoch­ste­hen­den A-cap­pel­la-Ch­or­ge­sang un­ter sei­ner lang­jäh­ri­gen Chor­lei­te­rin Eva Hil­fin­ger ei­ne char­mant­stim­mungs­vol­le Ou­ver­tü­re.

Die Band „Ta­xi Sandan­ski“ver­setz­te mit ih­rer groo­ve­ar­ti­gen In­ter­pre­ta­ti­on der Bal­kan- und Gyp­sy­mu­sik das Pu­bli­kum auf den Sit­zen in ei­ne kaum zu bän­di­gen­de Tanz­stim­mung. Ein Stim­mungs­mo­ment, das der preis­ge­krön­te Poe­try Slam­mer, Ste­fan Un­ser, mit sei­nen Wort­bil­dern em­pa­thisch wei­ter­führ­te und das der Sän­ge­rin An­net­te Pos­tel in der für sie ty­pi­schen weib­li­chen Spiel­art mit ih­rer ein­drück­li­chen Stim­me auf­griff.

Eben­so steu­er­ten En­sem­ble­mit­glie­der des Staats­thea­ters ein­drück­li­che Dar­bie­tun­gen zum Pro­gramm bei. Ei­ner des­sen Hö­he­punk­ten war das ko­mi­sche Streit­du­ett der bei­den viel­ver­spre­chen­den, jun­gen Te­nö­re, Ca­me­ron Be­cker, und Ja­mes Ed­gar Knight. Das Bal­lett war mit zwei im höchs­ten Ma­ße be­ein­dru­cken­den Cho­reo­gra­fi­en ver­tre­ten, näm­lich „Ge­fan­gen“(Tän­zer: Ble­di Be­j­le­ri, Til­jaus Lu­kaj; Cho­reo­gra­fie von Ble­di Be­j­le­ri) und „Grau­zo­ne“(Tän­zer: La­ris­sa Mo­ta, Su-Jung Lim, Ro­ger Ne­ves, Zhi Le Xu; Cho­reo­gra­fie: Emiel Van­den­berg­he). Mit sehr gro­ßer Ver­ve wur­den hier Emp­fin­dun­gen mu­si­ka­lisch und tän­ze­risch mit Ele­men­ten aus dem klas­si­schen Bal­lett und Fi­gu­ren aus dem Hi­p­hop und Street­dance ver­eint und zur tän­ze­ri­schen Ge­fühls­bil­dern fas­zi­nie­rend um­ge­setzt. Bri­git­te Zi­kesch

Abend am Staats­thea­ter zu­guns­ten der Aids-Hil­fe

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