Wild und düs­ter

Pforzheimer Kurier - - FERNSEHEN -

„Tat­ort: Wo­für es sich zu le­ben lohnt“(So., Das Ers­te): Da fährt sie hin, die Kom­mis­sa­rin Kla­ra Blum, und kommt nicht wie­der. Ihr Ab­gang dürf­te bei re­gel­mä­ßi­gen „Tat­ort“-Gu­ckern ge­misch­te Ge­füh­le aus­lö­sen. Im­mer­hin brach­te Eva Mat­tes als bo­den­stän­di­ge, neu­ro­sen­freie, müt­ter­lich wir­ken­de Er­mitt­le­rin ei­ne ei­ge­ne No­te in den Rei­gen der Kom­mis­sa­re. Zum Ab­schied lässt es nicht die ge­sund­heit­lich an­ge­schla­ge­ne Kla­ra Blum, son­dern Re­gis­seu­rin Ael­run Goet­te or­dent­lich kra­chen mit ei­ner wil­den, fast sur­rea­len, düs­ter grun­dier­ten und zugleich schwarz­hu­mo­ri­gen Ge­schich­te um ei­ne be­tag­te Da­men­WG, die ei­nen rechts­po­pu­lis­ti­schen Po­li­ti­ker und ei­nen Spe­ku­lan­ten meu­chelt. Auch ei­nem Tex­til­fa­bri­kan­ten (Mat­thi­as Ha­bich), der Kin­der in Ban­gla­desch für sich ar­bei­ten lässt, wä­re es bei­nah an den Kra­gen ge­gan­gen. Aber Kla­ra Blum funkt mit letzter Kraft da­zwi­schen. An dem Stell­dich­ein der Fass­bin­der-Aktri­cen Irm Her­mann, Han­na Schy­gul­la und Irm Her­mann mit dem eins­ti­gen Kü­ken des Fass­bin­der-Clans, näm­lich Eva Mat­tes, kön­nen Film­nost­al­gi­ker ih­re Freu­de ha­ben, Kri­mi­freun­de we­ni­ger. Aber zum Schluss darf auch der an­sons­ten eher kreuz­bra­ve Bo­den­see-Tat­ort mal über die Strän­ge schla­gen. pe­ko

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