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Lö­wen brin­gen Pau­sen­füh­rung ge­gen Han­no­ver recht si­cher über die Zeit / Elf To­re von Schmid

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Rein­hard Sogl

Mann­heim. Auch ein Mann mit Sehn­sucht nach der wei­ten Welt freut sich stets auf die Rück­kehr in sein Zu­hau­se. „Es tut rich­tig gut, nach zwei Wo­chen wie­der im ei­ge­nen Bett ge­schla­fen zu ha­ben“, mein­te Kim Ek­dahl du Rietz am Sams­tag nach dem 34:30(18:13)-Heim­sieg der Rhein-Neckar Lö­wen in der Hand­ball-Bun­des­li­ga ge­gen den Ta­bel­len­fünf­ten TSV Han­no­ver-Burg­dorf und dem da­mit ge­hal­te­nen An­schluss an die eben­falls mit zwei Mi­nus­punk­ten vor ih­nen ge­lis­te­ten Flens­bur­ger und Kie­ler.

Ganz so wört­lich mit dem Schlum­mern im ei­ge­nen Bett nach 14 Ta­gen war der Schwe­de, der wo­mög­lich schon 2017 sei­nen Be­ruf auf­ge­ben und auf Weltent­de­ckung ge­hen wird, zwar nicht zu ver­ste­hen. Aber die vie­len Di­enst­rei­sen in Li­ga und Kö­nigs­klas­se seit Mit­te No­vem­ber steck­ten den Spie­lern des Deut­schen Meis­ters doch in den Kno­chen. Wes­halb Trai­ner Ni­ko­laj Ja­cob­sen auch kaum ein Wort der Kri­tik an den vie­len Ge­gen­to­ren über die Lip­pen kam und sich statt­des­sen „sehr zu­frie­den“und „stolz auf die Mann­schaft“äu­ßer­te.

Schließ­lich hat­ten die Lö­wen nur ei­nen Tag, um sich auf die TSV vor­zu­be­rei­ten, nach­dem sie noch am Don­ners­tag­abend in Zagreb ei­ne 21:25-Nie­der­la­ge in der Cham­pi­ons Le­ague kas­siert hat­ten. Wie in Kroa­ti­en, wo die Ba­de­ner mit ei­ner 15:10-Füh­rung in die Pau­se ge­gan­gen wa­ren, la­gen die Lö­wen vor 7 507 Zu­schau­ern in der SAP-Are­na wie­der mit fünf To­ren vorn. Doch dies­mal wa­ren sie ge­willt, den Vor­sprung nicht wie­der durch ei­ne de­sas­trö­se Vier­tel­stun­de nach Wie­der­be­ginn mit nur ei­nem ei­ge­nen Tref­fer wie noch in Zagreb aufs Spiel zu set­zen. „Wir ha­ben uns in der Pau­se ge­sagt, dass wir die ers­ten Mi­nu­ten gut spie­len müs­sen, da­mit wir uns wei­ter ab­set­zen kön­nen. Das ha­ben wir dann auch ge­tan“, sag­te Ka­pi­tän An­dy Schmid, der genau in der heik­len Pha­se Ver­ant­wor­tung über­nom­men hat­te und zwi­schen der 31. und 47. Mi­nu­te sei­nen in der ers­ten Hälf­te er­ziel­ten vier To­ren wei­te­re sie­ben hin­zu­füg­te zum 28:21-Zwi­schen­stand. Zwar lie­ßen da­nach Kraft und Kon­zen­tra­ti­on der Lö­wen nach, so dass die Gäs­te den Rück­stand kurz­zei­tig auf drei To­re ver­kürz­ten, brenz­lig aber wur­de es für die Haus­her­ren nicht. „Wir wa­ren ge­fühlt mehr als die vier To­re bes­ser“, mein­te Schmid, der die Hin­ga­be des Teams lob­te: „Kämp­fe­risch war das rich­tig gut.“Wich­tig sei in die­ser for­dern­den Pha­se der Sai­son, „dass man die zwei Punk­te holt“und nicht un­be­dingt bril­lie­re.

Bis zum 8:9 in der 16. Mi­nu­te nach 5:7-Rück­stand ta­ten sich die Lö­wen schwer. „Der An­fang war et­was trä­ge“, gab Ek­dahl du Rietz zu, wo­bei er sich aber aus­neh­men durf­te. Denn der Halb­lin­ke, der auf sie­ben To­re kam, zeich­ne­te mit drei Tref­fern in den ers­ten sechs Mi­nu­ten da­für ver­ant­wort­lich, dass die Nie­der­sach­sen nicht da­von­zie­hen konn­ten. Erst als die Lö­wen nach ei­ner Vier­tel­stun­de von ei­ner 6:0- auf ei­ne 5:1-Ab­wehr um­stell­ten, be­ka­men sie den star­ken Rück­raum um die Na­tio­nal­spie­ler Kai Häf­ner und Fa­bi­an Böhm bes­ser in den Griff. Mit ei­nem 7:0-Lauf bis zur 25. Mi­nu­te auf 15:9 leg­ten sie die Ba­sis zum Sieg, der auch durch die tak­ti­sche Um­stel­lung der Gäs­te auf sie­ben Feld­spie­ler nicht ernst­haft in Ge­fahr ge­riet.

Ek­dahl du Rietz und Kol­le­gen konn­ten sich al­so zu­frie­den schla­fen le­gen im ei­ge­nen Bett, das sie auch in den nächs­ten zwei­ein­halb Wo­chen un­un­ter­bro­chen nut­zen kön­nen auf­grund von Heim­spie­len und nur zwei Rei­sen nach Ba­lin­gen. Am Mitt­woch kommt der TBV Lem­go.

Rhein-Neckar Lö­wen: Schmid 11, Si­gurds­son 7/1, Ek­dahl du Rietz 7, Pe­ters­son 5, Guar­dio­la 2, Gro­etz­ki 1, Pe­keler 1.

Han­no­ver-Burg­dorf: Häf­ner 7, Böhm 6, Hykke­rud 5, Lehn­hoff 4/2, Ol­sen 3, Schmidt 2, Kas­ten­ing 2, Jo­hann­sen 1.

WILD ENTSCHLOSSEN prä­sen­tier­te sich An­dy Schmid, der ge­gen die Han­no­ve­ra­ner um Fa­bi­an Böhm (links) und Erik Schmidt (rechts) elf To­re er­ziel­te. Fo­to: GES

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