„Es hät­te viel schlim­mer kom­men kön­nen“

Feu­er­wehr kon­zen­triert sich bei Groß­feu­er auf RVS-Be­triebs­hof auf die Si­che­rung der an­de­ren Bus­se

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Edith Kopf

Sechs Bus­ge­rip­pe auf dem Süd­west­bus-Ge­län­de zwi­schen Ei­sen­bahn­glei­sen und Blü­cher­stra­ße; zwei wei­te­re Bus­se sind be­schä­digt: Ein Er­folg aus Sicht der Pforz­hei­mer Feu­er­wehr. Denn es hät­te viel schlim­mer kom­men kön­nen bei dem Groß­feu­er am Sams­tag­mor­gen mit rund ei­ner Mil­li­on Eu­ro Sach­scha­den.

Die Bus­se ste­hen Tür an Tür und bren­nen lich­ter­loh, als die Ein­satz­kräf­te ge­gen 4.18 Uhr auf den Be­triebs­hof fah­ren. Da gibt es nichts mehr zu ret­ten. Die Feu­er­wehr kon­zen­triert sich auf die vie­len Bus­se links und rechts der rie­si­gen Feu­er­stel­le. Ein­satz­lei­ter vom Di­enst, Hanns-Die­ter Fluck, zählt zwei auf der ei­nen und 15 auf der an­de­ren Sei­te der Feu­er­wand. Schwie­rig ist auch, „über­haupt erst an die bren­nen­den Fahr­zeu­ge ran zu kom­men.“

Ei­ner der Bus­se steht quer ge­parkt, wie auch noch zu se­hen ist, als sich ge­gen 10 Uhr Ober­bür­ger­meis­ter Gert Ha­ger ge­mein­sam mit der Lei­te­rin der Nie­der­las­sung, San­dra Schön­herr, ei­nen Ein­druck ver­schafft. Das Ge­spräch ist dis­kret. Schließ­lich steht un­aus­ge­spro­chen die Be­fürch­tung im Raum, es könn­te ge­zün­delt wor­den sein. Die Spu­ren­si­che­rung, die sich fast zeit­gleich an die Ar­beit macht, fin­det kei­ne An­halts­punk­te für der­ar­ti­ge Spe­ku­la­tio­nen. Die Er­mitt­lun­gen ge­hen aber heu­te wei­ter.

Es ist kurz nach vier Uhr, als ein An­woh­ner am Sams­tag zum Hö­rer greift und den Brand mel­det. Um 4.13 Uhr wird bei der Feu­er­wehr Alarm aus­ge­löst. Nach und nach brau­sen 15 Fahr­zeu­ge und 30 Haupt- und Eh­ren­amt­li­che Kräf­te aus Eu­tin­gen, dem Haidach und Bröt­zin­gen/West­stadt in die Blü­cher­stra­ße. Sie kämp­fen sich durch und fin­den vor al­lem die gro­ße Was­ser­quel­le, die sie brau­chen, für die fünf Roh­re, durch die pro Mi­nu­te ins­ge­samt 2 000 Li­ter Schaum zi­schen.

Die Lösch­ar­bei­ten dau­ern bis 7.29 Uhr, dann ist ab­pum­pen an­ge­sagt. Aus den to­tal zer­stör­ten Bus­sen wer­den laut Fluck noch et­wa 1 000 Li­ter Die­sel ge­si­chert. Die Ge­fahr ei­ner Ex­plo­si­on ha­be ver­nach­läs­sigt wer­den kön­nen, er­läu­tert Fluck. Der Treib­stoff nei­ge nicht da­zu. Die Me­tall­tanks und das kal­te Wetter tun ein üb­ri­ges da­für, dass sich die Lösch­trupps auf die Si­che­rung der an­de­ren Fahr­zeu­ge kon­zen­trie­ren kön­nen. Das größ­ten­teils un­ter­ir­disch an­ge­leg­te Die­sel­la­ger ist aus Sicht der Fach­leu­te weit ge­nug weg.

Das gilt auch für die An­woh­ner auf der an­de­ren Stra­ßen­sei­te, die im­mer wie­der durch Ex­plo­si­ons­ge­räu­sche er­schre­cken. Sie se­hen zwar die me­ter­ho­hen Flam­men wü­ten, aber nicht die Rei­fen, die in der Hit­ze auf­blä­hen und dann plat­zen.

Wäh­rend die Kri­mi­nal­po­li­zei die Spu­ren si­chert und Nie­der­las­sungs­lei­te­rin Schön­herr schaut, wo sie Er­satz her be­kommt für die sechs aus­ge­brann­ten Bus­se – drei da­von sind nigel­na­gel­neue Fahr­zeu­ge für die neu­en Pforz­hei­mer Li­ni­en des RVS, sind die Fah­rer schon wie­der un­ter­wegs. Es gab Ver­spä­tun­gen, sagt Schön­herr, aber spä­tes­tens heu­te soll al­les wie­der lau­fen, als wä­re nichts ge­we­sen – ganz so wie Sams­tag­nacht, be­vor Groß­ein­satz an­ge­sagt ist. Der letz­te Bus wird ge­gen 3 Uhr ab­ge­stellt. „Es kann schon ei­ne Wei­le dau­ern, bis aus ei­nem tech­ni­schen De­fekt ein Feu­er wird“, sagt Fluck. Wenn es dann aber so­weit ist und all das Plas­tik im In­nen­raum er­reicht ist, „dann geht es ra­send schnell“: Fens­ter plat­zen und der nächs­te Bus ist auch nicht weit.

MIT 2 000 LI­TER SCHAUM PRO MI­NU­TE er­stickt die Feu­er­wehr den Brand, der am Sams­tag­mor­gen von sechs Bus­sen nur noch das Metallgerippe üb­rig lässt. Da­mit ge­lingt es, das Feu­er auf den Brand­herd ein­zu­gren­zen, den die Ein­satz­kräf­te um 4.18 Uhr vor­ge­fun­den ha­ben. Fo­to: Ei­se­mann

METERHOHE FLAM­MEN schie­ßen aus sechs Bus­sen, die auf dem RVS-Be­triebs­hof bei der Blü­cher­stra­ße ge­parkt sind. Die Er­mitt­lun­gen ge­hen in Rich­tung tech­ni­scher De­fekt. Fo­to: Roth

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