Schwie­ri­ge Zei­ten schwei­ßen zu­sam­men

Ju­gend­haus­chef Bart De­wi­jze und SJR-Ge­schäfts­füh­rer Hart­mut Wa­gner er­öff­nen das Pro­vi­so­ri­um

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Su­san­ne Roth

Saad (17) und Ade­eb (15) strah­len übers gan­ze Ge­sicht. „Uns ge­fällt es to­tal gut hier“, sa­gen die Ju­gend­li­chen, die in den ver­gan­ge­nen Wo­chen die Är­mel hoch ge­krem­pelt ha­ben, um Ju­gend­haus-Chef Bart De­wi­jze beim Um­zug ins vor­über­ge­hen­de Do­mi­zil in der West­li­chen Karl-Fried­rich-Stra­ße 89 zu hel­fen. Dort wer­den sie bis En­de 2018 vor­aus­sicht­lich blei­ben, so lan­ge dau­ert der Um­bau ih­res bis­he­ri­gen Treffs.

Was noch zu ge­brau­chen war, ha­ben die 40 Jungs die we­ni­gen Me­ter vom Haus am Ben­cki­ser Park in die ehe­ma­li­ge Det­tin­ger-Schmuck­fa­brik ge­schleppt: Kü­che, Mö­bel, Bü­cher, Spie­le und mehr – ins­ge­samt 15,5 Ton­nen. Die Kü­che wird nicht mehr zu­rück ge­schleppt, so viel steht laut Stadt­ju­gend­ring-Ge­schäfts­füh­rer Hart­mut Wa­gner jetzt schon fest, der au­ßer­dem bis da­hin noch Spon­so­ren für die In­nen­aus­stat­tung sucht. Aber jetzt ist erst ein­mal Ver­schnauf­pau­se an­ge­sagt. Was auch drin­gend nö­tig ist, denn die Su­che nach dem Pro­vi­so­ri­um ge­stal­te­te sich äu­ßerst schwie­rig, oh­ne viel Un­ter­stüt­zung und war sozu­sa­gen auf Kan­te ge­näht, wie Wa­gner wei­ter er­zählt.

Bart De­wi­jze aber sah sich von be­geis­ter­ten Jungs um­ringt, die mit Feu­erei­fer Holz­ver­scha­lun­gen in den neu­en Räu­men ent­fern­ten und Sperr­müll al­ler Art nach drau­ßen schlepp­ten. „Die zwei Mo­na­te des Um­zugs ha­ben ei­ne tol­le Bin­dung ge­bracht un­ter den Ju­gend­li­chen. Es hat ih­nen Spaß ge­macht, zu ran­da­lie­ren“, scherzt De­wi­jze. Sich aus­to­ben zu kön­nen, das ist das ein­zi­ge Man­ko an der der­zei­ti­gen Un­ter­kunft – den Park ver­mis­sen die Ju­gend­li­chen sehr und man mer­ke auch deut­lich an der Un­ru­he, dass die Ju­gend­li­chen nicht mehr so oft drau­ßen to­ben könn­ten, sagt der Ju­gend­haus-Chef. „Jetzt geht man halt mit ei­nem Lei­ter­wa­gen rü­ber“, er­gänzt Hart­mut Wa­gner. In dem wird das Equip­ment für die Out­door-Ak­ti­vi­tä­ten trans­por­tiert. Die Nä­he zum Park und der un­kom­pli­zier­te Ver­mie­ter sei­en aus­schlag­ge­bend für die Wahl die­ses Stand­orts ge­we­sen.

Am Sams­tag nun hat es zwar kein rau­schen­des Fest ge­ge­ben, aber doch nach knapp ei­ner Wo­che des Be­triebs ei­ne of­fi­zi­el­le Ein­wei­hung, zu der sich Ver­tre­ter der Stadt so­wie Po­li­ti­ker bis zur Bun­des­tags­ebe­ne bli­cken las­sen. Ein gro­ßes Schild am Ein­gang der Ha­ber­mehl­stra­ße weist den Weg ins vor­über­ge­hen­de Do­mi­zil. Wäh­rend vor dem Ein­gang die Würs­te auf dem Grill ge­wen­det wer­den, schau­en sich die Be­su­cher in den der­zeit 450 Qua­drat­me­ter gro­ßen Räu­men um, die mit So­fas und Bil­lard­ti­schen be­stückt sind. Ne­ben der Kü­che gibt es ei­nen gro­ßen Raum. Dort kön­nen wie­der ma­xi­mal 15 jun­ge Men­schen bei den Haus­auf­ga­ben be­treut wer­den. Ins­ge­samt kom­men 80 Ju­gend­li­che und 30 Kin­der pro Tag ins Haus. Des­halb wird die ge­plan­te räum­li­che Er­wei­te­rung um 150 Qua­drat­me­ter auch sehn­süch­tig er­war­tet. Dann passt wie­der al­les und die schwie­ri­gen Mo­na­te, in de­nen Bart De­wi­jze mit sei­nen Schütz­lin­gen auch Un­ter­schlupf bei an­de­ren Ju­gend­häu­sern, in der Bi­b­lio­thek und auch mal im Kul­tur­haus Os­ter­feld ge­fun­den und vie­le Aus­flü­ge mit ih­nen ge­macht hat, sind ver­ges­sen.

BART DE­WI­JZE (MIT­TE) UND SEI­NE JUNGS sind durch die schwie­ri­ge Über­gangs­pha­se bis zum Ein­zug ins Pro­vi­so­ri­um ei­ne ein­ge­schweiß­te Trup­pe ge­wor­den. Mit auf dem Fo­to ist auch Te­am­mit­ar­bei­ter und Bau­re­fe­rent Marc Feltl (Drit­ter von links) Fo­to: Roth

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