Lä­cheln und noch­mal lä­cheln

Ju­gend-Gar­de-Tanz­tur­nier in Pforz­heim: Tan­zen für ei­nen Platz bei der Meis­ter­schaft-Süd

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Ul­la Donn-von Yrsch

Die Hal­le ist ge­rap­pelt voll: un­ten die über 300 Tur­nier­teil­neh­mer, oben, auf den Rän­gen, sit­zen die mit­ge­reis­ten Fans. Das 1. Ju­gend-Gar­de-Tanz­tur­nier in Pforz­heim ist ei­nes von 38 Qua­li­fi­zie­rungs­tur­nie­ren für Kar­ne­valstanz in Deutsch­land, um bei ei­ner deut­schen Meis­ter­schaft mit­tan­zen zu kön­nen. Die Tanz­meis­ter­schaft wur­de 36 Jah­re von der Tanz­sport­ge­mein­schaft Stadt­gar­de Pforz­heim durch­ge­führt. Nach dem Zu­sam­men­schluss mit der Kar­ne­val-Ge­sell­schaft Hoch­burg 1972 star­tet die Zäh­lung jetzt neu.

Teil­wei­se von weit her, bis hin­ter Würz­burg, muss­ten die Teil­neh­mer früh auf­ste­hen, um ab 9 Uhr mor­gens in der Jahn­hal­le an den Start zu ge­hen. Vier Dis­zi­pli­nen wur­den ge­prüft: Tanz­paa­re, Tanz­gar­den, Tanz­ma­rie­chen und Schau­tanz. Am Sams­tag wa­ren die Jahr­gän­ge 2002 bis 2005 und am Sonn­tag die über 600 Teil­neh­mer der Jahr­gän­ge 2001 und äl­ter.

Wer die strah­len­den Mäd­chen mit den kur­zen Rö­cken, lan­gen Zöp­fen und Hut, auf der Büh­ne sieht, mag es erst ein­mal nicht glau­ben, aber hier geht es um Hoch­leis­tungs­sport: da wird nicht ge­tän­zelt, son­dern Bei­ne hoch ge­schwun­gen. Die Mäd­chen hüp­fen aus dem Tanz her­aus in den Spa­gat und man­chen an­de­re kom­pli­zier­te Sprün­ge.

Die Aus­bil­dung der deut­schen Tanz­ma­rie er­in­nert an die ame­ri­ka­ni­schen Cheer­lea­der. So ist es nicht ver­wun­der­lich, dass es kei­ne Nach­wuchs­sor­gen bei den Mäd­chen gibt, ganz im Ge­gen­teil: „Der Tanz­sport boomt“, freut sich Alex­an­der Loesch, Ju­gend­wart des Lan­des­ver­bands für kar­ne­va­lis­ti­schen Tanz­sport in Ba­den-Würt­tem­berg. Und weil es ei­ne Sport­ver­an­stal­tung ist, ste­hen am Rand auch ein Arzt und Sa­ni­tä­ter be­reit.

Neun Wer­tungs­rich­ter, meist ehe­ma­li­ge Tanz­trai­ner, be­wer­ten die Auf­füh­run­gen nach ver­schie­de­nen Kri­te­ri­en: Ne­ben Cho­reo­gra­fie sind es vor al­lem Darstel­lung der Dis­zi­plin und Ex­akt­heit der Aus­füh­rung. Ein an­de­rer wich­ti­ger Punkt ist die Aus­strah­lung. Egal wie an­stren­gend der Tanz ist, es wird ge­lä­chelt. Die Gewinner be­kom­men in Pforz­heim am Schluss ei­nen Po­kal. Zur Meis­ter­schaft-Süd, im März in Hom­burg/Saar, geht aber nicht die oder der Bes­te der je­wei­li­gen Dis­zi­plin. Die ers­te Nicht­qua­li­fi­zier­te er­t­anzt sich in Pforz­heim den Zu­tritt zur nächs­ten Run­de. Loesch er­klärt da­zu: „Wer meh­re­re Qua­li­fi­zie­rungs­tur­nie­re be­sucht, hat sich oft schon vor­her für die Meis­ter­schaft qua­li­fi­ziert.“Und so ju­belt der Saal über fan­tas­ti­sche 448 Punk­te für die Bur­gau­gar­de aus Knie­lin­gen, aber Loesch winkt ab: „Die sind schon da­bei.“Wer end­gül­tig wei­ter­kommt, lässt sich am Er­geb­nis nicht er­se­hen. „Das muss erst nach­ge­schaut wer­den.“Es ist al­so mög­lich, dass ein Ver­lie­rer, auf den ers­ten Blick, bei die­sem Tur­nier zum gro­ßen Gewinner wird.

AL­LES AN­DE­RE ALS EIN­FA­CHES HERUMHÜPFEN ist der Gar­de­tanz, den es am Wo­che­n­en­de beim Ju­gend-Gar­de-Tanz­tur­nier in Pforz­heim in der Jahn­hal­le zu se­hen gab. Es ging vor al­lem dar­um, die Wer­tungs­rich­ter zu über­zeu­gen. Fo­to: Wa­cker

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