In­tel­lek­tu­el­les aus der Stadt der Den­ker

Djan­go Asül droht an Oet­tin­ger zu schei­tern

Pforzheimer Kurier - - KULTUR IN PFORZHEIM -

Djan­go Asül heiz­te ges­tern im gut ge­heiz­ten Ma­ler­saal des Kul­tur­hau­ses Os­ter­feld zu­sätz­lich ein. Der weit über die Gren­zen sei­ner bay­ri­schen Hei­mat be­kann­te Ka­ba­ret­tist wur­de vom Pforz­hei­mer Ku­ri­er prä­sen­tiert.

Be­reits kurz nach dem Be­ginn sei­nes sa­ti­ri­schen Jah­res­rück­blicks ge­wann er die Her­zen der Zu­schau­er, als er ver­kün­de­te, in Pforz­heim tes­ten zu wol­len ob das Pro­gramm in­tel­lek­tu­ell ge­nug für Karls­ru­he wä­re. Pforz­heim sei als Stadt der Dich­ter und Den­ker da im­mer ein gu­ter Grad­mes­ser. Im­mer­hin ha­be man Grö­ßen wie Ste­fan Map­pus oder Re­ne Wel­ler her­vor­ge­bracht. Zwi­schen zwei Schlu­cken von sei­nem ägyp­ti­schen Gra­nat­ap­fel­tee aus Mühl­acker, zeig­te sich Djan­go Asül er­freut dar­über, dass heu­te ech­te Jour­na­lis­ten beim „Kin­der und Se­nio­ren­nach­mit­tag“an­we­send sei­en und kei­ne frus­trier­ten Grund­schul­leh­re­rin­nen, die im Ne­ben­be­ruf für die Zei­tung schrei­ben. Nun schie­nen Künst­ler und Pu­bli­kum gut auf­ge­wärmt und das ei­gent­lich Pro­gramm nahm mit den Er­eig­nis­sen der ver­gan­ge­nen Syl­ves­ter­nacht di­rekt fahrt auf.

Frau Roth müs­se sich je­den Tag ent­schei­den, ob sie nun für Flücht­lin­ge oder Frau­en sei, und die Köl­ner Po­li­zei wür­de sich in die­sem Jahr si­cher­lich kei­ne Aus­zeich­nung ver­die­nen. Mut­maß­li­che Ter­ro­ris­ten hät­ten in Deutsch­land nicht ge­fasst wer­den kön­nen, da die Schutz­wes­ten der Po­li­zei zu schwer ge­we­sen sei­en. Die Mo­tor­rad­gang des BKA „Schnel­les Hel­les“und der in Memmingen kon­trol­lier­te Stutt­gar­ter, der we­gen ei­nes süd­li­chen Dia­lekts ver­däch­tig ge­wor­den war, sorg­ten für all­ge­mei­ne Er­hei­te­rung. Bo- ris John­son als Bri­tan­ni­ens Ant­wort auf Pu­muckl, die di­rek­te De­mo­kra­tie in der Tür­kei, Mer­kels Po­li­tik, bei der sich Eu­ro­pa ans Hirn fas­se, wenn sie sich ein Herz fas­se. Nichts konn­te den deut­schen Ka­ba­ret­tis­ten tür­ki­scher Ab­stam­mung stop­pen.

Fast nichts. Als er gera­de Gün­ther Öt­tin­ger als in­ter­kul­tu­rel­le Kom­pe­tenz an­pries, fiel plötz­lich das Mi­kro­fon aus. „Ist das im­mer so, wenn man über Oet­tin­ger spricht?“, frag­te Djan­go Asül amü­siert. „Na ja, wir ha­ben ja Zeit. Ha­ben ja schon um Vier an­ge­fan­gen.“, füg­te er hin­zu und mein­te auf die Aus­sa­ge des Tech­ni­kers „Ei­gent­lich müss­te es ge­hen“, dass er die­se Aus­sa­gen im­mer am Bes­ten fän­de.

Plötz­lich funk­tio­nier­te das Mi­kro wie­der. „Ich hab nichts ge­macht“konn­te man aus der Tech­nik ver­neh­men. „Al­so qua­si das glei­che Kon­zept wie die Kanz­le­rin“, ant­wor­te­te Djan­go Asül und das Pu­bli­kum brüll­te vor la­chen. Zwei­fel­los war die­se wun­der­bar lo­cke­re, schlag­fer­ti­ge und spon­ta­ne Re­ak­ti­on das High­light des Abends. Ron Tee­ger

EIN MEIS­TER DER MI­MIK: Djan­go Asül bei sei­nem gest­ri­gen Auf­tritt im Kul­tur­haus Os­ter­feld. Fo­to: Tee­ger

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