Ren­zi soll Rück­tritt auf­schie­ben

Prä­si­dent Mat­ta­rel­la bit­tet den Pre­mier, noch im Amt zu blei­ben

Pforzheimer Kurier - - ERSTE SEITE -

Rom/Ber­lin (dpa). Das Schei­tern des ita­lie­ni­schen Mi­nis­ter­prä­si­den­ten Mat­teo Ren­zi ha­ben eu­ro­pa­weit für Ent­täu­schung und Ve­r­un­si­che­rung ge­sorgt. Ren­zi, des­sen Ver­fas­sungs­re­form am Sonn­tag in ei­nem Re­fe­ren­dum ab­ge­lehnt wor­den war, teil­te ges­tern am spä­ten Abend Staats­prä­si­dent Ser­gio Mat­ta­rel­la of­fi­zi­ell sein Rück­tritts­ge­such mit – doch die­ser bat ihn, im Amt zu blei­ben, bis das Par­la­ment den Haus­halt für 2017 ver­ab­schie­det ha­be. Dies muss bis En­de De­zem­ber ge­sche­hen, könn­te Me­dien­be­rich­ten zu­fol­ge aber auch noch in die­ser Wo­che er­fol­gen. Die Nach­fol­ge Ren­zis blieb da­mit un­klar. Mit Ren­zi wür­de Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) ei­nen wich­ti­gen Ver­bün­de­ten in Eu­ro­pa ver­lie­ren. Kurz nach den ers­ten kla­ren Pro­gno­sen hat­te Ren­zi in der Nacht zu Mon­tag er­klärt, die Kon­se­quen­zen aus der Nie­der­la­ge zu zie­hen und sei­nen Rück­tritt an­ge­kün­digt. 59,11 Pro­zent der Wäh­ler stimm­ten ge­gen die Re­form, die un­ter an­de­rem ei­ne Ver­klei­ne­rung und Ent­mach­tung des Se­nats vor­sah. Als Sie­ger der Ab­stim­mung fei­er­te sich vor al­lem die Pro­test­be­we­gung „Fünf Ster­ne“, die Neu­wah­len und den Aus­tritt Ita­li­ens aus der Eu­ro­zo­ne for­dert. Zu pa­ni­schen Re­ak­tio­nen an den Fi­nanz­märk­te kam es ges­tern ent­ge­gen vie­ler Be­fürch­tun­gen nicht. Ita­li­ens Nein zur Ver­fas­sungs­re­form lässt Sor­gen vor ei­ner Rück­kehr der Eu­roSchul­den­kri­se wie­der auf­flam­men. Öko­no­men sa­hen ges­tern in der Nie­der­la­ge von Mi­nis­ter­prä­si­dent Mat­teo Ren­zi vor al­lem ei­nen her­ben Rück­schlag für das hoch ver­schul­de­te Land. Ei­nen Aus­tritt Ita­li­ens aus dem Eu­ro­raum hiel­ten sie zwar wei­ter für eher un­wahr­schein­lich – das Ri­si­ko sei nun aber ge­stie­gen. Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Schäu­b­le (CDU) be­müh­te sich um Be­ru­hi­gung: „Es gibt kei­nen Grund, von ei­ner Eu­ro­Kri­se zu re­den“, sag­te er bei ei­nem Tref­fen der Eu­ro-Fi­nanz­mi­nis­ter in Brüs­sel. Son­der­sei­te

GE­SCHEI­TERT: Der ita­lie­ni­sche Pre­mier Ren­zi hat hoch ge­po­kert und ver­lo­ren. Die Ita­lie­ner stimm­ten ge­gen sei­ne Ver­fas­sungs­re­form. Fo­to: dpa

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