Schar­fe Dis­kus­si­on

Pforzheimer Kurier - - SÜDWESTECHO -

Frei­burg (dpa). Der Tat­ver­däch­ti­ge schweigt, doch die po­li­ti­sche De­bat­te wird kon­tro­vers ge­führt. Po­li­ti­ker, Ge­werk­schaf­ter, Jour­na­lis­ten äu­ßer­ten sich zum Fall der in Frei­burg ge­tö­te­ten Stu­den­tin. Der fest­ge­nom­me­ne 17-jäh­ri­ge Flücht­ling soll Mit­te Ok­to­ber die 19 Jah­re al­te Me­di­zin­stu­den­tin Ma­ria L. ver­ge­wal­tigt und er­mor­det ha­ben.

Der Chef der Deut­schen Po­li­zei­ge­werk­schaft (DPolG), Rai­ner Wendt mein­te: „Die­ses und vie­le an­de­re Op­fer wür­de es nicht ge­ben, wä­re un­ser Land auf die Ge­fah­ren vor­be­rei­tet ge­we­sen, die mit mas­sen­haf­ter Zu­wan­de­rung im­mer ver­bun­den sind.“Die „Ta­ges­schau“er­läu­ter­te in ei­nem Blog­ein­trag ih­re in so­zia­len Me­di­en hef­tig kri­ti­sier­te Ent­schei­dung, in der 20-Uhr-Aus­ga­be am Sams­tag den Fall nicht zu mel­den. Die Sen­dung be­rich­te nur „sehr sel­ten über ein­zel­ne Kri­mi­nal­fäl­le“, so ARD-Aktuell-Chef­re­dak­teur Kai

DJV-Chef kri­ti­siert Ta­ges­schau-Ent­schei­dung

Gniff­ke. Die Her­kunft des mut­maß­li­chen Tä­ters ha­be mit die­ser Ent­schei­dung nichts zu tun. Auch die Re­dak­ti­on der „Heu­te“-Nach­rich­ten im ZDF sah sich An­fein­dun­gen in den so­zia­len Netz­wer­ken aus­ge­setzt, de­nen sich ZDF-Mo­de­ra­tor Claus Kle­ber ent­ge­gen­stell­te. Man ha­be an­ge­mes­sen be­rich­tet, so Kle­ber.

Der Bun­des­vor­sit­zen­de des Deut­schen Jour­na­lis­ten-Ver­ban­des (DJV), Frank Über­all, for­der­te von Me­di­en­ma­chern ei­nen Streit über Re­le­vanz. Er sag­te, er per­sön­lich fin­de, dass es bei dem Frei­bur­ger Fall „durch­aus ei­ne Re­le­vanz gibt und dass dar­über hät­te be­rich­tet wer­den müs­sen“. Was Re­le­vanz ha­be und was nicht, dürf­ten sich Jour­na­lis­ten we­der von Rechts noch von Links auf­zwin­gen las­sen.

Mit Blick auf die „Ta­ges­schau“und de­ren viel­fach und hef­tig im In­ter­net kri­ti­sier­ten Ver­zicht auf das The­ma sag­te Über­all: Er per­sön­lich fin­de, dass es „durch­aus ei­ne Re­le­vanz gibt und dass dar­über hät­te be­rich­tet wer­den müs­sen“. Über­all sag­te, man müs­se heut­zu­ta­ge auch die Stim­men ab­bil­den, die auf­ge­regt pau­scha­li­sier­ten, „wenn ein ein­zi­ger Flücht­ling von Hun­dert­tau­sen­den, die gera­de in Deutsch­land sind, ei­ne Straf­tat be­gan­gen ha­ben soll“. Gleich­zei­tig müs­se man aber auch dar­stel­len, dass dies nur ei­ne Mög­lich­keit der In­ter­pre­ta­ti­on ei­nes sol­chen Er­eig­nis­ses sei.

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