„Herz! Wil­le! Lust! Lei­den­schaft!“

In­te­rims­trai­ner Kwas­ni­ok will dem KSC bei sei­nem Kri­sen­ein­satz die blei­er­ne Schwe­re neh­men

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Ger­hard Wolff Fo­to: GES

Karls­ru­he. Auch Vol­ker Kö­ren­zig will den Ar­beits­be­ginn von Lu­kas Kwas­ni­ok nicht ver­pas­sen. Der Lei­ter des Karls­ru­her Fan­pro­jekts durch­leb­te vor vie­len Jah­ren mit dem beim Karls­ru­her SC zum Über­gangs-Hoff­nungs­trä­ger er­nann­ten Coach ge­mein­sa­me Re­ha-Zei­ten, kennt ihn seit­her gut. Er sagt: „Das ist ein Vul­kan.“Und wer Kwas­ni­ok am ers­ten Tag als In­te­rims­trai­ner des tau­meln­den Zweit­li­gis­ten er­lebt, der be­kommt ei­nen Ein­druck da­von, was Kö­ren­zig meint und wie sehr die Fuß­bal­lLei­den­schaft in dem 35-Jäh­ri­gen lo­dert und bro­delt. Auch des­we­gen war Sport­chef Oli­ver Kreu­zer nach dem Ge­spräch mit Kwas­ni­ok am Sonn­tag über­zeugt, dass der Nach­wuchs­trai­ner der „rich­ti­ge Mann“ist für den Kri­sen­ein­satz bei der ers­ten Mann­schaft.

„Er hat ei­ne kla­re Sicht auf die Din­ge“

„Wir wer­den die­se 14 Ta­ge als Team an­ge­hen. Die Jungs ha­ben Bock drauf, ich auch“, sagt der ei­gent­li­che U-19-Coach der Blau-Wei­ßen nach der ers­ten Übungs­ein­heit ges­tern Vor­mit­tag bei ei­si­gen Tem­pe­ra­tu­ren auf dem Kun­st­ra­sen­platz. Feu­er war drin, auf und ne­ben dem Feld. „Ich wer­de al­les in die Waag­scha­le wer­fen, da­mit wir uns in den bei­den Spie­len völ­lig zer­rei­ßen“, kün­dig­te Kwas­ni­ok mit Blick auf sei­ne Auf­trags­ar­beit bei den Spie­len in Dres­den und ge­gen Braun­schweig an. „Herz! Wil­le! Lust! Lei­den­schaft!“, zählt Kwas­ni­ok die „KSC-Tu­gen­den“auf, die er sei­nem Team in den nächs­ten Ta­gen ein­imp­fen will. Es gel­te, die „Be­geis­te­rung in den Au­gen“zu er­ar­bei­ten.

Auf „sei­nem KSC“las­te­te in den ver­gan­ge­nen Wo­chen ei­ne blei­er­ne Schwe­re, die Kwas­ni­ok mit sei­ner Ener­gie und dem Op­ti­mis­mus, den er auch bei der In­ter­viewrun­de mit den Pres­se­ver­tre­tern aus­strahlt, dem Dritt­letz­ten neh­men könn­te. Sein Ziel? Die Mann­schaft mit ei­nem „po­si­ti­ven Ge­fühl in die Win­ter­pau­se schi­cken“. Man müs­se ei­ne „Ge­mein­sam­keit auf den Platz be­kom­men“, sagt er. Sein Re­zept: Ver­trau­en. Die Schwe­re der bei­den Auf­ga­ben am Frei­tag (18.30) beim Ta­bel­len­sieb­ten Dy­na­mo Dres­den und am Sams­tag dar­auf zu Hau­se ge­gen das Spit­zen­team aus Braun­schweig küm­mert Kwas­ni­ok, der seit 2014 im Nach­wuchs­be­reich des KSC tä­tig ist, eben­so we­nig wie die aktuell län­ge­re Ver­letz­ten­lis­te. „Dar­über ma­che ich mir kei­ne Ge­dan­ken“, sag­te er zu den di­ver­sen Aus­fäl­len. Oh­ne­hin war das Spiel ge­gen Dres­den für den Mug­gen­stur­mer ges­tern noch „weit weg“und da­mit auch Fra­gen nach et­wai­gen Per­so­nal­plä­nen für die Par­tie.

Ges­tern, als sich Oral auf der Ge­schäfts­stel­le gera­de von den Club-An­ge­stell­ten ver­ab­schie­de­te, stand drau­ßen das ers­te Ken­nen­ler­nen auf dem Pro­gramm. Und da­bei vor al­lem: Fuß­ball. „Es war Dy­na­mik drin und Spiel­freu­de“, re­gis­trier­te Kreu­zer zu­frie­den nach der Ein­heit, die Kwas­ni­ok un­ent­wegt ges­ti­ku­lie­rend, kom­men­tie­rend, lo­bend und ta­delnd lei­te­te. „Er ist ein Fach­mann, er weiß wie der Fuß­ball tickt, hat Emo­tio­nen und ei­ne kla­re Sicht auf die Din­ge“, sagt Kreu­zer über den Mann, den er selbst erst am Sonn­tag ken­nen­lern­te. Bei Kreu­zers ers­ter Amt­s­pe­ri­ode als Sport­di­rek­tor im Wild­park war Kwas­ni­ok noch Trai­ner im Ama­teur­be­reich beim TSV Rei­chen­bach.

Kwas­ni­ok wird zu­ge­traut, an was bei Oral zu­letzt auch die Ver­ant­wort­li­chen des Ver­eins nicht mehr ge­glaubt hat­ten. Näm­lich den „Bock noch um­zu­sto­ßen“, wie Kreu­zer sagt. Die sport­li­che Bilanz mit nur zwei Sie­gen aus 15 Par­ti­en, die vier Heim­nie­der­la­gen in Fol­ge und die all­ge­mei­ne Stim­mungs­la­ge, die sich mit „er­schre­cken­der Ve­he­menz“(Kreu­zer) ge­gen Oral rich­te­te – „in die­ser Ge­men­ge­la­ge ist es ganz schwie­rig zu ar­bei­ten für ei­nen Trai­ner“, be­grün­de­te der Sport­chef, war­um doch noch vor der Win­ter­pau­se der „Re­set­knopf“ge­drückt wur­de. Un­ter­stützt wird Kwas­ni­ok bei sei­ner Auf­ga­be von sei­nem ver­trau­ten As­sis­ten­ten bei der U 19, Micha­el Bi­schof so­wie von Mark Fo­the­ring­ham, der aus Orals Team üb­rig ge­blie­ben ist. Mit an Bord ist auch wie­der Te­am­ma­na­ger Burk­hard Reich, den Oral nach ei­nem Streit nicht mehr bei der Mann­schaft ha­ben woll­te.

Klei­ne Zie­le will sich Kwas­ni­ok der­weil erst gar nicht ste­cken. Sechs Punk­te sind zu ho­len, „wenn es vier wer­den, dann freu­en wir uns auch dar­über“.

AN­SPRA­CHE AUF DEM PLATZ: In­te­rims­trai­ner Lu­kas Kwas­ni­ok (Mit­te) bei sei­ner Auf­bau­ar­beit mit den KSC-Pro­fis.

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