Frag­wür­di­ge Halb­fi­nal-Ter­mi­ne

KSV Isprin­gen kri­ti­siert nach erst­ma­li­gem Coup ge­gen Nen­din­gen den Ver­band

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Ger­not Ot­to

Isprin­gen. Dass dem KSV Isprin­gen seit sei­nem Auf­stieg in die Rin­ger-Bun­des­li­ga mit ei­nem 16:11-Heim­sieg im vier­ten An­lauf end­lich der ers­te Coup ge­gen den am­tie­ren­den na­tio­na­len Cham­pi­on ASV Nen­din­gen glück­te, er­freu­te vie­le Fans der Kämp­fel­bach­ta­ler und wird zu­dem von ei­ni­gen KSV-Ver­ant­wort­li­chen als Mo­ti­va­ti­on der Trup­pe bei be­vor­ste­hen­den gro­ßen sport­li­chen Auf­ga­ben ge­wer­tet. Für Isprin­gens Trai­ner Bernd Rei­chen­bach frei­lich be­saß ins­be­son­de­re das Er­rei­chen des Halb­fi­na­les vor­ran­gi­ge Be­deu­tung – „egal, ge­gen wel­chen Ver­ein wir es ge­schafft ha­ben.“Vor den bei­den in der Bun­des­li­ga-Run­de noch aus­ste­hen­den Ge­fech­ten ge­gen SVG Wein­gar­ten (H) und KSV Köl­ler­bach (A) be­steht nun für Ak­teu­re aus der Isprin­ger Cr­ew die Ge­le­gen­heit, sich zu scho­nen oder Weh­weh­chen aus­zu­ku­rie­ren. Wer wo­mög­lich von klei­ne­ren Bles­su­ren ge­plagt wur­de und wird, dar­über ließ Rei­chen­bach frei­lich kei­ne Sil­be ver­lau­ten.

Für Alen Ko­va­ce­vic war das Ab­schnei­den ge­gen Nen­din­gens Equi­pe mit 11:11 in Tutt­lin­gen und nun durch den 16:11-Er­folg auf ei­ge­ner Mat­te psy­cho­lo­gisch von Be­deu­tung, doch er­schien auch für ihn der Ein­zug des Teams in die Play-off-Run­de am wich­tigs­ten. „Ge­gen wen wir im Halb­fi­na­le an­tre­ten müs­sen, ist zweit­ran­gig“, sagt Ko­va­ce­vic. Stär­ken und Schwä­chen der Griff­künst­ler vom Win­ter­rain blie­ben auch dem Sport­li­chen Lei­ter wäh­rend des Du­ells mit dem am­tie­ren­den deut­schen Meis­ter nicht ver­bor­gen. Ein we­nig rät­selt er gleich­wohl, wes­halb Igor Bes­lea­ga in der klas­si­schen Stil­art der 75-kg-Ka­te­go­rie bis­lang noch kein ein­zi­ger Sieg ge­lang, nach­dem je­ner in der ver­gan­ge­nen Sai­son als aus­ge­spro­che­ner Er­folgs­ga­rant auf­ge­tre­ten war. Dass Bes­lea­gas Kon­tra­hen­ten stär­ker sind als im Vor­jahr, gilt für so man­chen KSV-An­hän­ger nicht als ausreichende Be­grün­dung. Ge­gen Nen­din­gen hat­te man zu­dem von Micha­el Kauf­mehl ge­gen Piotr Ia­nul­ov mehr Wi­der­stand er­war­tet, als ihn der deut­sche Ein­zel­meis­ter ab­lie­fer­te.

Im­mer­hin in­des­sen bot der KSV Isprin­gen ins­be­son­de­re in Khak­ha­ber Khu­betzthy (75 kg, F) so­wie Nick Matu­hin (130 kg, F) zwei Ak­tiv­pos­ten auf, die der­zeit schwer­lich zu be­zwin­gen sind. „Matu­hin kann noch weit mehr. Er ist nach mei­ner Mei­nung noch längst nicht am Ze­nit sei­nes Leis­tungs­ver­mö­gens an­ge­langt“, schätzt Ko­va­ce­vic das Po­ten­zi­al des vor der Run­de vom Lu­cken­wal­der SC ins Kämp­fel­bach­tal ge­wech­sel­ten Hü­nen sehr hoch ein. Der vor­ma­li­ge Isprin­ger Ak­teur Jo­han­nes Kes­sel be­saß bei des­sen 0:3-Nie­der­la­ge nicht den Hauch ei­ner Sieg­chan­ce.

Nach dem Sieg über Nen­din­gen kon­zen­triert man sich im Win­ter­rain nun aufs Halb­fi­na­le. Beim mit­tel­ba­di­schen Pres­ti­ge­fight zu­vor ge­gen die „Ger­ma­nen“aus Wein­gar­ten will man am kom­men­den Sams­tag (19.30 Uhr, Jahn­hal­le Pforz­heim) die Mann­schaft gleich­wohl so stark wie mög­lich auf­stel­len. Dass der Deut­sche Rin­ger-Bund (DRB) die bei­den Halb­fi­nal­kämp­fe für den 26. und 30. De­zem­ber fest­leg­te, kommt Ko­va­ce­vic ei­ner „un­fass­ba­ren, un­ver­ständ­li­chen Ter­mi­nie­rung“, fast ei­ner gro­tes­ken Ent­schei­dung gleich. Von Pro­fes­sio­na­li­tät in der na­tio­na­len Ver­bands­spit­ze er­blickt der Isprin­ger Ver­ant­wort­li­che da über­haupt kei­nen An­satz. KSV-Trai­ner Bernd Rei­chen­bach hin­ge­gen kom­men­tiert die vie­ler­orts als frag­wür­dig ein­ge­stuf­te DRB-Ent­schei­dung der­ge­stalt: „Wir müs­sen uns in der Pla­nung da­mit ab­fin­den und die Ath­le­ten so vor­be­rei­ten, dass sie recht­zei­tig fit sind und leis­tungs­stark auf­tre­ten.“

GIBT RÄT­SEL AUF: Igor Bes­lea­ga (oben, ge­gen Nen­din­gens Da­ni­el Ca­ta­ra­ga) ge­lang noch kein Sieg. Fo­to: Rub­ner

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