Vom Kampf der Siedler ge­gen die See

Mu­sik­ver­ein Dill­wei­ßen­stein be­kommt to­sen­den Bei­fall für In­ter­pre­ta­ti­on ei­nes Kees-Vlak-Stücks

Pforzheimer Kurier - - KULTUR IN PFORZHEIM -

Mit Beet­ho­vens „Ode an die Freu­de“setz­te der Mu­si­ker­nach­wuchs den ers­ten Klang im Jah­res­kon­zert des Mu­sik­ver­eins Dill­wei­ßen­stein am zwei­ten Ad­vents­sonn­tag in der Dill­wei­ßen­stei­ner Lieb­frau­en­kir­che. Wie Ju­gend­lei­te­rin Yvon­ne Fauth er­läu­ter­te, ist das En­sem­ble durch Er­kran­kung und Weg­zug ei­ni­ger Ju­gend­li­cher arg ge­schrumpft. Üb­rig ge­blie­ben war ein Quar­tett mit Horn, Kla­ri­net­te, Qu­er­flö­te und Schlag­zeug. Es mach­te sei­ne Sa­che gut und ver­ab­schie­de­te sich von den Gäs­ten mit „Fröh­li­che Weih­nacht“.

Das mar­kan­te The­ma der Mor­gen­rö­te aus der sin­fo­ni­schen Dich­tung „Al­so sprach Za­ra­thus­tra“von Richard Strauß, stell­te sich das Orches­ter an den An­fang ih­res Auf­tritts. 18 Tak­te lang zeigt sich die auf­ge­hen­de Son­ne und mit dröh­nen­der Kes­sel­pau­ke und hel­len Fan­fa­ren­stö­ßen, gab’s ge­wal­tig was auf die Oh­ren der Kon­zert­gäs­te.

Mit der Ton­dich­tung „The New Vil­la­ge“, des hol­län­di­schen Kom­po­nis­ten Kees Vlak folg­te ein wei­te­res fan­tas­ti­sches Stück vol­ler Dy­na­mik. Für Uwe Gen­gen­bach, der durch das Pro­gramm führ­te, er­in­nert die Mu­sik an den Kampf der Siedler ge­gen die See. Un­ter Lei­tung von Sa­scha Ei­sen­hut zo­gen die Mu­si­ker al­le Re­gis­ter. Auf die wuch­ti­gen Schluss­ak­kor­de folg­ten to­sen­der Ap­plaus und Bra­vo-Ru­fe.

Gus­tav Strepp war der So­list im So­lo­kon­zert Nr. 1 von Franz Watz. Der Hor­nist spiel­te drei Va­ria­tio­nen über die Arie des Pa­pa­ge­no aus Mo­zarts Zau­ber­flö­te. Das Horn sei ein himm­li­sches In­stru­ment, scherz­te Mo­de­ra­tor Gen­gen­bach, der Mensch blase hin­ein, doch nur Gott al­lein wis­se, was her­aus­kom­me.

Ein mo­der­nes Stück in So­na­ten­form war die „Toc­ca­ta For Band“von Frank Erick­son. Ra­sant, dy­na­misch und ak­zen­tu­iert en­det das Stück mit ei­ner bom­bas­ti­schen, von Kes­sel­pau­ken un­ter­leg­ten Fan­fa­re. Ei­ne ganz tol­le Num­mer, die den Mu­si­kern viel Ap­plaus ein­brach­te, war „The Se­cond Waltz“aus der Sui­te für Va­rie­téOrches­ter von Dmi­tri Schosta­ko­witsch. Al­tsa­xo­fon, dann die Po­sau­nen, stel­len die The­men des Wal­zers vor, die an­schlie­ßend vom Tut­ti wie­der­holt wer­den und im gran­dio­sen Fi­na­le en­den. Mit „Fro­he Weih­nachts­zeit“, ei­nem Med­ley be­kann­ter Weih­nachts­lie­der ver­ab­schie­de­ten sich die Mu­si­ker.

Bernd Hel­big

DER MU­SIK­VER­EIN DILLWEISSENSTEIN über­zeug­te sein Pu­bli­kum beim Jah­res­kon­zert in der Lieb­frau­en­kir­che un­ter Lei­tung von Sa­scha Ei­sen­hut mit ei­nem an­spruchs­vol­len Pro­gramm. Fo­to: Hel­big

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