An­ge­merkt

Pforzheimer Kurier - - KULTUR -

Die An­stren­gun­gen sind enorm. Deut­sche Mu­se­en stren­gen sich un­ent­wegt an, das Pu­bli­kum in ih­re Häu­ser zu lo­cken – und sei es mit Yo­ga oder Ro­deo auf Reit­ma­schi­nen. Nur ei­nes dür­fen po­ten­zi­el­le Be­su­che­rin­nen und Be­su­cher nicht – bei frei­em Ein­tritt die Samm­lun­gen be­su­chen, die sie mit ih­ren Steu­er­mit­teln fi­nan­ziert ha­ben. Aus­nah­men, die an be­stimm­te Päs­se ge­bun­den oder auf we­ni­ge St­un­den pro Wo­che be­fris­tet sind, be­stä­ti­gen den Ge­samt­be­fund. Die Po­li­tik zeigt sich ver­stän­dig, aber un­nach­gie­big, und über­sieht da­bei, wel­ches Ver­ständ­nis von Ge­sell­schaft sie ver­mit­telt: Die Be­schäf­ti­gung mit Kul­tur­gü­tern, der Blick auf ei­nen Grü­ne­wald oder das In­ter­es­se für Ba­dens Ge­schich­te wer­den durch die Ein­tritts­prei­se mit ei­ner Art Son­der­steu­er be­legt. Da­bei wa­ren Mu­se­ums­be­su­che über Jahr­zehn­te auch in Deutsch­land frei. Wer da­von spricht, man müs­sen den Men­schen die Schwel­len­angst vor Mu­se­ums­be­su­chen neh­men, soll­te bei den pe­ku­niä­ren Bar­rie­ren an­fan­gen. Micha­el Hübl

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